BMW dreht auf: Neuer Z2 auf Basis des 1er BMW

BMW-Neuheiten bis 2012

Endlich wieder ein bezahlbarer BMW-Roadster: Wenn der Vorstand zum Jahresende grünes Licht gibt, präsentieren die Münchner Ende 2012 einen scharfen offenen Zweisitzer auf Basis der neuen 1er-Reihe. Außerdem: Der neue Z4 mit Metallklappdach und alle BMW-Neuheiten bis 2012

Roadster fahren bei BMW? Ein teures Vergnügen. Exakt 29900 Euro will der Händler für einen neuen BMW Z4 mit 150 Vierzylinder-PS, das sechszylindrige 265-PS-Topmodell kostet über 40000 Euro. Das waren früher mal über 80000 Mark. Überhaupt hat man solche Summen in Zeiten, in denen nicht nur der Spritteurer wird, für Notfälle lieber im Sparstrumpf anstatt sie fürs Sonnenbaden in einen blechernen Zweisitzer zu investieren.

Das haben auch die Produktmanager der Weiß-Blauen kapiert – und den Herren des Vorstands jetzt einen schlauen, ziemlich geheimen Vorschlag gemacht. Die Idee: BMW baut kostengünstig auf der technischen Basis der neuen Einser-Generation, die im Herbst 2011 anrollt, einfach einen kleineren, leichteren Roadster, der rund 25000 Euro kostet und obendrein verbrauchsgünstiger ist. Von der CO2-Pusterei gar nicht zu reden. Bis zum Jahresende soll nun eine Entscheidung fallen – die Chancen stehen, wie aus München zu hören ist, gar nicht schlecht.

Der Z2 kommt mit Stoffverdeck
Der Kleine, den die Bayern schlicht BMW Z2 nennen, könnte im Herbst 2012 vorgestellt werden und 2013 mit der Frühjahrssonne starten. Wie die ersten Designvorschläge zeigen, wirkt seine Front stürmisch bis bissig, die Seitenlinie betont skulpturiert und schwungvoll.

Hinter der relativ flachen Frontscheibe gibt es Platz für zwei Personen und hinter den Sitzen noch einen zusätzlichen praktischen Ablageraum für kompakte Reisetaschen, die man neuerdings Weekender nennt. Das roadstertypisch flache Dach ist nicht aus Stahl wie beim neuen Z4 (Verkaufsstart im April 2009), sondern aus solidem Stoff. Vermutlich gibt es gegen Aufpreis eine Öffnungsautomatik.

Für die Benzinmotoren des Roadsters steht schon eine clevere Lösung parat: Die Technik-Architektur der neuen 1er-Reihe erlaubt nämlich problemlos den Einbau der sparsamen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 120 PS (Saugmotor), 175 und 211 PS (Turbos) aus dem Mini, die BMW gemeinsam mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) entwickelt hat. Wobei die Leistungen dann durchweg fünf bis zehn Prozent höher liegen dürften, denn vorher gibt es noch ein Update dieser Motorenriege, und auch an der zweiten Generation wird bereits gearbeitet.

Damit sind beim (vorläufigen) Topmodell schneidige Sprintwerte – null bis Tempo 100 in rund sieben Sekunden – und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 240 km/h garantiert. Das klingt reizvoll, und genügend Zeit zum Sparen ist ja noch.

Das kommt bis 2012 aus München
Aber die Münchner planen eine Flut von automobilen Neuheiten. Erstes Highlight: Am 15. November startet der neue 7er, das luxuriöse Flaggschiff der Bayern. Seit 13. September ist schon die komplett überarbeitete und aufgewertete 3er-Reihebei den Händlern. Die Nachfolge-Generation der 3er Limousine mit völlig neuer Designlinie kommt aber erst Anfang 2012 zu uns, der 3er Touring sechs Monate später. 3er Cabrio und Coupé folgen ab 2013.

Bereits im Januar 2009 zeigt BMW auf der Detroit Auto Show den neuen Z4 Roadster – erstmals mit Metallklappdach. Das zweisitzige Z4 Coupé bekommt deshalb keinen Nachfolger. Und auf der Frankfurter IAA im September 2009 debütiert der viel diskutierte PAS (Progressive Activity Sedan) – ein neuer Mix aus Kombi und Sportvan mit großer Heckklappe und hoher Sitzvariabilität. Der Verkauf beginnt schon einen Monat später, dann auch mit einem richtigen Modellnamen.

Ebenfalls 2009 wird der rund 4,25 Meter lange 1er-Offroader X1 auf den Markt kommen – mit neuen, sparsamen Turbo-Vierzylindern von gut 100 bis 180 PS, längs und seitlich verschiebbaren Rücksitzen sowie xDrive-Allradantrieb.

Die ganz neue, fünftürige BMW 1er Limousine (mit mehr Platz auf der Rückbank) wird erst im Herbst 2011 präsentiert und ab Anfang 2012 verkauft. 1er-Dreitürer und das neue Cabrio folgen noch ein Jahr später.

Der größere Kollege des X1, der X3, wird Ende 2010 erneuert: Das SUV, das künftig im US-Werk Spartanburg entsteht, wird länger und erhält mehr Spurweite, dazu eine verschiebbare und in der Lehnenneigung variable Rückbank. Zum Jahreswechsel 2010/2011 startet die neue 5er-Reihe.

Den Anfang macht wie üblich die Limousine, der 5er Touring folgt sechs Monate später im Juli 2011. Beide Modelle haben die neue Achtgang-Wandlerautomatik. Im gleichen Jahr (1. Quartal) startet der aufregende Luxussportler CS mit über 400 Achtzylinder-Biturbo-PS. Er vereint laut BMW die Exklusivität eines luxuriösen Gran Turismo mit der Faszination eines Hochleistungssportwagens.   

Ein Jahr später sollte eigentlich der Supersportwagen von BMW auftauchen – die Studie M1 Hommage hatte die Design-Marschrichtung vorgegeben. Doch nun hat der BMW-Vorstand das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben. Schuld ist nicht die aktuelle Klimadiskussion, sondern die Kosten-Ertragsrechnung des Überfliegers, die bislang nicht aufgeht.

Erst für 2013 ist die Erneuerung der 6er-Reihe geplant. Ein Coupé-Cabriolet mit Metallklappdach ist nicht vorgesehen – es bleibt beim Cabrio mit Stoffdach und beim klassischem Coupé. Und die großen SUV-Modelle? Der neue X5 made in USA kommt erst 2014, vorher sollte noch eine X5-Langversion (plus 30 cm) namens X7 starten, die – mit gleichen Motoren und drei Sitzreihen – gegen den in den USA erfolgreichen Mercedes GL antreten sollte. Doch der Vorstand hat dieses Projekt gestoppt.

Noch offenes SUV-Thema: der viersitzige X4 auf Basis des X3, ein 4,60 Meter langer, 1,60 Meter hoher, kleiner Kollege des Geländecoupés X6. Dieses Auto, für das wir grünes Licht erwarten, könnte 2012 starten.

Bis dahin ist dann auch das neue Stadt-Ökoauto Project i von BMW auf der Straße unter anderem als superkompaktes, leichtes Elektromobil mit Lithium-Ionen-Batterien und Schnellladesystem. Apropos kompakt: Das neue Mini Cabrio – erstmals auch mit Diesel – steht schon in den Startlöchern. Weltpremiere ist auf dem Genfer Salon im März 2009, kurz danach beginnt der Verkauf.

Und Mitte 2010 folgt das geländetaugliche, allradgetriebene Mini SAV (Sports Activity Vehicle), das bei Magna Steyr in Österreich gebaut wird – ein Trend-Auto für alle Fälle auf und abseits der Straße. In Paris steht schon einmal die Studie Crossover Concept und gibt einen konkreten Ausblick auf den Mini für alle Fälle. Wolfgang Eschment