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Mazda MX-5: Tuning-Ratte

Ist das Kunst, kann das weg?

Tuning-Unfälle gibt es zuhauf, aber alle paar Jahre begegnen wir einem Umbau, der selbst uns Hartgesottenen die Sprache verschlägt. Dieser Mazda MX-5 aus dem Jahr 1998 ist so ein Fall. Mit seinem extremen Radsturz und der Tieferlegung ist das Auto nahezu fahrunfähig. Aber eben nur nahezu.

Der Mazda MX-5 erfreut sich in den USA als Sportwagen für den kleinen Geldbeutel immer noch großer Beliebtheit. Dort heißt der Spaßbringer aus Fernost "Miata" und verkauft sich bereits seit 1989 wie geschnitten Sushi. Mit schlanken 140 PS ist die zweite Generation des Asia-Roadsters zwar kein Sprinter-Ass, dafür dank perfekt ausbalanciertem Fahrwerk und gutem Handling ein echter Kurvenräuber. Und es gibt natürlich zig Tuner, die dem MX-5 bereits zu Leibe gerückt sind – bei der Basis auch kein Wunder. Was jetzt allerdings ein Hobby-Schrauber in den USA seinem Miata angetan hat, führt uns mal wieder schmerzhaft vor Augen, dass nicht jedem Fahrzeughalter das Schicksal eines Profi-Tuners beschieden ist. Warum etwas nehmen, das bereits gut ist, und es schlechter machen? Extremer Radsturz und brutale Tieferlegung pressen den schrott-grauen MX-5-Umbau auf Flunderhöhe zurück, was sich natürlich alles andere als optimal auf das Fahrverhalten auswirkt. Bordsteine kann man damit vergessen, aber in diesem speziellen Fall werden selbst Bodenwellen und Mittelstreifen Hindernisse, die den Fahrer im ausgeschlachteten Cockpit ordentlich durchschütteln.

Bildergalerie: Missglückter Mazda-MX-5-Umbau

Mazda MX-5 als Tuning-Unfall

Das tut schon beim Zusehen weh. Hin und wieder setzt auch mal das Heck unsanft auf, aber wen stört das noch bei einem Auto, dessen Kotflügel derart zugerichtet sind? Die paar Kratzer sind dann auch egal. Klar, irgendwie muss man den schräggestellten Reifen ja noch Platz geben, aber muss das unbedingt aussehen, als hätte sich ein Fünfjähriger mit der Bastelschere daran versucht? Ein Hingucker ist dieser Mazda natürlich trotzdem. Bleibt nur zu hoffen, dass bleibende Schäden auf der Netzhaut die Ausnahme bleiben.

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Julian Islinger