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Kompaktklasse-Neuheiten bis 2018: BMW 1er bis VW Golf VIII

Neue Stars im Anmarsch

Die Nachfolger der Kompakt-Bestseller kommen. Für VW Golf VIII, Audi A3, BMW 1er, Ford Focus und Renault Mégane gibt es hinter den Kulissen schon konkrete Designvorschläge, tolle Technik-Ideen – und heiße Diskussionen um viele Details

Diese Autos sind zum Siegen verpflichtet. Wenn hier mit einer Modellgeneration etwas schieflaufen sollte, würde im schlimmsten Fall das ganze Unternehmen wackeln. Nehmen wir nur den VW Golf. Jeder Neue muss sitzen, die Kunden müssen ihn genauso lieben wie alle seine Vorgänger. Sonst haben die Wolfsburger ein Problem, das zeigt ein einfaches Zahlenspiel: Von den 5,9 Millionen Autos, die VW im letzten Jahr verkaufte, waren 824.629 Golf-Modelle – weitere 871.413 Exemplare steuerte der Golf-Ableger Jetta bei.  Allein in Deutschland wurden 2013 vom Golf 244.249 Exemplare abgesetzt.

Kompakte Neuheiten von Audi, BMW, Ford, Renault und VW

Wichtig fürs Geschäft der jeweiligen Autohersteller – wenn auch in kleineren Dimensionen – sind auch unsere anderen Kompaktklasse-Kandidaten. Das betrifft zum Beispiel den A3 bei Audi, der bei uns im letzten Jahr mit 60.978 Zulassungen immerhin auf Platz fünf lag (weltweit 202.300 Einheiten). Oder den 1er von BMW, der auf 53.214 Exemplare kam. Erst recht den Ford Focus, der mit rund 1,1 Millionen auch 2013 wieder das meistverkaufte Auto der Welt war (Deutschland: 45.485). Selbst der aktuelle Renault Mégane, bei uns mit 20.313 Exemplaren etwas abgeschlagen, war 2013 international mit 277.442 Verkäufen ordentlich unterwegs.

VW Golf VIII: Klassisch, aber deutlich verschärft

Der aktuelle Golf ist noch nicht mal zwei Jahre auf dem Markt, aber schon gibt es erste Ideen für den Nachfolger, der bereits 2017 starten dürfte. Fest steht, auch dieses Modell wird auf Anhieb als Golf zu erkennen sein: eine optisch breite Front mit weit außen sitzenden Scheinwerfern und vertikalen Verbindungslinien, dazu diese stämmige C-Säule in der Seitenansicht. Aber VW wird beim Golf-Gesicht diesmal mutiger – mehr Angriffslust, mehr Ausstrahlung, flachere Voll-LED-Hauptscheinwerfer.

Technisch gibt es keine Revolution, das Chassis nutzt die nächste Evolutionsstufe des modularen Querbaukastens (MQB). Die Eckmaße – 4,26 Meter Länge, 4,28 m Breite und 1,44 m Höhe – werden sich kaum ändern. Voraussichtlich wird der Neue aber noch einen Tick breiter und noch etwas flacher. Und diesmal ist auch der vollelektrische e-Golf gleich mit von der Partie. Seine Reichweite soll sich dank neuer Batterie- und Regelungstechnik deutlich erhöhen. Aktuell sind es 190 km (nach EU-Norm), der Neue soll flüsterleise mindestens 225 Kilometer schaffen. Auch der neue Plug-in-Hybrid GTE fährt im Elektromodus dann noch weiter: voraussichtlich 75 statt 50 km. Erstmals halten die neuen, sparsamen Dreizylinder-Benzinmotoren des Hauses Einzug in  den Golf. So löst der direkteinspritzende Einliter-Turbo mit 90 PS den aktuellen 1,2-Liter-Vierzylinder ab. Hier steht auch schon eine 110-PS-Variante parat, die den amtierenden 1.2 TSI (105 PS) ersetzen wird.

Bei den Dieseln kann es künftig ebenfalls ein kleiner Motor besser und sparsamer. Denn hier kommt als Basistriebwerk ein 1,4 Liter großer, drehfreudiger Alu-Dreizylinderturbo zum Einsatz – voraussichtlich in den Leistungsstufen mit 90 und 110 PS. Denn Ziel der Wolfsburger ist es, den Golf mit diesem Motor zum echten Dreiliter-Auto zu machen. Der aktuelle 1,6-Liter-TDI erhält auch ein Alu-Gehäuse, seine Leistung steigt von 105 auf bis zu 130 PS. Und beim Diesel-Sportler GTD dürfte die Leistung von 184 auf 190 PS zulegen. Eine mögliche noch schärfere RD-Sportversion mit etwa 225 TDI-PS und 500 Nm Drehmoment (nur mit DSG-Getriebe) des quasi serienreifen neuen Zweiliter-Biturbos steht als Premiere offenbar ebenfalls auf dem Golf-Fahrplan.

Überraschendes auch im Cockpit. Für den Golf wird der neue Super-Navi-Info-Multimedia-Bildschirm diskutiert, der jetzt im Audi TT Premiere hat. In die große Navigations-Totale können Tacho und Drehzahlmesser eingeblendet werden. Apropos: Den Golf VIII gibt’s gegen Aufpreis dann mit Head-up-Display. Zudem starten neue Fahrerassistenzsysteme. Zum Beispiel der Blind Spot-Sensor, der beim Zurücksetzen seitliche Gefahren bemerkt, die der Fahrer noch nicht sehen kann. Oder die City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung. Dito der Notfall-Assistent, der das Auto sicher und spurtreu zum Stehen bringt, falls der Fahrer ein gesundheitliches Problem hat oder einschläft. Auf Wunsch auch der Trailer-Assistent als Helfer beim sonst so nervenaufreibenden Einparken mit Anhänger. Schöne Ausssichten.

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Wolfgang Eschment, Stefan Miete