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Thema: Reifentest: Aktuelle Sommerreifen im Test

Sommerreifen-Test 2013: 215/55 R 16 V

Haftbefehl

Damit Sie auch im Sommer mit genügend Grip unterwegs sind, haben wir zwölf aktuelle Reifen in der Dimension 215/55 R 16 V getestet – darunter vier komplett neue und zwei überarbeitete Pneus

Sie haben ja Recht: Bei diesem Wetter denkt zur Zeit niemand an den Sommer – aber von Bikini, Badehose und Baggersee darf man ja wohl noch träumen. Und weil der Sommer schneller kommt als Sie glauben und man im Dickicht des Reifenangebots nur schwer den Überblick behält, sollten Sie sich schon jetzt informieren, welches Profil für die warme Saison Ihren Anforderungen entspricht.

Seit dem 1. November 2012 gibt das EU-Label einen ersten Hinweis auf die Qualität des Reifens. Den kleinen Aufkleber kennen Sie bereits von Kühlschränken oder Fernsehgeräten. Allerdings werden auf dem Reifen-Label nur drei Kriterien berücksichtigt. Das volle Leistungsspektrum der Pneus prüft hingegen nur der aufwändige AUTO ZEITUNG-Reifentest.

IN DEN TOP FÜNF LANDEN NUR NEUE REIFEN

Neben den Neukonstruktionen von Apollo, Continental, Dunlop und Vredestein treten auch Bridgestone und Goodyear mit überarbeiteten Profilen an. Überraschend gut macht sich der Apollo aus indischer Produktion – mit akzeptablen Leistungen auf nasser sowie trockener Piste und dem achten Schlussrang. Der Apollo profitiert vom Knowhow der Konzerntochter Vredestein, die den neuen Sportrac 5 ins Rennen schickt und einen sehr guten vierten Platz belegt. Das Erfolgsrezept des Niederländers ist seine Ausgewogenheit. Besser sind nur Conti, Goodyear und Dunlop.

Auf nasser Piste schlagen sich der Dunlop und der Goodyear hervorragend. Ist der Asphalt trocken, hat der sportliche Dunlop sogar einen leichten Grip-Vorteil gegenüber dem Konzern-Konkurrenten. Den geringsten Rollwiderstand weist der Conti auf. Der Deutsche verliert jedoch auf Nässe den Anschluss zur Test-Spitze und muss sich sogar knapp hinter dem Uniroyal einordnen. Was der RainExpert bei Regen an Boden gutmacht, verliert er aber auf trockener Strecke wieder: Platz sieben. Knapp davor liegen der überarbeitete Turanza T001 von Bridgestone und der Nokian Line. Der Finne trägt zwar einen neuen Namen, ist aber kein von Grund auf neuer Reifen und überzeugt besonders mit guten Nässe-Eigenschaften. Der ausgewogene Bridgestone sticht vor allem mit sehr gutem Fahrverhalten beim Aquaplaning hervor.

Gleichauf mit dem Apollo liegt der seit einem Jahr erhältliche Michelin Primacy 3. Der Franzose glänzt bei Trockenheit mit sicheren Fahreigenschaften und hohem Grip-Niveau, auf nasser Fahrbahn überzeugt er dagegen weniger.

Ein enges Rennen liefern sich auch der günstige Ventus Prime² von Hankook sowie der Pirelli Cinturato P7. Dafür dass der Südkoreaner bereits seit 2010 auf dem Markt ist, schlägt er sich noch recht gut – vor allem beim Bremsen auf nasser Piste. Allerdings reicht es unterm Strich gegen die anderen Premiumprodukte in diesem Test nur für den zehnten Rang. Einen Platz dahinter folgt der in die Jahre gekommene Pirelli, der noch 2010 in unserem Test den zweiten Gesamtrang belegte, nun aber keine Glanzpunkte setzen kann.

Abgeschlagen ist der Falken. Der preisgünstige Pneu aus Japan mit dem sperrigen Namen Falken Ziex ZE914 Ecorun verzögert bei Nässe am schlechtesten, baut im Handling nur wenig Seitenführung auf und sammelt deshalb in Sachen Fahrsicherheit vergleichsweise wenige Punkte. Unterdurchschnittliche Leistungen zeigt er auch, wenn die Fahrbahn trocken ist: Unter anderem machen die langen Bremswege eine bessere Platzierung für den Falken unmöglich.

Für den besseren Überblick haben wir alle Ergebnisse in einer Tabelle zusammengetragen. Wichtig: Wählen Sie einen Reifen nach Ihrem Anforderungsprofil – denn was nützt ein Trockenexperte, wenn es bei Ihnen oft regnet oder ein sportlicher Reifen, wenn Sie nur in der Stadt fahren?

Paul Englert