Zehn Autobatterien im Test: Zwei Batterie-Techniken im Vergleich Perfekter Kaltstart

15.02.2017
Inhalt
  1. Autobatterien: 10 produkte im HÄRTETEST
  2. große ausdauer bei agm-batterien
  3. Fazit

Vergleich: Niedrige Temperaturen sind eine große Herausforderung für Autobatterien. Unser aktueller Batterietest von 2013 hilft bei der richtigen Wahl

Starterbatterien gehören zu den meist gestressten Bauteilen im Auto. Gerade bei Fahrzeugen mit umfangreicher Komfort-Ausstattung und Spritspar-Technik müssen Fahrzeugelektrik und Batterien deutlich mehr leisten. Autos mit Start- Stopp-Automatik brauchen Akkus, die eine möglichst gleichmäßig hohe Kapazität bereitstellen. Und bei Fahrzeugen, die per ausgeklügeltem Energie-Management Bremsenergie als Ladestrom "zurückgewinnen“ (Rekuperation), müssen die Starterbatterien zudem besonders zyklenfest sein.

Das alles sollen so genannte AGM-Batterien (Absorbent Glass Mat) besser können als herkömmliche Blei-Säure-Batterien. Deshalb setzen Fahrzeughersteller bei modernen Autos häufig AGM-Batterien ein. Ältere Fahrzeuge und solche, die nicht vom Hersteller auf AGM-Technik abgestimmt sind, müssen weiter mit konventionellen Batterien ausgerüstet werden, denn die AGM-Technik könnte die Bord-Ladetechnik überfordern.

 

Autobatterien: 10 produkte im HÄRTETEST

Für unseren aktuellen Batterietest haben wir deshalb neben vier AGM-Batterien sechs herkömmliche Akkus auf den Prüfstand gebeten. Alle Batterien stellen eine Kapazität im Bereich von 70 bis 77 Ah bereit und taugen somit für den Einsatz bei Klein- und Kompaktfahrzeugen à la Polo, Golf & Co. Die Preise variieren stark: Während unsere normalen Akkus von 95 bis 163 Euro zu haben sind, kosten die AGM-Batterien zwischen 160 und 269 Euro.

Für eine objektive Bewertung mussten alle Kandidaten auf einem speziellen Batterie-Prüfstand der FAKT GmbH Kraftfahrzeugtechnisches Prüf- und Ingenieurzentrum Heimertingen beweisen, was sie können. Wir testeten Kapazität und Verhalten bei Tiefentladung. Hier zeigten sich bereits große Unterschiede: Bei den Standard-Akkus erreichte kein einziger nach der vollständigen Erstladung die angegebene Nennkapazität, während die AGM-Batterien brillierten - zwei sogar mit Höchstpunktzahl.

Wenn die Batterie ohnehin schon schwächelt, dann fällt sie meist bei frostigen Temperaturen ganz aus. Um das unter Testbedingungen zu simulieren, nutzten wir eine auf minus 20 Grad Celsius eingestellte Kältekammer.

Autobatterien im Test: Teil 2

Nach zwölf Stunden in sibirischer Kälte traktierten wir unsere Testkandidaten mit Kaltstarts. Wieder überzeugten die AGM-Powerpacks mit kraftvoller Ausdauer (Banner: 33 Starts, Varta: 32, Exide: 31 und Moll: 24 Starts). Die herkömmlichen Akkus stießen dagegen schneller an ihre Grenzen (Varta: 23 Starts, Exide und Sonnenschein: 19, Moll: 15, Banner und Bosch: 14 Starts). Doch auch diese Ergebnisse sind unter den harten Bedingungen akzeptabel.

 

große ausdauer bei agm-batterien

Vor allem die Moll und die Banner AGM-Batterien stellten nach den Kaltstarts noch immer 87 und 79 Prozent der Nennkapazität bereit. Bei den preiswerteren Bleibatterien lagen Sonnenschein mit 61 Prozent und Exide mit 58 Prozent vorn. Schlusslicht in dieser Disziplin: Die Moll-Batterie brachte es nach den Kaltstartversuchen noch Wichtig: die richtige Kennzeichnung der Batterien. Banner gibt deutliche Gefahrenhinweise (links), Moll prägt das Herstellungsdatum in den Pol (oben) auf 48 Prozent der Nennkapazität - aber auch das ist immerhin noch fast die Hälfte.

Ein weiteres wichtiges Testkriterium ist für uns die Lebensdauer. Wir testeten sie anhand der Zyklenfestigkeit. Hier lagen wieder die AGM-Batterien unschlagbar weit vorn. Nach 60 Zyklen stellte Moll AGM noch über 65 Amperestunden bereit - das entspricht einer Nennkapazität von immer noch 93 Prozent -, dicht gefolgt von Banner AGM mit 61 Ah und 87 Prozent der Nennkapazität. Bei den konventionellen Bleibatterien schnitten die Varta Silver mit 49 Ah (64 Prozent Nennkapazität) und Exide Premium mit 47 Ah (63 Prozent Nennkapazität) gut ab. Hier trugen Bosch und Moll mit 35 Ah und 36 Ah die rote Laterne. Allerdings sind auch das durchaus akzeptable Werte.

Bei der Anzahl der möglichen Entladezyklen spielte die AGM-Technik ihre bauartbedingten Vorteile aus. Alle vier Testkandidaten erreichten die volle Punktzahl. Bei der Ausdauerprüfung, also einer Dauerstromentnahme zum Beispiel durch versehentlich angelassenes Licht, punkteten Moll und Banner im AGM-Segment. Bei herkömmlichen Batterien lieferten Exide Premium und Varta Silver sehr gute Werten. Die in diesem Punkt letztplatzierte Batterie Banner Starting Bull gab immerhin 2,3 Stunden früher auf als der Testsieger Exide Premium.

 

Fazit

Alle getesteten AGM-Batterien überzeugen mit großer Ausdauer. Der Testsieger Banner Running Bull AGM bietet zudem ein gutes Kaltstartverhalten, dicht gefolgt von der zweitplatzierten Varta AGM Start Stop. Die Moll AGM brilliert dagegen mit großer Ausdauer nach der Tiefentladung. Bei den herkömmlichen Blei-Säure-Batterien verfügt der Testsieger Exide Premium über die beste Kapazität, dicht gefolgt von der Moll-Batterie. Die Summe der guten Eigenschaften brachten Sonnenschein Startline und Varta Silver auf die Plätze zwei und drei. Wichtig: Nur wenn der Autohersteller AGM-Technik vorsieht, darf sie auch eingesetzt werden.
Holger Ippen

So testen wir
In Zusammenarbeit  mit der Gesellschaft für Technische Überwachung GTÜ und FAKT GmbH Kraftfahrzeugtechnisches Prüf- und Ingenieurzentrum unterzogen wir acht Batterien einem Prüfstands- und Kältetest. Dabei haben wir elektrische Verbraucher simuliert und die Kapazitäten gemessen.

AUTO ZEITUNG

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