Fahrbericht: RUF RGT-8 Bilder und technische Daten Hohe Acht

27.08.2013

Mit dem RGT-8 und einem selbst entwickelten, 550 PS starken 4,5-Liter-Hochdrehzahl-V8 erschließt RUF den Freunden leistungsstarker Saugmotoren im Porsche 911 neue Dimensionen

Den Porsche-Fans und speziell jenen des 911 ist RUF Automobile in Pfaffenhausen seit Jahrzehnten ein Begriff, wenn es darum geht, auf Basis des Zuffenhausener Sportlers individuelle Hochleistungs-Automobile zu kreieren. Offiziell als Hersteller beim Kraftfahrt-Bundesamt gelistet, erschöpft sich die Arbeit dabei nicht in klassischem Tuning, sondern bringt immer wieder Eigenentwicklungen wie den neuen RGT-8 hervor.

 

Ruf RGT-8: Porsche 911 trifft V8-Sauger

„Die Idee war es, den Freunden leistungsstarker Saugmotoren im Porsche 911 ein Paket an Leistung und Performance anzubieten, wie es das Werk nicht liefert“, sagt Rafael Riethmüller, Leiter der Fahrdynamik-Entwicklung im Hause RUF. Dazu konstruierte man bei RUF einen Hochdrehzahl-V8, der den 435 PS starken Sechszylinder-Boxer im Heck des Porsche 911 GT3 ersetzt. Den Kerntugenden Alltagstauglichkeit und Rennstrecken-Performance trägt der Motor des RGT-8 dabei besonders Rechnung.

Federführend konzipiert wurde der RUF-V8 von Reinhard Könneker, der mit Porsche Motoren-Guru Hans Mezger für zahlreiche Meilensteine im Porsche-Rennmotorenbau verantwortlich zeichnete. Dementsprechend hat der V8 astreine Racing-Gene, erfüllt aber dennoch sämtliche Anforderungen an Alltagstauglichkeit und Dauerhaltbarkeit.

Eine der größten Herausforderungen bestand fraglos darin, einen V8-Motor überhaupt in das beengte Heck eines 911 zu integrieren. Dem trägt der 4499 cm3 große Motor durch unterhalb der Zylinderbänke angeordnete, direkt und riemenlos angetriebene Nebenaggregate wie Generator und Klimakompressor sowie geringe Zylinderabstände Rechnung, um einen möglichst kurzen Motor zu schaffen. Tatsächlich ist der RUF-V8 nur 20 mm länger als das Elfer-Triebwerk und durch den Zylinderwinkel von 90 Grad im Vergleich sogar noch schmaler. Um die Bauhöhe zu minimieren, bediente man sich einer Trockensumpfschmierung, wodurch sich eine nach unten ragende Ölwanne erübrigte.

Das Ergebnis ist ein extrem kompakter Motor mit einem gehörigen Maß Rennsporttechnik. Für eine optimale Brennraumform sorgen vier sphärisch angeordnete, in engen Winkeln zueinander stehende Ventile, die über konisch geschliffene Nockenwellen und leichte Hydrostößel betätigt werden. Eine Verstellung der Ein- und Auslassnockenwellen ermöglicht zudem optimale Steuerzeiten für niedrige, mittlere und hohe Drehzahlen.

Die Handschrift eines Rennmotoren-Entwicklers zeigt sich auch bei der Trockensumpfschmierung. Sie verfügt über zwei separierte Saugstellen, wodurch Schaumbildung und damit gefährliches Ansaugen von Luft in den Ölkreislauf verhindert werden. Der filigranen Gehäusegestaltung und Leichtbau in sämtlichen Details ist es geschuldet, dass der RUF-V8 gewaltige 40 kg weniger auf die Waage bringt als der mit 3797 cm3 deutlich kleinvolumigere Sechszylinder-Boxer des GT3.

Im Fahrbetrieb begeistert der rund 1350 kg leichte RGT-8 mit direkter Umsetzung der Befehle des Gasfußes an das von einer sequenziellen Saugrohr-Einspritzung gespeiste und mit 12,5:1 hoch verdichtete Triebwerk. Enorme 550 PS werden bei 8500 /min generiert, was stolzen 122 PS Literleistung entspricht. Nicht minder beeindruckend ist das maximale Drehmoment von 500 Nm bei 5400
Touren. Dank variabler Steuerzeiten vereint der RGT-8 kraftvollen Durchzug bei unteren und mittleren Drehzahlen mit einem wahren Leistungsfeuerwerk im oberen Bereich.

Dazu gibt’s einen aggressiven Sound, wie er jedem Rennwagen zur Ehre gereichen würde. Selbst im sechsten Gang zerrt der RUF schon ab 1500 Umdrehungen an den Hinterrädern, dass es eine Pracht ist. Bei 3000 /min kommt spürbar Leben ins Kurbelhaus, und ab 5000 Touren stürmt der RUF RGT-8 davon, als bliesen gleich mehrere Turbolader zum Angriff auf die Einlasskanäle. So vehement kann also ein Porsche 911 mit Saugmotor losstürmen, in 3,7 Sekunden die 100-km/h-Marke passieren und in rund elf Sekunden Tempo 200 erreichen. „Aufgrund der vom 911 GT3 übernommenen Gesamtübersetzungen erreicht der RGT-8 318 km/h Höchstgeschwindigkeit und rennt dann in den Begrenzer. Rund 330 km/h sind mit angepasster Übersetzung aber problemlos möglich“, erklärt Rafael Riethmüller.

Im Sommer dieses Jahres könnte selbst dieser Wert noch übertroffen werden, wenn der RUF-Achtzylinder erstmals im Chassis des neuen 911 vom Typ 991 Platz nimmt. Eine noch günstigere Aerodynamik als beim Vorgänger sollte das ermöglichen.

TECHNIK ¹  

RUF RGT-8
Motor V8-Zylinder, 4-Ventiler
Hubraum 4499 cm³
Leistung 404 kW / 550 PS bei 8500 /min
Max. Drehmoment 500 Nm bei 5400/min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Hinterrad
L /B /H 4460/ 1808/ 1280 mm
Radstand 2355 mm
Leergewicht 1350 kg
Kofferraum 100 Liter
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
 
0-100 km/h 3,7 s
Höchstgeschwindigkeit 318 km/h
EU-Verbrauch¹ k.A.
CO2-Ausstoß¹ k.A.
KOSTEN  
Grundpreis 295.000 Euro
¹ Werksangaben

Jürgen Gassebner

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