Ratgeber

Reifendruck am Auto prüfen und einstellen: So wirds gemacht

Der richtige Reifendruck am Auto ist buchstäblich überlebenswichtig. Wer mit dem richtigen Luftdruck fährt, senkt nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch Verbrauch und Verschleiß.

Tester mit einem Manometer beim Überprüfen des Reifendrucks, fotografiert von der Seite.
Wer den Reifendruck regelmäßig überprüft, fährt nicht nur sicherer, sondern spart auch noch Geld, denn der Verbrauch und der Reifenverschleiß sinken. Foto: Imago
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Der Reifendruck wird viel zu selten kontrolliert und angepasst – dabei ist er entscheidend für Sicherheit, Fahrkomfort und Wirtschaftlichkeit. Falscher Luftdruck kann den Bremsweg verlängern und erhöht den Reifenverschleiß sowie den Verbrauch. Wer den Reifendruck regelmäßig kontrolliert, fährt also nicht nur sicherer, sondern schont auch den Geldbeutel. Wir zeigen, wie man es richtig macht. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Video: So testet die AUTO ZEITUNG Reifen

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Video: AUTO ZEITUNG

Warum auch gute Reifen mit dem falschen Luftdruck nicht funktionieren

Der korrekte Reifendruck stellt sicher, dass der Reifen optimal auf der Straße aufliegt. Ist er zu niedrig, verformt sich der Reifen stärker, die Aufstandsfläche vergrößert sich – das erhöht den Rollwiderstand, den Verschleiß und den Spritverbrauch. Zu hoher Reifendruck hingegen verringert die Aufstandsfläche, was zu schlechterer Traktion und längeren Bremswegen führen kann.

Welcher Reifendruck ist richtig?

Herstellerangaben zum optimalen Luftdruck, sowohl für niedrige als auch hohe Geschwindigkeiten sowie mit schwerer Beladung finden sich meist an diesen Stellen im Fahrzeug:

  • an der B-Säule oder an der Türe der Fahrerseite

  • auf der Innenseite der Tankklappe

  • in der Bedienungsanleitung

Wie prüfe ich den Reifendruck beim Auto?

Moderne Fahrzeuge sind oft mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet, das Abweichungen meldet. Trotzdem lohnt sich die manuelle Kontrolle – am besten einmal pro Monat und vor längeren Fahrten. So geht es:

  1. Reifen kalt messen: Idealerweise wird der Reifendruck vor Fahrtantritt ermittelt, ein warmgefahrener Reifen verfälscht die Messung.

  2. Mit geeignetem Gerät messen: Zum Messen Reifendruckprüfer an der Tankstelle oder aus dem Zubehörhandel verwenden. Dafür Ventilkappe entfernen und das Mundstück mittig so aufsetzen, dass keine Luft entweicht.

  3. Druck ablesen: Den abgelesenen Wert nun mit den Herstellerangaben abgleichen.

  4. Druck korrigieren: An der Tankstelle ist der Reifendruckprüfer auch der Kompressor. Bei vielen Geräten kann der gewünschte Druck über Tasten eingestellt werden, das Auf- oder Abpumpen läuft dann automatisch, bis der Wert erreicht ist. Zu Hause eignet sich ein Akku-Kompressor für diesen Schritt. Hierbei auch das Reserverad, falls vorhanden, nicht vergessen!

Tipp: Ein korrekt eingestellter Reifendruck kann den Kraftstoffverbrauch um bis zu 0,3 l/100 km senken – ein klarer Vorteil für Umwelt und Geldbeutel.

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Wie oft muss man den Reifendruck am Auto prüfen?

Der ADAC empfiehlt, den Reifendruck mindestens einmal im Monat, besser alle zwei Wochen, sowie zusätzlich vor längeren Fahrten zu überprüfen. Bei starker Temperaturänderung – etwa starkem Frost – sollte der Luftdruck ebenfalls kontrolliert werden.

Wie viel Reifendruckverlust ist normal?

Ein leichter Verlust von 0,1 bis 0,2 bar pro Monat ist normal, da Luft durch die Gummimischung diffundiert. Ein deutlich höherer Verlust deutet auf ein Leck, ein defektes Ventil oder einen beschädigten Reifen hin.

Brauchen Winterreifen einen anderen Reifendruck als Sommerreifen?

Ja, Winterreifen benötigen in der Regel einen leicht erhöhten Reifendruck im Vergleich zu Sommerreifen. Das liegt auch an der Jahreszeit: Bei geringeren Temperaturen sinkt der Luftdruck im Reifen. Daher sollten knapp 0,2 bis 0,3 bar mehr eingefüllt werden, als im Sommerreifen. Zu hoch sollte der Druck auch nicht sein, ansonsten kann Grip insbesondere auf Schnee und vereisten Fahrbahnen eingebüßt werden.

Wichtig ist auch die Radgröße: Hat der Winterreifen-Satz eine andere Dimension als die Sommerräder, ist auch die Anpassung an die korrekte Größe (ebenfalls auf dem Hinweis-Aufkleber oder im Handbuch zu finden) nötig. Da die Werte in der Regel immer für Sommerreifen gelten, sollte auch hier der Wert leicht erhöht werden.

Übrigens: Auch Ganzjahresreifen sollten im Winter mit leicht höherem Reifendruck aufgepumpt werden, um den Druckschwankungen durch sinkende Temperaturen gegenzusteuern. Bei den ersten freundlichen Frühlingstagen ohne Frost sollte der Druck wieder an den Normalwert angepasst werden.

Muss man bei schwerer Beladung den Reifendruck anpassen?

Ja – bei schwerer Beladung oder wenn ein Anhänger gezogen wird, sollte der Reifendruck immer an die Herstellerangaben für "voll beladen" angepasst werden. Warum das wichtig ist: Mehr Gewicht belastet die Reifen stärker, was zu höherem Rollwiderstand, Erwärmung und Abnutzung führen kann. Mit dem höheren, empfohlenen Luftdruck bleibt die Aufstandsfläche optimal, das Fahrverhalten stabil und der Reifenverschleiß geringer.

Einige Hersteller schreiben auch bei Geschwindigkeiten über 160 km/h einen höheren Reifendruck vor. Wer also längere Autobahnetappen mit höherer Geschwindigkeit zurücklegen möchte, sollte den Reifendruck ebenfalls anpassen.

Warum leuchtet das Reifendruck-Warnsymbol auf, obwohl der Reifendruck in Ordnung ist?

Das kann an einem defekten Reifendrucksensor, einer fehlerhaften Kalibrierung oder minimalen Druckschwankungen durch Temperaturschwankungen liegen. In diesem Fall den Druck manuell prüfen und das System zurücksetzen lassen.