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Mercedes SEL/SEC: Kalle Schwensens Autos

Kalles krasse Kiez-Karren

Tiefschwarz, Leder satt und Armaturen aus Holz, das zeichnet Kalle Schwensens Mercedes-Benz 560 SEL aus. Die Kiez-Größe ließ Anfang der 90er seinen Benz komplett umbauen. Auch Bilder von seinem Mercedes SEC sind aufgetaucht.

In einem Forum sind Bilder vom früheren Zweitwagen von der Hamburger Kiez-Legende Kalle Schwensen aufgetaucht, einem Mercedes-Benz 560 SEL. Der Sohn eines US-Soldaten und einer Deutschen lebt seit mehr als 50 Jahren in Hamburg und hat sich als Klubbetreiber einen Namen gemacht; und als Liebhaber "großer, bequemer Limousinen". Hier handelt es sich allerdings um ein Dublikat seines eigentlichen Mercedes-Benz 560 SEL Anfang der 1990er-Jahre, den Schwensen auch nach wie vor besitzt. Tiefschwarz außen wie innen, komplett mit Leder ausgestattet und Armaturen aus vollem Holz geschnitzt, das zeichnet Kalle Schwensens Mercedes-Benz 560 SEL aus. Könnten Autos reden, hätte Kalles erstes und bislang einziges fabrikneues Auto – alle anderen hat er gebraucht gekauft – wohl einige Geschichten auf Lager, von mysteriösen Treffen und den vielen von Kalle besuchten Boxkämpfen. So aber kann seine Karosse nur vom Autogeschmack seines Besitzers berichten, indirekt natürlich. Außen hat der 560 SEL die Doppelscheinwerfer und größeren Stoßstangen von der US-Version. Und innen ließ die Kiez-Größe seinen Mercedes-Benz 560 SEL, dessen 5,5 Liter großer V8 300 PS und 455 Newtonmeter maximales Drehmoment leistet, komplett umbauen.

Bildergalerie starten: Kalle Schwensens Kiez-Karre 560 SEL

Kalles Benz SEC hat Axteinschläge in der Haube

So hatte der Benz schon damals eine Funkzentralverriegelung. Vorne wie hinten können Kalle und seine (Mit-) Fahrer über nachträglich installierte Telefone mit der Außenwelt kommunizieren. Für den musikalischen Genuss ließ die Kiez-Legende noch einen Kenwood-Verstärker in seinen 560 SEL einbauen. Kein Wunder also, dass er im Spiegel-Interview sagte: "Von diesem Mercedes werde ich mich niemals trennen." Seinen matt-schwarzen Mercedes SEC dagegen scheint er abgegeben zu haben. Wie die Gerüchteküche besagt, war der SEC für "Hausbesuche" und "Verhandlungen" gedacht. Offenbar scheinen sie nicht immer friedlicher Art gewesen zu sein, was die Axteinschläge auf der Motorhaube eindrücklich beweisen. Wie es tatsächlich zu den Einschlägen kam, ist aber nicht überliefert. Doch das gehört ja auch zu einer Kiez-Legende: Die Mythen, die sich um sie ranken – einschließlich tiefschwarzer Edelkarossen.

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Alexander Koch