Wozu brauchen Diesel AdBlue? Was ist zu beachten? So wird "Adblue" angewendet

Geht modernen Dieselfahrzeugen das AdBlue aus, lassen sie sich nicht mehr starten. Und auch das Nachfüllen der Harnstofflösung ist bei Autos unnötig kompliziert

Das Unheil beginnt wie so oft mit einer Anzeige im Kombiinstrument: „Bitte AdBlue nachfüllen – noch 2400 km“. Ignoriert man den Hilferuf des Diesels nach der Harnstofflösung, bleibt das Auto im schlimmsten Fall liegen: Ohne AdBlue lässt sich der Motor nicht mehr starten. Im besten Fall läuft der Diesel noch im Notlaufbetrieb. Dabei könnte das Auto technisch gesehen weiterfahren – nur der Stickoxid-Ausstoß würde sich verschlechtern. Da der Selbstzünder dann jedoch die Abgasnorm nicht mehr erfüllt, sorgt der Gesetzgeber quasi für eine Umwelt-Wegfahrsperre. Die Autohersteller haben die Tanks für AdBlue angeblich so dimensioniert, dass sie im Rahmen der Inspektionen in der Werkstatt aufgefüllt werden sollen. Dort fallen zu den knapp zehn Euro für die 1,89-Liter-Flasche noch Arbeitskosten an, meist um die 50 Euro. Doch die Erfahrungen im Testalltag zeigen, dass Vielfahrer oft früher selbst nachfüllen müssen. Und an den Tankstellen gibt es meist nur die großen Zehn-Liter-Kanister für Lkw (rund 14 Euro). Da deren Einfüllstutzen nicht auf die AdBlue-Tanköffnung passt, ist Kleckern vorprogrammiert. Und Zapfsäulen wie bei Lastwagen sind für Autos nicht flächendeckend vorhanden: Feldversuche, etwa von BMW und Total, wurden gerade erst gestartet.

 

Wozu brauchen Diesel AdBlue?

Moderne Selbstzünder verwenden AdBlue, um den Ausstoß von Stickoxiden zu reduzieren. Das schreibt die Abgasnorm Euro 6 vor, die seit dem ersten September 2014 für alle neu auf den Markt kommenden Autos und ab dem ersten September 2015 für alle Neuwagen gilt. Diesel dürfen nun statt 180 nur noch 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen. Dazu nutzen viele Autohersteller die im Lastwagenbau schon lange verwendeten SCR-Katalysatoren. Diese bauen die Stickoxide mit Hilfe von AdBlue ab, das zu 32,5 Prozent aus Harnstoff und zu 67,5 Prozent aus demineralisiertem Wasser besteht. Die Chemikalie ist geruchsfrei und ungiftig.

Adblue setzt Ammoniak frei

AdBlue wird direkt in den Abgasstrang eingespritzt und setzt dort Ammoniak frei. Dieser reagiert im SCR-Kat mit den Stickoxiden und wandelt sie in Stickstoff und Wasserdampf um. Ein vom Motorsteuergerät kontrolliertes Dosiermodul sorgt dafür, dass stets die für Drehzahl und Fahrzeuglast benötigte Menge eingespritzt wird. Der Verbrauch liegt bei etwa vier bis sechs Prozent des Diesels. Da AdBlue bei -11,5 Grad gefriert, ist der Tank für den Zusatz bei allen Autos beheizbar.

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