Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² (2017) E-Klasse mit Monstertruck-Optik

von Alexander Koch 17.08.2017
Inhalt
  1. Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² als Kleinserie
  2. Bau der E-Klasse All-Terrain nicht einfach
  3. 420 mm Bodenfreiheit bei E-Klasse All-Terrain 4x4²

Ist das die verrückteste E-Klasse unter der Sonne? Im Sindelfinger Entwicklungszentrum entstand die Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4², die den Luxus der Oberklasse mit der Geländegängigkeit der G-Klasse vereint. Serienchancen? Werden derzeit geprüft!

Als die Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² Mitte Juli 2017 als experimentelles Einzelstück vorgestellt wurde, fragten sich nicht wenige, wie es denn um die Chancen für eine seriemäßige Version der monströsen E-Klasse stünde. Und tatsächlich scheint sich auch Mercedes it dieser Frage beschäftigt zu haben und prüft nun die Möglichkeiten einer Kleinserie. "Das war nicht nur Spaß, sondern wir schauen jetzt sehr genau, was wir damit anfangen können", bestätigte Baureihenleiter Michael Kelz am 24.07.2017. Zwar sei es noch zu früh, dem Projekt grünes Licht zu geben. Doch will Kelz diese Möglichkeiten langfristig nicht ungenutzt lassen. Das nötige Interesse sei nämlich vorhanden, wie die Reaktionen auf die Vorstellung des Einzelstücks gezeigt habe. Am Anfang der Entwicklung stand vor allem ein Gedankenexperiment, welches den Reiz des Experimentes ausmachte und an dessen Ende die extrem geländegängigen E-Klasse stand.

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Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² als Kleinserie

"Die Portalachsen des G 500 4x42 müssten doch auch in eine E-Klasse mit moderner Mehrlenkerachse eingebaut werden können?", fragte Jürgen Eberle, Entwicklungsingenieur bei Mercedes, und großer Fan von Geländewagen. Womit die Idee zur Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² geboren war! Das besondere an den Portalchsen: Sie liegen im Gegensatz zu herkömmlichen Achsen nicht auf Höhe der Radmitte, sondern durch die sogenannten Portalgetriebe an den Achsköpfen deutlich weiter oben. Je nach Fahrzeugtyp lassen sich so bis zu 40 Zentimeter zusätzliche Bodenfreiheit erzielen. Ein Effekt, der sich auch an diesem Einzelstück aus dem Sindelfinger Entwicklungszentrum beobachten lässt: Mit 420 Millimeter Bodenfreiheit hat die E-Klasse All-Terrain 4x4² mehr als doppelt so viel Bodenfreiheit wie das Serienmodell und kann mit einer Gewässertiefe von 500 Millimetern sogar fast mit der G-Klasse mithalten (600 Millimeter).

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Bau der E-Klasse All-Terrain nicht einfach

Erst mit einem Hilfsrahmen an der Vorderachse und tiefgreifenden Anpassungen am Hinterachsträger konnte Eberle am E 400 4Matic, der die Basis für das Projekt stellt, neue Aufnahmepunkte für die Portalachstechnik formen. Aus vollen Stahlblöcken gefräste Radträger nehmen die 20-Zoll-Alufelgen mit 285er Reifen von der R-Klasse auf. Eigens für die Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² gefertigte Antriebswellen treiben die vier Räder im Kraftverhältnis 45 zu 55 Prozent an. Unibal-Lager ersetzen die herkömmlichen Gummi- und PU-Buchsen, die den gewachsenen Ansprüchen nicht genügt hätten. Was sich in gut einer Minute lesen lässt, erforderte tatsächlich viel Zeit und große Anstrengungen: Nicht nur, dass 20 Mitarbeiter aus ganz verschiedenen Bereichen wie Design, Konstruktion, Werkstatt und Versuch auf dem kurzen Dienstweg beteiligt waren. Ein solches Projekt innerhalb kürzester Zeit auf die Räder zu stellen erfordert viele Kompromisse, wie Eberle erzählt. "Der Folierer wollte das Auto für eine Woche. Er hat es für zwei Tage bekommen. Und als es zur Folierung auf der Hebebühne stand, haben wir parallel am Fahrwerk weitergearbeitet." Glatt ging dabei auch nicht alles, natürlich möchte man fast sagen: Eine der handgefertigten Antriebswellen überlebte nicht den ersten Fahrversuch, sie war an einer Schweißnaht gebrochen. Ein Satz neuer Antriebswellen warf die Arbeit an der Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² um gut eine Woche zurück.

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420 mm Bodenfreiheit bei E-Klasse All-Terrain 4x4²

Doch erhielt Jürgen Eberle auch viel Unterstützung: ​"In jedem Bereich habe ich Kollegen gefunden, die ähnlich tickten und schnell und unbürokratisch geholfen haben." Als weiteres Beispiel dafür lassen sich massiven, gut zehn Zentimeter breiten Kotflügel heranziehen, die aus den 3D-Druckern für Prototypen entstanden. Oder die mattsilberne Folierung der Mercedes E-Klasse All-Terrain 4x4² mit schwarz abgesetztem Dach, das ein Designer entworfen hat. Trotz des immensen Aufwands gelang es Eberle so, einer E-Klasse in nur wenigen Monanten Portalachsen angedeihen zu lassen. Nun steht die E-Klasse muskulös wie ein Raubtier auf der Offroad-Teststrecke, stemmt die Schultern auf eine Breite von 2,10 Metern und steckt so manchen, sich Offroader schimpfenden Geländewagen in die Tasche. Mit 35,8 Grad Böschungswinkel vorne und 35,6 Grad hinten muss sich die Monster-E-Klasse vor der G-Klasse kaum verstecken. Wenn die E-Klasse dann doch nicht weiterkommt, liegt es weniger an den sich weit verschränkenden Achsen, denn am fehlenden Sperrdifferenzial. Bis hierhin verteilt nur das ESP die Antriebsmomente des 480 Newtonmeter starken 3,5-Liter-V6. Die elektronische Stabilitätskontrolle müsste noch dem neuen Fahrwerk angepasst werden. Doch kann sich Jürgen Eberle schon jetzt zufrieden zurücklehnen: Ja, auch die neue E-Klasse kann Portalachsen tragen!

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