Hyundai Genesis 3.8 V6 GDI im Test Das volle Programm

11.03.2015

Das neue Hyundai-Topmodell macht mit Größe, Vollausstattung und Luxus-Accessoires mächtig Eindruck. Ist der Genesis damit eine echte Alternative in der Oberklasse? Genesis 3.8 V6 GDI im Test

Sie haben exakt 65.000 Euro für ein neues Fahrzeug zur Verfügung, aber mit Image und Standesdünkel nichts am Hut? Dann gehören Sie zwar zweifelsohne zur kleinen Schar der privaten Oberklasse-Klientel, passen aber nicht ins Beuteschema der in diesem Segment übermächtigen deutschen Premium-Anbieter. Statt Audi A6, BMW 5er oder Mercedes E-Klasse könnte da neuerdings ein Hyundai in Frage kommen. Allein von seiner Papierform her sollte die recht stattliche, 4,99 Meter lange Genesis Sportlimousine eine gute Wahl sein.

Der Preis von genau 65.000 Euro mutet zunächst nicht gerade günstig an, dafür gibt es aber keine Extras – weil selbst die sonst hochpreisigen Dinge zum Serienumfang gehören. Das reicht vom Allradantrieb über die eigens von Hyundai entwickelte Achtstufen-Automatik, Lederbezüge, Panoramaglasdach, Drei-Zonen-Klimaautomatik, 19-Zoll-Mischbereifung, Metalliclack, Dämmglas, Servoschließung für die Türen, elektrische Koferraumklappe bis hin zu aktuellen Sicherheits- und Infotainmentsystemen wie Fernlichtautomatik (Bixenon), radargestützter Abstandstempomat, Auffahrwarnung mit Notbremsfunktion, Totwinkel-/ Spurhalte- und Einparkassistenten inklusive Rückfahrkamera, Head-up-Display sowie DVD-Navigation mit Touchscreen und komplettem Telefon-/Entertainmentsystem.

Wer nun den Bleistift spitzt und zum Beispiel einen vergleichbar motorisierten Audi A6 3.0 TFSI quattro S tronic auf ein ähnliches Ausstattungsniveau hievt, landet bei deutlich über 80.000 Euro. Sieh an, so wird der Hyundai Genesis 2015 für über 60.000 Euro doch ein preiswertes Auto.

 

Hyundai Genesis: Gute Sitzposition und makelloses Interieur

Aber nicht nur auf dem Papier setzt der Koreaner den Oberklasse-Anspruch um. Nähert man sich mit dem Schlüssel in der Tasche dem Fahrzeug, klappen siich die Außenspiegel aus, und das geflügelte Genesis-Logo wird unterhalb der Außenspiegel auf den Asphalt projiziert – das hat keinen weiteren Nutzen, beeindruckt aber kolossal. Trotz des Kingsize-Formats sind die vorderen Türausschnitte recht klein geraten. Auch das Raumgefühl leidet subjektiv etwas unter dem weit heruntergezogenen vorderen Dachhimmel. Mangel an Bewegungsfreiheit herrscht aber keinesfalls, und weil sich sowohl die beheiz-/belüftbaren Ledersitze als auch die Lenksäule mehrfach elektrisch justieren lassen,  findet jeder eine optimale Sitzposition. Das ist gut für das Wohlgefühl an Bord, wozu auch das sehr sachliche, aber durchaus fein und makellos verarbeitete Interieur mit Applikationen aus Alu, Leder und Holz beiträgt – im coolen Asia-Look.

Das hilft zudem dabei, sich im Genesis zurechtzufinden, was nach ein wenig Eingewöhnung gut gelingt. Zum Teil redundante Bedienelemente rund um den Multifunktions-Touchscreen und auf der Mittelkonsole verwirren im ersten Moment, dafür ist die Klimabedienung übersichtlich und separat ausgegliedert. Hinten dürfen die bequem untergebrachten Passagiere über ein Multifunktionspanel für diverse Multimedia und Komfortfunktionen ihrem Spieltrieb nachgehen.

Zurück auf den Fahrersitz: Per Knopfdruck und mit seidigem Leerlauf nimmt der 3,8-Liter-V6-Benzin-Direkteinspritzer seine Arbeit auf, stürmt aus dem Stand mit seinen 315 PS wacker los und erreicht nach beachtlichen 6,9 Sekunden Tempo 100. Beachtlich deshalb, weil hier über 2,1 Tonnen bewegt werden müssen – Leichtbau stand wohl eher nicht im Lastenheft. Im weiteren Verlauf der Volllastbeschleunigung wird der V6 mit zunehmender Drehzahl recht knurrig, bringt den Genesis aber mit ein wenig Geduld auf 240 km/h. Dabei bleibt die Achtstufen-Automatik die Ruhe selbst und wechselt die Gänge nicht besonders flink und spontan, aber nahezu ruckfrei. Erstaunlich: Mit einem Testverbrauch von 11,8 l/100 km liegt der Hyundai dicht am angegebenen Normwert (11,6 Liter).

Den Komfort einer schweren Limousine bringt der Genesis trotz adaptiver Dämpfer nur bedingt mit. Im Normalmodus federt er zwar durchaus passabel, nimmt aber Querfugen vor allem bei langsamer Fahrt recht poltrig – ein Umstand, der sich im Sportmodus verstärkt, ohne dass sich die Sportlimousine wirklich sportlich anfühlt. Daran hat auch die gefühllose elektrische Servolenkung ihren Anteil, die ziemlich viel Kurbelei erfordert – eine etwas direktere Übersetzung würde eher dem europäischen als dem US-asiatischen Geschmack entsprechen.

Tadellos hingegen sind die leistungsstarken Bremsen und der traktionsstarke Allradantrieb, der mit der Fahrdynamikregelung vernetzt ist, die kritische Fahrzustände bereits im Keim erstickt. Trotz heckbetonter Auslegung des Antriebs fühlt sich der Genesis zwar nicht besonders agil an, bleibt aber stets extrem fahrsicher – so wie man das von einem formatfüllenden Oberklasse-Langstreckengleiter erwartet.

Unser Fazit

Aufgrund der Ausstattung bietet der Genesis innerhalb seiner Klasse ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer den Begriff Sportlimousine weniger europäisch auslegt, wird mit dem etwas träge wirkenden Hyundai glücklich, denn er erfüllt ansonsten die Ansprüche an eine Oberklasselimousine.

Jürgen Voigt

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