Neuer Honda Civic (2017): Erste Testfahrt So will der neue Civic den Golf schlagen

von Thomas Geiger 14.09.2017

Deutlich erwachsener und fahraktiver zeigt sich der neue Honda Civic (2017) bei der ersten Testfahrt. Damit ist der Japaner bereit für eine erneute Auseinandersetzung mit dem Klassenprimus. Locken sollen die spritzigen Motoren und die reichhaltige Sicherheitsausstattung!

Der neue Honda Civic (2017) bringt sich in Stellung für das ewige Ringen mit Golf & Co. Mehr denn je als Weltmodell ausgelegt, sieht die zehnte Generation des neuen Civic dabei nicht mehr ganz so abgehoben aus wie der futuristische Fremdling von 2011. Dafür sprengt der Fünftürer mit ein paar Zentimetern mehr Breite und 15 Zentimeter mehr Länge (4,52 Meter) fast schon die Grenzen seiner Klasse. Das gilt auch für den Preis, der angesichts einer konkurrenzlos üppigen Sicherheitsausstattung und einem ungewöhnlich starken Basis-Motor erst bei 19.990 Euro beginnt. Die wichtigste Änderung beim neuen Civic ist unmittelbar beim Einsteigen zu spüren: Honda hat die Sitzposition um gute drei Zentimeter abgesenkt und den Fahrer so wieder ins Zentrum des Geschehens gerückt. Hat man sich im Vorgänger noch ein wenig abgehoben gefühlt, liegt der neue Honda Civic (2017) jetzt deutlich besser in der Hand. So lernt der Fahrer auch zu schätzen, was die Entwickler an Fahrwerk, Lenkung und Karosseriesteifigkeit des neuen Kompakten getan haben. Präzise, unerschütterlich und bis in hohe Geschwindigkeiten berechenbar sei der neue Civic, sagt Projektleiter Mitsuru Kariya und schwärmt von seinen Topspeed-Testfahrten auf der deutschen Autobahn.

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Erste Testfahrt mit neuem Honda Civic (2017)

Zwar versteht sich der neue Honda Civic (2017) jetzt mehr als Fahrerauto denn als Familienkutsche – büßt zugunsten der tieferen Sitzposition beispielsweise seine "Magic Seats" (hochklappbare Sitzfläche) im Fond ein –, unpraktisch ist der Wagen aber trotzdem nicht. Im Gegenteil: Bei 2,70 Metern Radstand sitzt es sich in der zweiten Reihe besser als bei den meisten Konkurrenten. Auch der Kofferraum mit dem pfiffigen, an der Seite befestigten Rollo fasst in dieser Klasse annähernd unerreichte 478 Liter. Und Details wie die riesige Mittelkonsole mit ihrem variablen Innenleben machen den neuen Honda Civic zum Liebling der Kleinteil-Logistiker. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass andere Ablagen unter dem mittlerweile wieder etwas konventionelleren Digital-Cockpit kaum zu erreichen, geschweige denn einzusehen sind. Gegen Golf & Co möchten die Japaner insbesondere mit dem umfangreichen Paket an Assistenzsystemen punkten. Wo bei der Konkurrenz oft schon für den Totwinkel-Warner extra bezahlt werden muss, fliegt beim neuen Honda Civic (2017) ein ganzes Heer von Schutzengeln mit: Sie helfen bei der Spurführung, warnen vor anderen Fahrzeugen, halten den Abstand und richten das Tempo nicht nur am Vordermann aus, sondern auch an den aktuellen Tempolimits, die mit der Verkehrszeichenerkennung eingelesen werden.

Honda Civic
Die Motoren im neuen Civic sind drehfreudig und haben Biss! © Honda
 

Neuer Honda Civic (2017) zu Beginn mit zwei Benzinern

Dass Honda nicht viel auf die Konventionen in der Kompaktklasse gibt ist nicht zuletzt auch unter der Haube zu sehen: Die Auswahl der Motoren ist nicht nur ungewöhnlich klein, sondern deren Leistungsniveau auch ungewöhnlich hoch. Schon das Basistriebwerk, der Einliter-Dreizylinder mit dem für diese Bauart üblichen Schnattern, kommt auf 129 PS und geht mit bis zu 200 Newtonmeter Drehmoment zu Werke, die auf einem imposant breiten Band von 1500 bis 5000 Touren abgerufen werden können. Der 1,5 Liter große Vierzylinder, der als vorerst einzige Alternative angeboten wird, hat gleich 182 PS und will mit bis zu 240 Newtonmeter punkten. Die Motoren sind drehfreudig wie man es von Honda kennt, haben ordentlich Biss und selbst das stufenlose CVT-Getriebe, das es als Alternative zur knackigen Sechsgang-Schaltung gibt, macht im neuen Civic mehr Spaß als bei vielen andere Asien-Marken. Nur sonderlich sparsam ist der neue Honda Civic (2017) nicht. Während er mit Spitzengeschwindigkeiten zwischen 200 und 220 km/h viele Konkurrenten aussticht, kommt er ohne Diesel oder Sparbenziner bei Werten zwischen 4,7 und 6,1 Litern in der Öko-Wertung nicht weit. Und das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Im Gegenteil: Noch binnen Jahresfrist wird auch ein Diesel angeboten.

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