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Dodge Charger Daytona: Scheunenfund versteigert

90k US-Dollar für kultigen Schrott

Gut vierzig Jahre hielt einer der nur 503 Mal gebauten Dodge Charger Daytona Dornröschenschlaf, ehe er in einer Scheune gefunden und sanft geweckt wurde. Nun kam das 380-PS-Monster unter den Auktions-Hammer.

Wenn vom Dodge Charger Daytona von 1969 die Rede ist, dann zugleich auch von einem waschechten Rennwagen. Zu Homologationszwecken für die Nascar-Rennserie baute Dodge in diesem Jahr exakt 503 Mal den Charger Daytona, der sich erheblich von der Serienversion unterscheidet. So ist die Front des Daytona rund 50 Zentimeter länger und hat Klappscheinwerfer. Hinter der angespitzten Front und unter der Haube gab es wahlweise den 426er-Hemi- oder den 440-Magnum-V8. Bei dem Scheunenfund aus Glenwood, Alabama (USA), handelt es sich um den Magnum. Ein V8,der aus 7,2 Litern Hubraum gewaltige 380 PS und 651 Newtonmeter Drehmoment raushaut. Um den Anpressdruck der Hinterachse für die mächtige Leistung zu erhöhen, verbaute Dodge beim Daytona zusätzlich einen 60 Zentimeter hohen, beim Scheunenfund schon stark mit Moos bewachsenen Heckspoiler. Die 60 Zentimeter ergeben sich aus einem ganz banalen Grund: Bei der Straßenversion des Daytona soll sich noch der Kofferraum öffnen lassen.

Bildergalerie starten: Dodge Charger Daytona

Dodge Charger Daytona mit nur 20.533 Meilen

Bis auf die Flammen am Bug, zeigt sich der in der Scheune gefundene Dodge Charger Daytona komplett und original. Die sind wohl dem jugendlichen Überschwang des erst 18 Jahre jungen Zweitbesitzers geschuldet, der den Daytona 1974 für 1800 US-Dollar kaufte und bis zur Auktion nicht wieder abgab. Ursprünglich hatte ein Richter den Dodge Charger Daytona für seine Frau erworben, ihn aber wegen ihrer Unzufriedenheit mit dem Wagen auch wieder rasch verkauft. Die damalige Werkslackierung in R4 Charger Red ist nach vierzig Jahren stark verwittert, und kaschiert wohl eine Menge Rost – auch wenn der Tacho des Dodge Charger Daytona nur 20.533 Meilen aufzeigt. Bei der Mecum Kissimmee Auction in Florida (USA) war der Daytona auf rund 150.000 bis 180.000 US-Dollar geschätzt worden, brachte letztlich aber "nur" 90.000 US-Dollar. Was für ein schrottreifes Auto viel klingen mag, relativiert sich angesichts des Preises für ein Exemplar im guten Zustand: Der kann rund das Zehnfache betragen.

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Alexander Koch