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Mitsubishi Lancer 2.0 DI-D

Big in Japan

Grimmig schaut er drein. Der neue Lancer wirkt angriffslustig mit seiner nach vorn geneigten, steil im Wind stehenden Frontpartie und den nach innen gezogenen Scheinwerfern, die wie Raubtieraugen wirken – ein Mix aus Mitsubishi Galant und Nissan Skyline GT-R.

Eckdaten
PS-kW140 PS (103 kW)
AntriebVorderrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h9.20 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit207 km/h
Preis21.490,00 €

Die geschwungene Seitenlinie sowie Schweller und Schürzen lassen den ab Ende November in vier Ausstattungsvarianten lieferbaren Japaner sportlich wirken. Ganz im Sinne seiner Schöpfer, die ihm den Beinamen Sportlimousine verpassten.
Der Innenraum ist in verschiedenen Schwarztönen gehalten, klar gegliedert und serienmäßig mit einer üppigen Sicherheitsausstattung versehen. Das Armaturenbrett wirkt solide verarbeitet, die eindeutig gestalteten Instrumente liegen im direkten Blickfeld des Fahrers. Nur das Radiodisplay leuchtet am Tag etwas schwach.

Einfache Bedienung
Dafür klappt die Bedienung prima – Knöpfe und Schalter in der Mittelkonsole geben keine Rätsel auf. Besonders erfreulich: Die Tasten für den Tempomat sitzen auf dem Lenkrad (ab Version Invite) und werden spielend einfach mit dem rechten Daumen bedient.

Ein kleiner Wermutstropfen ist indes die Bestuhlung, auf der man zwar bequem Platz nimmt, deren Stoffbezüge aber schnell verschmutzen. Auf der Rückbank sitzt es sich bequem mit erstaunlich großem Platzangebot. Eine Abteilung weiter geht es erheblich enger zu: Magere 400 Liter Kofferraumvolumen bietet die Lancer- Limousine, 60 Liter weniger als ein BMW 3er, und der ist fünf Zentimeter kürzer. Zudem schluckt die Bassbox (Ausstattung Intense) weitere 23 Liter.

Der von VW zugekaufte, 140 PS starke Dieselmotor weist trotz eines Partikelfilters keine herausragenden Abgaswerte auf. Beim Start nagelt er deutlich vernehmbar, im Kaltzustand läuft er unruhig und rau. Hat der Selbstzünder aber Temperatur erreicht und die Leerlaufdrehzahl von fast 1200 auf unter 900 Umdrehungen gesenkt, kommt Freude auf. Mit 310 Newtonmeter Drehmoment (bei VW: 320) ist nach 9,2 Sekunden und zwei knackigen Schaltvorgängen die 100-km/h-Schwelle erreicht – eine halbe Sekunde schneller, als Mitsubishi vorgibt.

Schwache Bremsen
Bei flotter Kurvenfahrt setzt sich der sportliche Eindruck fort: Der Lancer liegt satt und bleibt auch im Grenzbereich kontrollierbar. Ähnlich souverän gleitet der Japaner über die Autobahn. Trotz straffer Abstimmung überzeugt das Fahrwerk. Ganz im Gegenteil zur Bremsanlage: Erst nach etwas mehr als 40 Metern kommt der Mittelklassewagen aus 100 km/h zum Stillstand – trotz der 18-Zoll-Bereifung.

Außerdem fiel im Test nach fünf Vollbremsungen vorübergehend das ESP aus. Zum Vergleich: Der Toyota Avensis stoppt mit warm gefahrenen Bremsen aus Tempo 100 nach 37,5 Metern. Wenn der Avensis bereits steht, zeigt der Tacho im Lancer noch knapp 30 km/h an – mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen.

Übrigens: Einen Bremsassistenten bietet Mitsubishi für den Lancer mit Dieselmotor nicht einmal gegen Aufpreis an. Die Top-Version Evo X, die im Sommer kommenden Jahres Premiere feiern soll, wird hoffentlich bissigere Bremsen unter den Felgen haben. Natürlich wäre wünschenswert, dass Mitsubishi bis dahin auch für den normalen Lancer bessere Verzögerungswerte möglich macht.

Paul Englert

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Mitsubishi Lancer 2.0 DI-D

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.20s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 207 km/h

Preis 21.490,00 €