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NSU Ro 80 und VW K 70

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Zwei Revoluzzer von damals, unterwegs an der französischen Mittelmeerküste. Der K 70 war der erste wassergekühlte Volkswagen, der Ro 80 die erste Limousine mit Wankelmotor

Wolfsburg Ende der 60er: Am Mittellandkanal zogen dunkle Wolken auf, denn das Heckmotor-Konzept stieß an seine Grenzen: Verbrauch, Leistungsausbeute und Fahreigenschaften von Käfer und Co. wirkten inzwischen antiquiert. Da traf es sich gut, dass der VW-Konzern unlängst die dahinsiechenden NSU-Werke übernommen und in die Audi NSU Auto Union AG umgewandelt hatte. Im Nachlass des Unternehmens befand sich mit dem K 70 (K steht für Kolben bzw. Hubkolbenmotor) eine fertig entwickelte, viertürige Mittelklasse-Limousine mit wassergekühltem Frontmotor und Frontantrieb. Deren für März 1969 geplante Präsentation wurde abgeblasen und 1970 – nun unter dem VW-Logo und der Sonne Südfrankreichs – nachgeholt. Eine Zeitenwende für Wolfsburg.

Verschiedene Formensprache – ein Designer

Dagegen behielt der Ro 80 (Ro steht für Rotationskolben) von Anfang (1967) bis zum Ende (1977) das NSU-Logo wie auch seine Ausnahmestellung auf dem Automobilmarkt. Diese ergab sich zweifellos durch den Zweischeiben-Wankelmotor der Oberklasse-Limousine. Für dessen geistigen Vater, Felix Wankel, waren Hubkolbenmotoren lediglich „Schüttelhuber“. Kein Wunder, wird doch bei seiner Erfindung die im Brennraum generierte Verbrennungsenergie direkt in eine Drehbewegung umgesetzt – ohne den Umweg über eine Hubbewegung wie beim Hubkolbenmotor. Das verursacht kaum Vibrationen und bedeutet mehr Laufkultur als beim konventionellen Vierzylinder.

Ein cW-Wert von 0,35 war für damalige Verhältnisse ebenso fortschrittlich wie ein profilierter Unterboden zur Minimierung des aerodynamischen Auftriebs. Doch auch das vermeintliche Brot- und Butter-Mobil K 70 wartete mit fortschrittlicher Technik auf: Wie beim Ro 80 sorgen an der Vorderachse innenliegende Scheibenbremsen für Verzögerung und eine Verringerung der ungefederten Massen. Der Ro 80 bremst übrigens auch hinten mit Scheibenbremsen.

Eine weitere Gemeinsamkeit

von K 70 und Ro 80: Beide stammen aus der Feder von Claus Luthe, einer der deutschen Design-Größen, die unter anderem für die Formen vom NSU-Wankel-Spyder, der zweiten Generation des 3er BMW (E30) oder des BMW 8er Coupé verantwortlich zeichnete.