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Scheibenwischertest: Acht Scheibenwischer im Test

Acht Scheibenwischer im Test

Bei unserem aktuellen Zubehörtest müssen sich acht Nachrüst-Scheibenwischer einer harten Labor- und Praxisprüfung stellen

Mit Beginn der Sommersaison stehen Scheibenwischer vor besonderen Herausforderungen: Sie sollen bei Nieselregen und Wolkenbrüchen ihr Bestes geben, aber auch angetrocknete Insekten sowie Blütenstaub schlierenfrei und schnell entfernen – bei jedem Tempo. Jetzt sind die durch vereiste Scheiben und den harten Winterfrost stark beanspruchten Gummis meist überfordert. Höchste Zeit also für einen Wischerwechsel. Fachhandel, Teileläden, Tankstellen und Discounter bieten eine große Auswahl an Nachrüstwischern – zu unterschiedlichsten Preisen.

Scheibenwischer-Test: Acht Produkte im Test

Für unseren Test wählen wir acht Produkte, die in Dimension und Bauform für viele Autos à la VW Golf & Co. geeignet sind. Alle getesteten Scheibenwischer sind so genannte Flachbalkenwischer: Sie haben eine aerodynamische Form, bei der ein integrierter Federstahlstreifen statt des einst üblichen Gelenkbügels für den nötigen Anpressdruck auf der Scheibe sorgt. Der Vorteil: Sie sollen vor allem bei hohem Tempo der „alten“ Bauform weit überlegen sein. In unserem Labor und bei Praxisprüfungen müssen die acht Testkandidaten zeigen, wie gut sie ihre Aufgabe meistern.

Dem wichtigsten Kriterium, der rückstandsfreien Reinigung, schenken wir dabei besondere Aufmerksamkeit. Hier können die Probanden 300 der insgesamt 500 möglichen Punkte erreichen. Doch so viele Zähler holt hier keiner der Wischer. Am besten schneidet unser Zweitplatzierter, der VW Original Flachbalkenwischer, mit 275 Punkten ab. Der Testsieger von Hella folgt mit 269 Punkten. Sein Manko ist die deutlich kleinere Wischfeldabdeckung, da die Wischer-Enden nicht so gut aufliegen.

GUTE SICHT BEI 200 km/h
Beide Produkte überzeugen vor allem im Hochgeschwindigkeitsbereich mit makelloser Reinigung – volle Punktzahl. Der drittplatzierte Bosch Aero Twin kann hier nicht ganz mithalten, er bietet eine noch etwas kleinere Wischfeldabdeckung als der Hella-Scheibenwischer. Die schlechteste Reinigung registrieren wir bei den No-Name-Wischern von Motgum und Car Point – beides China-Produkte, die wir in Onlineshops erwarben. Ihre Wischqualität ist bereits im Neuzustand mäßig und sinkt beim Dauerlauftest weiter drastisch ab. Diese beiden Wischer verspielen auch bei der Verarbeitungsqualität und bei der Montage weitere wertvolle Punkte.

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Zudem geben hier die Verpackungsaufdrucke keinerlei nützliche Hinweise für den richtigen Anbau. Bei der Anfrierprobe im Labor – wir testen bei -30 °C – patzen wiederum die Wischer VW Original und Champion Aerovantage. Bei ihnen löst sich die Gummilippe aus der Halterung statt von der Windschutzscheibe. Fingierte Sommerhitze setzt allen Wischern zu. Bei der Wischblattvorspannung und bei der Winkelstellung der Gummilippe kommt es zu bleibenden Verformungen – schlecht für ein sauberes Wischbild. Am besten meistert diese Disziplin das Produkt von Hella, gefolgt von Bosch Aero Twin, Car Point und Champion Aerovantage.

FAZIT
Ein klares Ergebnis: Bei Scheibenwischern sollte man nicht sparen – und um No-Name-Produkte stets einen großen Bogen machen. Diese reinigen schon im Neuzustand schlechter als Markenwischer, verschleißen deutlich schneller, nerven bei Kälte mit rubbelnden Geräuschen und rattern laut beim Trockenwischen. Die beiden Schlechtesten im Test, die Produkte von Motgum und Car Point, versagen bereits jenseits von 100 km/h ihren Dienst. Der Testsieger Hella Aerowischer punktet dagegen mit bester Reinigungsleistung und überzeugt mit guten Ergebnissen bei den Labortests. Beim Dauerlauf machen auch die Wischer VW Original und Bosch Aero Twin eine gute Figur. Beide reinigen besonders lange schlierenfrei.
Holger Ippen