Neuer BMW M5 (2018): Erste Fahrt Das ist der erste Allrad-M5 überhaupt

von Thomas Geiger 17.05.2017
Inhalt
  1. BMW M5 (2018) als Prototyp angetestet
  2. Neuer M5 (2018) in 3,5 Sek. auf Tempo 100
  3. Auf Knopfdruck wird der M5 zum Hecktriebler

Auch wenn sich eingefleischte BMW-Fans daran stören werden, ist der neue BMW M5 (2018) mit Allrad- anstatt Hinterradantrieb eine ganze Ecke besser als sein Vorgänger. Er bietet mehr Spaß bei mehr Sicherheit, wie unsere erste Fahrt zeigt!

Je mehr Leistung die Werkstuner aus ihren Motoren kitzeln, desto schwerer wird es, die Kraft nur über zwei Räder auf die Straße zu bringen. Deshalb wechselt der neue BMW M5, der Anfang 2018 von der Leine gelassen wird, wie auch schon seine Konkurrenz auf alle Viere. Er ist das erste Powermodell aus Garching diesseits von X5 und X6, das serienmäßig mit Allradantrieb daherkommt. "Nur so kann man die mehr als 600 PS und die deutlich über 700 Newtonmeter Drehmoment unseres weiterentwickelten 4,4-Liter-V8-Motors jederzeit und überall bedenkenlos genießen", sagt Frank van Meel, der die Scharfmacher aus Garching anführt und den Sinneswandel für die sechste Generation des Fünfers zu verantworten hat. Das neue System nennt sich M xDrive und macht nicht nur auf dem Heckdeckel seine Eigenständigkeit deutlich. Statt einfach die Standardsoftware des Fünfers zu übernehmen, haben die Entwickler das Steuergerät neu programmiert und zur zentralen Schaltstelle für maximalen Fahrspaß aufgerüstet.

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BMW M5 (2018) als Prototyp angetestet

Bis zu 4000 Stellgrößen – von der Längssperre nach der achtstufigen Automatik über die Quersperre an der Hinterachse bis hin zur Kennlinie des Gaspedals – werden alle fünf Millisekunden ausgelesen und mit einer völlig variablen Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse so optimiert, dass man das Potential des neuen BMW M5 (2018) jederzeit optimal auskosten kann. "So kombinieren wir die Agilität und Präzision des Standardantriebs mit der Souveränität und Traktion des Allradantriebs", sagt van Meel. "Damit lässt sich der neue BMW M5 sowohl auf der Rennstrecke als auch auf der Straße selbst bei besonderen Witterungsbedingungen gewohnt sportlich und zielgenau dirigieren." Und die erste Testfahrt mit den noch stark getarnten Prototypen auf dem sonst so hermetisch abgeriegelten BMW-Testgelände in Miramas gibt dem M-Chef recht: Egal ob bewässerter Handling-Parcours oder trockene Tempo-Strecke, der neue BMW M5 (2018) fühlt sich in Kehren und Schikanen immer und überall sicherer an, ohne dass der Spaß auf der Strecke bleibt. Man kann vor Kurven etwas später bremsen, sich enger an den Innenrand herantrauen und nach dem Scheitelpunkt früher wieder aufs Gas steigen, ohne dass die Kehrseite der Limousine ein gefährliches Eigenleben entwickelt. "Das schafft im Alltag das nötige Vertrauen in so einen leistungsstarken Antrieb und bringt auf der Rundstrecke wertvolle Zeitvorteile", sagt van Meel, der nichts vom Wettrüsten bei Leistung und Beschleunigungswerten hält. "Von 0 auf 100 beschleunigt man bei einem Rennen nur einmal, doch von der besseren Querdynamik profitiert man in jeder Kurve."

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Neuer M5 (2018) in 3,5 Sek. auf Tempo 100

Trotzdem hat der M-Chef natürlich eine diebische Freude am vergnüglichen Grinsen der Testfahrer, wenn der neue BMW M5 (2018) den Kickdown mit einem Standardsprint in weniger als 3,5 Sekunden quittiert. Und interessiert registriert er das wissende Nicken, wenn die Limousine auf der langen Geraden selbst bei Vollgas noch so viel Luft hat, dass er die offizielle Top-Speed von 250 km/h mit links erreicht und selbst bei der üblichen Anhebung auf 300 km/h noch nicht am Limit ist. Nach über zwei Jahren Entwicklung und Abstimmung hat BMW für den M xDrive eine Abstimmung gefunden, die eigentlich immer passt – erst recht für eine potente Business-Limousine, die vom Nürburgring in der Regel doch nicht mehr sieht als den VIP-Parkplatz. Doch weil bei Kraftprotzen wie dem neuen BMW M5 (2018) immer ein bisschen Playstation mitspielt und der Kunde das Gefühl behalten möchte, er wisse und könne es besser als die Elektronik, gibt es gleich fünf unterschiedliche Modi. Sie dirigieren das Zusammenspiel der beiden Antriebsachsen und die Gewichtung bei der Kraftverteilung. So lässt sich der Spaß schon im Standardmodus mit einer etwas längeren Leine für ESP & Co steigern, man kann die Kraftverteilung im Setup 4WD Sport ein wenig weiter nach hinten verlagern und parallel dazu den Einfluss der Stabilitätssysteme beschränken. Auf Knopfdruckn lässt sich der neue BMW M5 (2018) aber auch um ein paar Generationen zurückversetzen und ihn sehr zur Freude seines Reifenhändlers zu einem reinen Hecktriebler machen – und das so ganz ohne elektronisches Fangnetz.

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So könnte der Allrad-M5 aussehen

 

Auf Knopfdruck wird der M5 zum Hecktriebler

Werden die Schwimmwinkel dabei Schritt für Schritt etwas weiter und der Einfluss des Gaspedals auf die Lenkung etwas größer, dann wird die Limousine zu einem quirligen Querschläger, der keinen Spaß mehr versteht und dafür umso mehr Spaß verbreitet. Allerdings fährt man dann auch mit erhöhtem Risiko und empfindet den neuen M5(2018) viel ungestümer und weniger gut beherrschbar als seinen Vorgänger, obwohl sich die beiden in der Theorie plötzlich ganz nahe sind. Vor allem aber lernt man die Sportlimousine dann plötzlich aus einer neuen Perspektive kennen. Was ganz wörtlich zu nehmen ist: Denn spätestens, wenn das Heck im Seitenfenster statt im Rückspiegel zu sehen ist, wenn das Auto so langsam aus der Kurve getragen wird und wenn der Fahrer am Ende der Testfahrt froh ist, dass sich der Schaden mit einem Rechen und einem Rasenmäher beheben lässt, dann weiß man: Allradantrieb ist bei 608 PS und 750 Newtonmeter nun wirklich keine schlechte Idee! Wer dem neuen BMW M5 (2018) einmal mit Allradantrieb gefahren ist, möchte den Traktionsvorteil nicht mehr missen. Doch deshalb gleich auf eine breite Allradoffensive zu schließen, hält M-Chef van Meel für voreilig. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass auch der nächste M8, der in knapp zwei Jahren den M6 beerbt, die Technik übernimmt. Schließlich teilen sich Limousine und Coupé die gleiche Plattform. Doch bei der Frage nach Allradantrieb bei M3 und M4 legt sich van Meels Stirn in Falten, und an einen M2 auf allen Vieren will er erst gar nicht denken.

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