Abgeschleppt: Abzocke-Verdacht auf Supermarkt-Parkplatz Ungerechtfertigt abgeschleppt und Abzocke-Verdacht? Tipps!

von Lena Reuß 29.08.2017
Inhalt
  1. Abschlepp-Abzocke: Diese Rechte hat man
  2. Supermarkt: Ist das Vorgehen der Abschleppdienste legal?
  3. Wann ist das Abschleppen gerechtfertigt?
  4. Woran erkennt man Abschlepp-Abzocke?
  5. Wie hoch sind die Abschlepp-Rechnungen?
  6. So gegen Abschlepp-Abzocke wehren?
  7. Wer ist für das Falschparken verantwortlich?

Gerade noch im Supermarkt eingekauft, folgt auf dem Parkplatz der Schock: Das Auto wurde abgeschleppt. Oft stecken Dienstleister dahinter, die die Wagen im Namen der Ladenbesitzer versetzen. Ob das rechtens ist und wie man sich gegen Abzocke wehren kann, erklären wir hier.

Wenn das Auto vom Supermarkt-Parkplatz abgeschleppt wurde, überwiegt oft der Schock und die Rechtslage wird kaum hinterfragt. Dabei sollte man auf der Hut sein, denn gerade hier treiben oft Abzocker ihr Unwesen. So auch in einem aktuellen Fall: In Hamburg sorgt gerade erneut das Abschlepp-Unternehmen "Aktiv Transport" unter dem neuen Namen "Abt Logistic" durch seine dreiste Abschlepp-Masche für Schlagzeilen. Die Firma übernimmt die Parkplatz-Überwachung von Supermärkten, legt sich dort auf die Lauer und schleppt Autofahrer, die etwa zu lange parken, zu horrenden Preisen ab. Diese Praktik ging in der Vergangenheit bereits zehn Jahre lang gut. Dann wurde "Aktiv Transport" die Lizenz zum Abschleppen entzogen. Jetzt sind die Abzock-Abschlepper zurück und nennen sich "Abt Logistic". Zwar sitzt die "neue" Firma in Bielefeld, die Masche ist jedoch gleich geblieben: Autofahrer werden mit hohen Summen zur Kasse gebeten, Verbraucher beklagen sich über einen ruppigen Umgangston, der bis zur Gewaltandrohung ausartet. Die Behörden haben noch keine Handhabe. Das Unternehmen selbst schleppt die Autos nicht ab, schließlich wurde die Lizenz vor einigen Monaten entzogen. Den Abtransport übernimmt ein Abschleppdienst aus Itzehoe.

Abschlepp-Abzocke in Hamburg im Video:

 
 

Abschlepp-Abzocke: Diese Rechte hat man

Dass eine Firma in diesem Ausmaß, wie es in Hamburg der Fall ist, Autofahrer tyrannisiert, ist zwar nicht unbedingt gängig, unbekannt ist das Vorgehen aber keinesfalls. Auch in anderen Städten übernehmen Drittanbieter die Kontrolle von Supermarkt-Parkplätzen. Selbst wenn es hier noch keine Parkregeln gibt, stellen die Abschleppdienste oft eigene Schilder auf und beobachten das Treiben auf dem Parkplatz. Wer jetzt ein paar Minuten zu lange einkauft oder den Wagen gar über Nacht stehen lässt, muss damit rechnen, dass das Auto abgeschleppt wird. Die wichtigsten Fragen zur Rechtslage, wie man die Abschlepp-Abzocke erkennt und sich gegebenenfalls wehren kann, beantworten wir hier:

 

Supermarkt: Ist das Vorgehen der Abschleppdienste legal?

Rechtlich gesehen handelt es sich bei einem Supermarkt-Parkplatz um privates Eigentum, das dem Hausrecht unterliegt. Wird das Hausrecht gebrochen, darf der Supermarkt-Besitzer abschleppen lassen. Auch wenn er dafür eine Firma angeheuert hat, ist das Vorgehen rechtlich korrekt.

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Wann ist das Abschleppen gerechtfertigt?

Wenn das Auto während der Öffnungszeiten des Supermarktes auf dem Parkplatz geparkt wird, aber man selbst nicht Kunde ist, kann gegen das Abschleppen des Wagens grundsätzlich nichts eingewendet werden. Schließlich liegt es im Interesse des Supermarkt-Besitzers die Parkplätze für seine Kunden freizuhalten. Wenn das Fahrzeug außerhalb der Geschäftszeiten abgestellt wird, zum Beispiel nachts, lohnt es sich die Hintergründe zu prüfen. Einige Richter sehen das nächtliche Abschleppen von einem leeren Parkplatz als "nicht verhältnismäßig" an. Oftmals ist beim nächtlichen Abschleppen eine vom Supermarkt beschäftigte Firma tätig, die den Parkplatz überwacht. Hier lohnt sich dann zumindest ein Blick auf die Rechnung, um sicherzugehen, dass nur das Abschleppen berechnet wird und nicht noch etwa die Kosten für den Dienstleister oder andere obskure Posten abgerechnet werden.

Abschleppen im mobilen Halteverbot im Video:

 
 

Woran erkennt man Abschlepp-Abzocke?

Die Alarmglocken sollten auf jeden Fall klingeln, wenn der Dienstleister den Standort des Fahrzeugs erst nach dem Zahlen der Rechnung ausgeben will. In diesem Fall ist es oft hilfreich mit der Polizei oder einem Anwalt zu drohen. Lässt sich die Zahlung nicht verhindern, sollte man eine detaillierte Rechnung verlangen und eine schriftliche Bestätigung, den Betrag nur unter Vorbehalt zu entrichten. Wirkt die Situation komisch oder keimen Zweifel an der Rechtmäßigkeit auf, sollte auf jeden Fall die Polizei hinzugezogen werden. Fällt der Betrag unverhältnismäßig hoch aus, ist es ratsam die Rechnung von einem Anwalt prüfen zu lassen. Hin und wieder kommt es vor, dass der Wagen gar nicht abgeschleppt wurde, aber die Kosten für die Vorbereitung des Abschleppens erhoben werden. Dann klemmt meist ein Zettel mit der Zahlungsaufforderung unter dem Wischerblatt des geparkten Autos. Hier gilt es sich zu versichern, dass der Abschleppwagen auch tatsächlich gerufen wurde. Oft wird nämlich nur für eine Leerfahrt kassiert, die aber niemals stattgefunden hat. 

 

Wie hoch sind die Abschlepp-Rechnungen?

Wenn ein beauftragter Dienstleister abschleppt, fällt die Rechnung oft hoch aus. Meist liegen die Kosten bei über 300 Euro. Das ist ein erstes Warnsignal für eine Abzocke. Wenn die Polizei abschleppt, wird nur das Abschleppen selbst in Rechnung gestellt. Der Betrag liegt in der Regel bei 100 bis 150 Euro. Hier kommen allerdings noch ein Bußgeld und eine Verwaltungsgebühr oben drauf. Wer sich nicht sicher ist, ob die Rechnung für das Versetzen des Autos rechtmäßig ist, sollte einen Anwalt zu Rate ziehen.

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So gegen Abschlepp-Abzocke wehren?

Wichtig ist: nicht sofort die Rechnung zahlen. Zunächst sollte überprüft werden, ob die Firma, die das Auto abgeschleppt hat, vom Parkplatzberechtigten überhaupt einen Auftrag hat. Dann sollte die Verhältnismäßigkeit des Abschleppens geprüft werden. Auch wenn auf dem Parkplatz keine Schilder standen, die auf die Parkregeln (z.B. maximale Parkdauer) hinweisen, ist das Versetzen des Autos fragwürdig. Diese Punkte sollten auf jeden Fall mit einem Rechtsanwalt geklärt werden. Sobald auf der Rechnung über das Abschleppen hinausgehende Forderungen erhoben werden, ist ebenfalls Misstrauen angebracht: Die meisten Richter erkennen nur das Abschleppen selbst an. Darüber hinausgehende Kosten wie für die Beweissicherung oder Parkraumüberwachung müssen in der Regel nicht gezahlt werden. Auch bereits bezahlte Rechnungen können dann in vielen Fällen zumindest teilweise zurückverlangt werden.

 

Wer ist für das Falschparken verantwortlich?

Für das Falschparken verantwortlich ist der Fahrer des Wagens. Er hat das Auto unrechtmäßig abgestellt. Der Halter ist nicht verantwortlich. Ist also jemand anderes mit dem Auto gefahren, muss er die Rechnung zahlen.

Video Recht auf Parkplatz
Recht auf Parkplatz: Video  

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