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Sommerreifen-Test 2015: 18 Zoll-Reifen

14 Reifen im Test

Darf es eine Nummer größer sein? 18 Zoll-Räder sind schick und passen auch auf viele gängige Kompaktwagen. Im Test: Vierzehn aktuelle, sportliche Sommerreifen 2015 der Dimension 225/40 R 18

Es ist Ende Februar und nicht nur höchste Zeit, die Sommer-Klamotten wieder auszupacken und den nächsten Urlaubstrip zu buchen. Auch über gute Sommer-Reifen sollte man sich informieren, bevor der große Lauf auf die Händler beginnt und keine Termine mehr frei sind. Damit Sie gut beraten sind, haben unsere Testfahrer für die Saison 14 Sommerreifen zwischen 225 und 465 Euro pro Satz auf Herz und Nieren geprüft – in 13 verschiedenen Disziplinen, auf rund 1200 Testkilometern, bei Trockenheit und Nässe. Denn ein Reifen soll Sie nicht nur bei strahlendem Sonnenschein sicher an Ihr Ziel bringen, sondern auch dann, wenn es in Strömen regnet. Um Wasser schnell ableiten zu können, ist ein spezielles Profilmuster gefragt. Gefährlich wird's, wenn ein Reifen aufschwimmt. Im sieben bis acht Millimeter hoch mit Wasser gefluteten Aquaplaning-Becken (entspricht Starkregen) passierte das mit dem Vredestein Ultrac Vorti bereits bei knapp 71 km/h. Spitze in dieser Disziplin war der Conti SportContact 5, der erst bei Tempo 80 den Kontakt zum künstlich bewässerten Asphalt verlor.

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Sommerreifen-Test 2015: 18 Zoll-Reifen im Vergleich

Noch wichtiger ist die Griffigkeit eines Reifens, um im Ernstfall Unfälle durch Bremseingriffe oder schnelle Richtungsänderungen zu vermeiden – und da zählt die richtige Gummi-Mischung. Überraschend stark war beim Nassbremsen der Pirelli P Zero, der die Konkurrenz deklassierte und diese hervorragende Leistung im Nachtest (siehe unten) bestätigte. 50,7 Meter benötigte der Audi-Testwagen Pirelli-bereift aus 100 km/h bis zum Stillstand. Mit dem naächstbesten Reifen Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2 waren es 3,8 Meter mehr. Oder anders ausgedrückt: Wenn der A3 auf den Pirelli bereits steht, ist er selbst mit den Goodyear noch gut 26 km/h schnell – wobei der Eagle F1 insgesamt ein Profil mit sehr sicheren Fahreigenschaften aufweist. Katastrophal war die Performance des im Vergleich besonders günstigen Westlake SA07, der die schlechte Werks-Einstufung auf dem EU-Reifenlabel (E) bestätigte und als einziger im Testfeld das M+S-Symbol auf der Flanke trägt – als Verkaufsargument im US- und asiatischen Markt. Er rollte noch über 50 km/h schnell, wenn das Fahrzeug mit den Pirelli bereits stand. Um an die Leistungen der Hersteller aus Europa, den USA, Japan oder Korea heranreichen zu können, muss Westlake an der Mischung arbeiten. Ein guter Rollwiderstand allein reicht nicht aus, wenn die Defizite in sicherheitsrelevanten Disziplinen derart groß sind.

Ergebnisse im Sommerreifen-Test liegen eng beeinander

Wie hart der Wettbewerb in der Reifenentwicklung ist, zeigt die hohe Leistungsdichte im Mittelfeld der Test-Kandidaten. Mit Dunlop Sport Maxx RT, Michelin Pilot Sport 3, dem noch neuen Nokian zLine und dem Bridgestone Turanza T001 liegen vier Profile innerhalb von drei Punkten – bei maximal 300 zu vergebenden Zählern. Für den jüngst überarbeiteten Turanza T001 reichte es nur knapp für eine Empfehlung, weil er beim Nassbremsen nicht ganz so gut abschnitt wie die Konkurrenz. Der Japaner ist jedoch insgesamt ausgewogen und überzeugt auf trockener Strecke mit sehr hoher Fahrsicherheit. Den Testsieg holt sich das Allround-Talent Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2. Auch dessen Leistung haben wir im Nachtest überprüft, wobei die durchweg sehr guten Ergebnisse bestätigt wurden. Knapp dahinter folgt mit dem Pirelli P Zero der zweite Alleskönner in diesem Test. Allerdings müssen die Italiener durch eine Konstruktions-Änderung Nachteile beim Rollwiderstand in Kauf nehmen. Platz 3 geht an den Continental ContiSportContact 5 aus Hannover, der auf Nässe nur beim Bremsen nicht ganz vorne mit dabei war und auf trockener Strecke vor allem wegen seines hohen Rollwiderstands Punkte einbüßte. Im Aquaplaning-Test hingegen ließ er alle Wettbewerber hinter sich und überzeugte auf trockenem Asphalt mit konstant kurzen Bremswegen.

Sommerreifen-Test 2015: Nachtest zur Kontrolle

Um auch die aktuellen Produktneuheiten testen zu können, sind wir darauf angewiesen, auf Testreifen zurückzugreifen, die wir vor dem Marktstart von der Industrie bekommen. Um potenzielle Manipulationen aufzudecken, führen wir vor Veröffentlichung der Ergebnisse einen Nachtest durch, bei dem wir stichprobenartig die Testreifen mit verdeckt im Handel gekauften Reifen vergleichen. Durch Schwankungen in der Produktion können durchaus kleinere Abweichungen vorkommen, wie es etwa beim Dunlop der Fall gewesen ist: So fielen die Bremswege des gekauften Dunlop auf Nässe etwas länger aus als mit dem Testreifen – allerdings lag die Differenz innerhalb der Toleranz. Der nachgekaufte Pirelli (DOT 4914) zeigte beim Nassbrems-Nachtest keine messbare Abweichung, wog aber rund ein Kilo mehr als der ursprünglich angelieferte P Zero (DOT 3314) und schnitt deshalb beim Rollwiderstand schlechter ab. Grund: Eine inzwischen geänderte Unterkonstruktion, die den Herstellungsprozess vereinfachen soll. Die Umstellung hat zwar keinen Einfluss auf die sicherheitsrelevanten Kriterien, erhöht jedoch den Rollwiderstand des Reifens. Der Conti-Pneu zeigte hier zwar leichte Abweichungen, lag aber im Toleranzbereich.
Paul Englert