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Thema: Reifentest: Aktuelle Sommerreifen im Test

Sommerreifen-Test 235/35 R 19 Y

Starker Auftritt

Wer es in der Mittelklasse sportlicher mag, kann sein Auto in vielen Fällen mit breiten 19-Zöllern aufrüsten. Neun Sommerreifen im Format 235/35 R 19 Y müssen im Test ihre Talente beweisen

Wer sich heutzutage für einen Audi A4 interessiert, legt nicht nur Wert auf Langstreckenkomfort, sondern auch auf Fahrdynamik und Sportlichkeit. Aus diesem Grund haben wir für unseren Sommerreifen-Test den 265 PS starken Audi A4 3.2 quattro gewählt und ihn mit der Umrüstgröße 235/35 R 19 Y bestückt. Das Format steht dem Ingolstädter gut und sorgt obendrein dafür, dass er noch dynamischer bewegt werden kann. Aber nicht nur die Reifengröße, auch die Marke spielt hier eine große Rolle. Unser Test soll zeigen, welcher Hersteller das beste Produkt für Sonnenschein und Regen bietet: Neun aktuelle Reifen müssen beweisen, welche Qualitäten in ihnen stecken.

Klare Nassauslegungen
Im brasilianischen Sumare auf der Teststrecke von Pirelli finden wir ideale Bedingungen für den Testparcours vor: rund 20 Grad und Sonnenschein. Als erstes stehen die Nässedisziplinen auf dem Programm, für die die Strecke künstlich bewässert wird. Auf der mit konstanter Wassertiefe gefluteten Piste beginnen wir mit dem Nassbremsen. Jeder der neun Kandidaten wird dabei zehnmal aus 80 km/h bis zum Stillstand gebremst. Am besten und nahezu auf gleichem Niveau meistern der Hankook und der Pirelli diese Aufgabe und setzen sich hier vom Feld ab. Lediglich der Bridgestone hält mit seinem ein Meter längeren Bremsweg noch so eben mit. Am schlechtesten schneidet der Vredestein ab, der 4,5 Meter mehr benötigt.

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Auch beim gefürchteten Aquaplaning treten deutliche Unterschiede auf. Beim Längsaquaplaning verdrängen Uniroyal und Vredestein das sechs Millimeter hoch stehende Wasser vor dem Goodyear und dem Pirelli am besten. Der Uniroyal verträgt 108,5 km/h, ehe er aufschwimmt, während der Schlechteste, der Yokohama, nur 93,9 km/h schafft. Das sicherste und einfachste Fahrverhalten zeigen auf nasser Strecke der Vredestein und der Dunlop. Der Vredestein und der Pirelli teilen sich somit den Sieg im Nässekapitel, knapp vor dem Regenspezialisten Uniroyal. Am Ende rangieren Michelin und Yokohama.

Ausgewogenheit siegt
Diese beiden Pneus sind eher für trockene Strecken konzipiert, was sie auch zeigen. Nur der Pirelli ist sowohl bei Nässe als auch im Trockenen das Maß der Dinge – er überzeugt in allen Einzelkriterien. Der Michelin setzt sich auf trockener Strecke besser in Szene als bei Nässe, kann sich aber in der Gesamtwertung nicht mehr sonderlich nach vorn schieben. Das gilt auch für den Yokohama. Mit schlechten Bremsergebnissen und kapriziösem Fahrverhalten verschenkt der Uniroyal alle Hoffnungen auf einen vorderen Platz, der nach den Nässeprüfungen noch möglich gewesen wäre. Auch der Vredestein baut im Trockenen ab, allerdings nicht so gravierend. Er landet insgesamt auf dem dritten Platz – punktgleich mit dem Bridgestone und dem Goodyear. Ausgesprochen ausgeglichen fährt der Hankook seine Zähler ein und schiebt sich am Ende hinter den Pirelli auf den zweiten Rang.     Jürgen Schramek


SO TESTEN WIR
:

AQUAPLANING
Sensoren ermitteln die Geschwindigkeit, bei der ein Reifen im Wasserbecken (sechs Millimeter tief) aufschwimmt. Dieser Test zeigt bei Geradeausfahrt, ab wann die angetriebenen Räder durchdrehen, und macht bei Kurvenfahrt deutlich, ab wann die Seitenführung nicht mehr gewährleistet ist.

BREMSEN
Mit jedem Reifen wird mehrfach aus 100 km/h im Trockenen und aus 80 km/h im Nassen bis zum Stillstand maximal verzögert. Dabei wird sowohl die durchschnittliche Verzögerung als auch der Bremsweg ermittelt.

HANDLING
Diese gezeitete Fahrt – auf einer trockenen und auf einer bewässerten Rundstrecke – erlaubt Rückschlüsse auf die maximale Leistungsfähigkeit eines Reifens. Die Bewertung sagt jedoch noch nichts über die Beherrschbarkeit des jeweiligen Pneus aus. Hier geht es nur um die erzielte Zeit. Dies gilt auch beim Slalom und bei der Fahrt über den bewässerten Kreis.

FAHRSICHERHEIT
Während bei den Disziplinen Handling (nass, trocken), Slalom und Kreisbahn absolute Werte entscheiden, zählen jetzt die in diesen Bereichen gesammelten Eindrücke. Je gutmütiger und exakter sich das Auto mit dem jeweiligen Reifen manövrieren lässt, desto besser fällt die Bewertung aus. Denn was soll man mit einem Pneu anfangen, dessen Potenzial nur ein Profi nutzen kann?

SLALOM
Bei der gezielten Fahrt um Pylonen, die in einem Abstand von 18 Metern zueinander aufgebaut sind, ermitteln wir das durchschnittliche Tempo.