Eigene Spur für Elektro-Trucks in Deutschland (Update!) Erster E-Truck-Test auf A1 und A5

02.02.2017

Im Jahr 2018 werden auf den deutschen Autobahnen A1 und A5 die ersten Teststrecken für Elektro-Trucks installiert. Ein ähnliches Projekt läuft bereits in Schweden mit dem Ziel den Güterverkehr spätestens 2030 emissionsfrei zu gestalten.

In Hessen und Schleswig-Holstein werden 2018 die ersten Autobahnabschnitte für Elektro-Lastwagen getestet. Die Stromversorgung der E-Trucks erfolgt – ähnlich wie bei Straßenbahnen – über eine Oberleitung auf einer Extra-Spur. Dafür werden in den beiden Bundesländern jeweils sechs Kilometer lange Abschnitte auf den Autobahnen mit Strommasten am Fahrbahnrand ausgebaut. Die Strecken werden laut Bundesumweltministerium zum einen auf der A1 bei Lübeck und der A5 bei Darmstadt eingerichtet. In Schleswig-Holstein führt die Teststrecke über 25 Kilometer von einem Logistikzentrum in Reinfeld zum Lübecker Hafen, sechs Kilometer davon werden elektrifiziert. Genauso in Hessen, wo ein 15 Kilometer langer Abschnitt vom Gewerbegebiet Damstadt-Nord/Weiterstadt bis zum Flughafen Frankfurt. Der E-Lkw-Test soll zeigen, ob es sich langfristig rentiert, die deutschen Straßen zu elektrifizieren. Das Bundesumweltministerium sieht darin die Lösung den Güterverkehr auf den Straßen in Zukunft umweltfreundlicher zu gestalten. Die Kosten für den Umbau liegen laut Schätzungen des Ministeriums bei einer Million Euro pro Fahrtrichtiung. Für die Elektro-Trucks bringt der Strom aus der Oberleitung den Vorteil auf einen Akku verzichten zu können: Das spart Gewicht und Stopps zum Aufladen entfallen. Für die Erprobung werden Hybrid-Lkw eingesetzt, die auf der Teststrecke den Strom aus der Oberleitung nutzen und für den weiteren Weg von einem Dieselmotor angetrieben werden.

E-Truck-Teststrecken in Schweden im Video:

 
 

Teststrecken für E-Trucks ab 2018 in Deutschland

In Schweden laufen die Tests solcher Strecken bereits seit längerem. Dort fahren E-Trucks, die ihre Energie ebenfalls aus Oberleitungen gewinnen, die über einer eigens dafür eingerichteten Spur platziert wurden. In sechs Metern Höhe über der Fernstraße E16 in Sandviken ist das Testprojekt auf einer Länge von 2,4 Kilometern aufgebaut. Etwa alle 70 Meter befinden sich Einspeisungspunkte. Auf dem Dach der Trucks ist ein Abnehmer für die Oberleitung installiert, die die LKW mit 750 Volt Gleichstrom versorgen. So können sie eine stabile Verbindung bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h herstellen. Der beim Test eingesetzte LKW ist ein neun Tonnen schwerer Scania G 360 4x2 mit Hybridantrieb. Die fünf kWh-Li-Ion-Batterie sorgt für drei Kilometer Reichweite außerhalb der Elektrospur. Ist beides nicht verfügbar verbrennt der 364 PS starke und 1050 Newtonmeter maximales Drehmoment entwickelnde 13-Liter-Motor Bio-Sprit. Das Testprogramm ist eine Kooperation zwischen Scania und der Region Gävleborg und am 22.06.2016 gestartet worden. Siemens ist ebenfalls an der Entwicklung beteiligt.

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Ziel Emissionsfreier Güterverkehr bis 2030

Laut Trafikverket, dem schwedischen Zentralamt für Verkehrswesen, gibt es ein zweites Projekt in Arlanda, etwa 35 Kilometer nördlich von Stockholm. Dort wurde eine elektrische Schiene verlegt, die momentan noch eine eigene Spur darstellt, aber nächstes Jahr in den allgemeinen Verkehr integriert und bis 2018 intensiv getestet wird. Beide Projekt dienen momentan zunächst nur zu Testzwecken, gehören aber zu einem größeren Projekt, das die vollständige Ablösung der fossile Brennstoffe nutzenden LKW-Flotte Schwedens bis zum Jahre 2030 zum Ziel hat.  Dies ist nicht der erste derartige Versuch in Schweden. Bereits 2015 hatte Volvo eine Spur für elektrisch betriebene Busse mit dem Namen ElectriCity getestet.



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