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Hyundai Tucson 2015: ix35-Nachfolger im Fahrbericht

Nix mit X

Mit dem alten Namen will der Hyundai Tucson auf zu neuen Ufern. Kann der ix35-Nachfolger gegen die harte Kompakt-SUV-Konkurrenz bestehen? Der Fahrbericht liefert einen ersten Hinweis

Hyundai macht den SUV-Kunden künftig kein X mehr für ein U vor. Denn wenn die Koreaner Mitte Juli zu Preisen knapp unter 23.000 Euro die nächste Auflage des iX35 in den Handel bringen, hört der kompakte Geländegänger wie schon beim ersten Mal wieder auf den Namen Tucson. Damit will Hyundai nicht nur die globale Bedeutung des Tiguan-Konkurrenten unterstreichen, sondern auch ein bisschen den Geist von Freiheit und Abenteuer beschwören und den Wildwest-Helden im Großstädter wecken. Schließlich ist kaum ein Segment so dicht besetzt wie das der kompakten SUV. Da hilft alles, was den Tucson auch nur ein bisschen von Konkurrenten wie dem Toyota RAV-4 dem neuen Renault Kadjar oder seinem koreanischen Vetter Kia Sportage abhebt.

Hyundai Tucson 2015: ix35-Nachfolger im Fahrbericht

Dabei macht der für Europa in Europa produzierte Tucson aus der Hyundai-Fabrik in Tschechien weder einen sonderlich rustikalen noch einen übermäßig robusten Eindruck. Im Gegenteil: Jetzt um sieben Zentimeter auf 4,48 Meter gestreckt, drei Zentimeter breiter und ein Zentimeter flacher, steht er viel satter auf der Straße und wirkt von außen betont sportlich und schnittig.
 
Und innen bietet Hyundai Tucson 2015 dank des um drei Zentimeter verlängerten Radstandes und der neuen Sitzanlage nicht nur etwas mehr Platz, sondern er ist auch feiner ausgeschlagen als je zuvor. Wo man hinfasst, fühlt sich der Tucson gut an, wo man hinschaut, sieht man vornehme Materialien und die Displays etwa zwischen den eher nüchternen Instrumenten können es mittlerweile mit jedem Smartphone aufnehmen. Das lassen sich die Koreaner allerdings auch gut bezahlen: Mit Format und Finesse steigt der Preis zum Generationswechsel um knapp 2000 Euro.
 
Wie immer eine Wucht ist dafür die Ausstattung – zumindest, wenn man die nötigen Kreuzchen macht. Zu Korea-Standards wie der Lenkradheizung und der freundlichen Begrüßungsmelodie kommen jetzt auch Hightech-Extras wie die LED-Scheinwerfer, die Verkehrszeichenerkennung oder der Parkroboter. Und wo man bei anderen Herstellern noch unter dem Stoßfänger füßeln muss, schwingt die automatische Heckklappe beim Tucson schon auf, wenn man nur lange genug hinter dem Wagen steht. Dann öffnet sich der Blick einen Kofferraum von 513 bis 1 503 Litern.

Motoren-Neuheit im Tucson 2015: 1,6-Liter-Turbodiesel

Unter der Haube gibt es fünf Motoren, von den vier mehr oder minder alte Bekannte aus dem ix35 sind. Allerdings erfüllen sie jetzt alle die Euro6-Norm, werden ein bisschen sparsamer und geben ihre Kraft deutlich kultivierter ab. Zusammen mit einer besseren Geräuschdämmung und einem spürbar kompromissbereiteren Fahrwerk rollt der Tucson damit tatsächlich auf höherem Komfortniveau und nimmt so ganz langsam Kurs auf die Oberliga. Fehlen eigentlich nur noch die Verstelldämpfer zur individuellen Geschmacksanpassung. Denn der Knopf für die beiden Fahrprogramme ändert leider nur den Charakter der Lenkung, die Schaltpunkte der Doppelkupplung und die Kennlinie des Gaspedals.
 
Einzige Premiere im Portfolio der Motoren, das in der Kombination mit Front- oder Allrad, Schalter oder Automatik breiter ist als bei jedem Konkurrenten, ist der 1,6 Liter großer Turbo-Direkteinspritzer aus Veloster und i30, der auf 176 PS kommt und als einziger Motor auch mit der neuen, siebenstufigen Doppelkupplung angeboten wird. Er macht mit seinen 265 Nm ordentlich Programm, ist gut bei Puste und hat einen langen Atem: Von 0 auf 100 wuchtet er den 1,6-Tonner deshalb in 9,5 Sekunden und Schluss ist erst bei 202 km/h. Daneben gibt es als Basis-Benziner den 1,6-Liter-Sauger mit 132 PS sowie drei Diesel, die immer mit sechs Gängen aber bei den stärkeren Varianten wahlweise von Hand oder automatisch geschaltet werden. Dort beginnt der Reigen mit einem 1,7-Liter von 116 PS, über dem ein 2,0-Liter mit wahlweise 136 oder 185 PS rangiert. Je nach Konfiguration sind damit Geschwindigkeiten von 176 bis 205 km/h möglich und der Normverbrauch bewegt sich zwischen 4,6 Litern Diesel und 7,6 Litern Super.
 
Zwar steht dem Tucson schon dem Namen nach der Drang nach Freiheit und Abenteuer und zudem beschwört er auch im Dschungel der Großstadt ein wenig Wild-West-Romantik herauf. Doch mehr denn je tragen die Koreaner mit diesem SUV dem Komfort- und Sicherheitsbedürfnis der Zeitgeist-Indianer Rechnung. Und zwar nicht nur mit einer ganzen Armada von Assistenzsystemen und jeder Menge nützlicher Helfer bis hin zur automatisch aufschwingenden Heckklappe. Sondern auch mit einem einzigartigen Service für das Navigationssystem: Zum ersten Mal sind bei Hyundai jetzt die Software-Updatens für sieben Jahre Serie. Selbst wenn es einen m neuen Tucson also tatsächlich mal in den Wilden Westen verschlagen würde, fände man damit also immer wieder zurück.           

Thomas Geiger