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Normal oder Super in den Tank?


Beim Tanken können Sie die Kraftsstoffkosten massiv senken. Wie, verrät unser Kraftstoff-Test. Wenn Sie statt Super, Super Plus oder teurer Premium-Sorten wie Shell V-Power, Total Excellium oder Aral Ultimate einfaches Normalbenzin wählen, sparen Sie Geld: Schon bei einer 50-Liter-Tankfüllung lassen sich so vier bis sechs Euro herausholen. Mal hochgerechnet: Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 25000 Kilometern und einem mittleren Verbrauch von zehn Litern pro 100 Kilometer reduzieren sich die Kosten mit dem Tanken von Normalbenzin jährlich um mindestens 200 Euro. Ganz regulär und ohne Risiko. Denn prinzipiell ist bei allen modernen Motoren der Einsatz des preiswerten Benzins problemlos möglich. Erhöhter Verschleiß oder Motorschäden sind nicht zu befürchten, denn das elektronische Motormanagement erkennt den verwendeten Kraftstoff per Klopfsensor sowieso und stellt sich auf veränderte Qualitäten kontinuierlich ein. Die Autohersteller betonen zwar, dass nur mit der empfohlenen Kraftstoffsorte die Werksangaben für Verbrauch und Leistung erreicht werden, beschränken das Tanken aber nicht auf diese Kraftstoffqualität.

Kraftstoff-Forschung: Entwicklung von neuem Sprit

Kraftstoff-Test: Alles zu Leistung und Verbrauch

In den Bedienungsanleitungen und auf Aufklebern in den Tankklappen reicht die empfohlene Qualitätsangabe oft von 91 bis 98 Oktan, also von Normal bis Super Plus. Auch unsere vier Wagen im Kraftsoff-Test sind von den Herstellern laut Bedienungsanleitung für Normal zugelassen. Doch wie wirkt sich das Tanken des günstigen Normalbenzins auf Motorenlauf, Leistung und Kraftstoffverbrauch praktisch aus? Hat Ihr Auto dann noch genügend Power für gute Beschleunigung und sichere Überholmanöver? Um das herauszufinden, nahmen wir Benzin-Autos mit vier unterschiedlichen Motorkonzepten auf den Prüfstand. Als Vertreter direkteinspritzender Turbomotoren wählten wir den Audi A6 2.0 TFSI mit 170 PS. Der BMW 120i mit 170 PS trat als Repräsentant moderner Magermotor-Konzepte an, der Honda Civic Type R sollte in unserem Kraftstoff-Test zeigen, ob auch dem hochdrehenden Sport-Triebwerk (201 PS) Normalbenzin bekommt. Und als typisches Alltagsauto vervollständigte ein Kia cee’d mit 109 PS das Quartett. Dessen Motor stammt aus dem Kia Rio, ist dort sogar auf Normalbenzin eingetragen. Damit ist der cee’d auch gut bedient: Weder Super Plus mit 98 Oktan noch Premiumsprit mit 100 Oktan holten wärhend des Kraftstoff-Tests aus ihm mehr Leistung, auch das Drehmoment konnten die teureren Kraftstoffe nicht aufbessern - siehe » Bildergalerie.

Kraftstoff-Preise: Unterschiedliche Entwicklung

Die kleinen Abweichungen im Verbrauch sind quasi Messtoleranzen - das Geld fürs teuere Superbenzin können Sie sich sparen. Sparen geht auch beim Sportler Honda Civic Type R - der kam im Test mit allen drei Kraftstoffqualitäten fast gleich gut klar. Leistungsverlust war durch den Einsatz von Normalbenzin statt des empfohlenen Superkraftstoffs nicht zu registrieren. Nur im unteren Drehzahlbereich zwischen 2000 und 3500 Touren führten die hochoktanigen Kraftstoffe kurzzeitig zu mehr Drehmoment. Allerdings ist das ein Drehzahlbereich, den Honda-Fahrer bei diesem drehfreudigen Motor, der bis zu 8200 Touren dreht, ohnehin weit überspringen müssen, um zu sportlicher Leistung zu gelangen (max. Drehmoment: 193 Nm erst bei 5600/min). Beim Verbrauch war der Honda mit dem Premiumsprit Ultimate am sparsamsten. Jedoch wiegen die Mehrkosten von zwölf Cent pro Liter nicht die Einsparung von 0,4 Liter pro 100 Kilometer auf - siehe » Bildergalerie. Der Magermotor des BMW 120i lief mit Normalbenzin mindestens genauso gut wie mit Super. Auch hier sorgte der Premiumkraftstoff von Aral für etwas mehr Durchzugskraft im Kraftstoff-Test.

Beim Kraftsoff-Test kaum Verbrauchs-Differenzen messbar

Anders beim Audi: Dessen Leistung fiel beim Einsatz von Normalbenzin statt Super um rund acht PS. In der Praxis machte sich das aber nur unter Volllast bemerkbar. Deutlicher spürbar war in unserem Vergleich der Verlust an Drehmomentfülle. Im Bereich von 2000 bis 4000 Touren holte der Motor aus Superkraftstoff fünf bis 20 Nm mehr Antrittsstärke - mit Super Plus oder Aral Ultimate im Tank ist mit dem Audi also schaltfauleres Fahren als mit Normalbenzin möglich. Im Kraftstoffverbrauch waren dagegen fast keine Differenzen messbar.

Holger Ippen

» Das können Sie sparen - hier klicken für mehr Infos zum Kraftstoff-Test
» Leistungsdiagramme: Wie groß sind die Unterschiede zwischen Normal- und Superbenzin?

Kraftstoff-Test mit kompetenten Partnern:

Für unseren großen Kraftstoff-Test hatten wir mit der GTÜ und dem Fakt Prüf- und Ingenieurzentrum Heimertingen zwei kompetente Partner.

  • Die Kraftstoffe: Für unseren Kraftstoff-Test wurden Normalbenzin, Super und Aral Ultimate unter Prüfstandsbedingungen in vier Autos mit vier unterschiedlichen Motorkonzepten getestet.
  • Die Motoren: Neben einem herkömmlichen Normalbenzin-Motor führten wir den aufwändigen Kraftstoff-Test mit einem modernen Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung, einem aktuellen Magermotor und einem hochdrehenden Sportmotor durch.

So lief unser Kraftstoff-Test:

  • Testzyklus: Für unseren Kraftstoff-Test entwickelten wir einen speziellen praxisnahen Testzyklus, der unter anderem ein frühzeitiges Hochschalten im simulierten Stadtverkehr und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h berücksichtigte.
  • Der Kraftstoffverbrauch: Er wurde messtechnisch über die Auswertung der emittierten Abgase ermittelt. Dazu wurden diese aufgefangen, analysiert und dann rechentechnisch ausgewertet.
  • Leistungs- und Drehmomentmessung: Auf einem geeichten Rollenprüfstand wurden die Messwerte über die gesamte Drehzahlspanne des Motors aufgenommen und elektronisch ausgewertet. Die Messungen wurden am eingefahrenen, betriebswarmen Motor jeweils dreifach durchgeführt.
  • Laufkultur: Während der Messungen unseres Kraftstoff-Test auf den Fakt-Rollenprüfständen wurden auch die Geräusche und Schallemissionen mit einem Phonmessgerät und subjektiv bewertet. Hör- und messbare Unterschiede zwischen Normal und Super konnten nicht festgestellt werden.