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Neuer Brabus Rocket 900: Erste Fahrt

Der stärkste S 65 AMG der Welt!

Brabus-Chef Bodo Buschmann hat sich seine Chef-Limo in über 30 Jahren redlich verdient. Als eingetragener Fahrzeughersteller und Tuner lässt sich der Bottroper "ein bisschen mehr Leistung" natürlich nicht nehmen. Wir haben uns hinters Lenkrad der stärksten S-Klasse der Welt gesetzt.

Der helle Boden schimmert im Neonlicht, das Operationsbesteck liegt griffbereit in Rollwagen – fehlt eigentlich nur noch die beißende Duftnote "Krankenhaus-Classic. Doch wir stehen nicht im Spital, sondern in "Werk 1" der Motoren-Chirurgie von Brabus, einer gefühlt klinisch reinen Halle mit 36 Hebebühnen. Hier werden vor allem Fahrzeuge veredelt, die von Haus aus bereits in der ersten Power-Liga mitspielen: Modelle von Mercedes-AMG. Wenn es aber ein paar hundert Pferdestärken mehr sein dürfen und auch die Fußräume mit Leder ausgekleidet werden sollen, dann darf man auf der A2 die Ausfahrt Bottrop nicht verpassen. Frisch vom Leistungsprüfstand kommt die neueste Kreation der Motor-Mediziner, der Rocket 900. Dafür nehme man einen S 65 AMG, zerlege den Motor und verfeinere ihn mit exklusiv angefertigten Zutaten. Ab Werk leistet der Biturbo-V12 bereits 630 PS und stemmt 1000 Newtonmeter Drehmoment. Nicht genug für Brabus-Kunden!


Bilderstrecke: Über-S-Klasse Rocket 900

Top-7 Brabus-Modelle im Video:

 

Rocket 900 mit bärenstarkem 6,2-Liter-V12

In zwei Wochen Handarbeit entsteht ein 900 PS starkes Hochleistungstriebwerk, dessen maximales Drehmoment elektronisch auf 1200 Newtonmeter begrenzt ist – gigantische 1500 Newtonmeter sind maximal möglich. Und wie fährt sich so ein 2,2-Tonner mit 900 PS an der Hinterachse? Zunächst erstaunlich zahm und unspektakulär. Laufen Antrieb und Klappen-Auspuff im Komfortmodus, bewegt sich der Rocket 900 wie jede andere S-Klasse auch – entspannt, lässig und trotz üppiger 21-Zöller sehr komfortabel. Auf den ersten Zentimeter Pedalweg passiert weniger als erwartet, und man muss den Fuß schon kräftig senken, damit die Post abgeht – eine gut gewählte Abstimmung, denn ungewollte Kavalierstarts kann keiner gebrauchen. Die ContiSportContact-5P im Format 255/35 ZR 21 vorn machen aus der S-Klasse zwar keinen Kurvenkünstler, gleichen deren träge Masse jedoch gekonnt aus, sodass der Rocket erstaunlich zackig einlenkt. Autobahn, Blinker links, Vollgas. Der Vorderbau bäumt sich schlagartig auf, und beim nächsten Blick auf den Tacho stehen bereits über 200 km/h an. Weiter Vollgas, die Regelsysteme inklusive des Differenzials mit 40 Prozent Sperrwirkung arbeiten ohne Pause, um die enorme Leistung effizient auf den Asphalt zu bringen. Die versprochene Spitze von über 350 km/h ist übrigens nicht bloß ein vom Computer errechneter Wert, sondern wurde von hauseigenen Testfahrern ermittelt.

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Drei Jahre Garantie auf Rocket 900

Um den Hubraum von 5980 auf 6233 Kubikzentimeter zu erhöhen, werden Schmiede-Kolben von Mahle verbaut, die Zylinderbohrungen vergrößert und auch Kurbelwelle sowie Pleuel gegen Hochleistungs-Teile getauscht. Darüber hinaus implantiert Brabus zwei größere Lader und vier neue Ladeluftkühler unter die lange Fronthaube, modifizierte Krümmer dürfen natürlich auch nicht fehlen. Außerdem sind ein neu konstruierter Luftansaugtrakt und eine auf niedrigen Staudruck ausgelegte Abgasanlage mit Klappensteuerung nötig, damit der Zwölfzylinder seine Leistung erreicht. Wer übrigens an der Haltbarkeit dieses PS-Hammers zweifelt, wird von Brabus mit drei Jahren Garantie auf Motor und Antriebsstrang beruhigt.

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Technische Daten Brabus Rocket 900: V12-Zyl., 4-Vent., Biturbo; 6233 cm³ Hubraum; , 662 kW/900 PS bei 5500 /min; 1200 Newtonmeter bei 4200 /min; 7-Stufen-Automatik; L/B/H: 5287/1915/1484 mm; Leergewicht: 2175 kg; 0-100/200 km/h in 3,7/9,1 s 2; Höchstgeschwindigkeit: über 350 km/h; Verbrauch: 11,9 l SP/100 km; Grundpreis Mercedes-AMG S 65: 235.739 Euro; Leistungssteigerung: 112.812 Euro; Testwagenpreis: 422.903 Euro (Herstellerangaben)

Paul Englert