Neuer Hyundai Kona (2017): Erste Testfahrt Der Kona ist Hyundais coolste Socke

von Thomas Geiger 16.10.2017

Der neue Hyundai Kona (2017) macht nicht nur auf SUV, er ist tatsächlich auch mit Allrad zu haben. Auch sonst schlägt er sich in unserer ersten Testfahrt gut!

Der neue Hyundai Kona (2017) ist der koreanische King of Cool. War der inoffizielle Titel bislang eher der Schwestermarke Kia und dem Seoul vergönnt, gibt sich Hyundai jetzt ungewöhnlich leidenschaftlich und lebenslustig. "Wir sind spät dran, deshalb mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen", sagt Vice Chairman Chung Eui-sun mit Blick auf die SUV-Schwemme im B-Segment. Der 4,17 Meter kurze Kraxler taugt tatsächlich zum Blickfang: Die Farben sind fröhlicher als alles andere, was Hyundai bislang so angerührt hat. Schließlich gibt es den neuen Kona (2017) in Lacken wie Acid Yellow, Tangerine Comet oder Ceramic Blue und gerne auch mit Kontrastfarben auf dem Dach. Auch bei den Formen beweisen die Designer frischen Mut. So wird der zum neuen Familiengesicht erkorene Kaskaden-Grill von LED-Tagfahrleuchten flankiert, die weit nach oben in die Motorhaube gerückt sind. Und zu den rustikalen Kunststoffplanken auf den mit bis zu 18 Zoll großen Räder gefüllten Kotflügeln gibt es muskulöse Flanken, scharfe Sicken und ein knackiges Heck mit einer ungewöhnlich schnellen D-Säule.

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Hyundai Kona mit vorbildlichem Crashtest

Neuer Hyundai Kona (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Hyundai Kona (2017)

Auch innen lüftet der neue Hyundai Kona (2017) gründlich durch und bläst den Staub von den Konsolen. Wo es früher vornehme, aber langweilige Kunststofflandschaften gab, bringen grellbunte Plastikrahmen, Ziernähte und Gurte Farbe ins Spiel. Ganz so aufgeweckt wie die Designer waren die Ingenieure allerdings nicht: Zwar macht der neue Hyundai Kona (2017) mit dem 177 PS starken Turbo mit maximalen 265 Newtonmeter Drehmoment einen ziemlich munteren Eindruck, doch ist er kein Kurvenräuber wie der Mini oder ein Audi Q2 – obwohl er leichter ist als ein Tucson, der Fahrer näher am Boden sitzt und der Wagen insgesamt handlicher wirkt. Dafür ist die Lenkung nicht direkt genug und das Fahrwerk mit Rücksicht auf die Langstreckentauglichkeit zu kompromissbereit. Man muss schon in den Sportmodus wechseln und dem neuen Hyundai Kona (2017) ordentlich die Sporen geben, wenn man den Puls auf Touren bringen will. Immerhin beschleunigt das SUV in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und knackt sogar die 200er-Marke. Munterer als i30 & Co. ist der neue Kona (2017) also allemal. Und was ihm zu den noblen Konkurrenten an Fahrdynamik fehlt, das macht er gegenüber den bürgerlichen Mitbewerbern mit seiner Glaubwürdigkeit wieder wett. Sehen Autos wie der Renault Captur oder der Honda HR-V nur nach Geländewagen aus, können Abenteurer den Hyundai tatsächlich auch mit Allradantrieb bestellen. Bei den beiden Benzinern wird es natürlich nicht bleiben. So plant Hyundai für das nächste Jahr erstens einen neuen Diesel, der mit 1,6 Litern Hubraum und 115 oder 136 PS angeboten wird, und zweitens eine rein elektrische Variante mit etwa 400 Kilometern Reichweite. Mit der werden die Koreaner der Konkurrenz eine lange Nase drehen. Schließlich gibt es ein SUV mit Batterieantrieb bislang nur bei Tesla. Zumal es nur wenig Phantasie für die Vermutung braucht, dass der neue Hyundai Kona (2017) in der E-Variante nicht einmal die Hälfte des Modell X kosten wird.

 

Neuer Kona (2017) bald auch als E-Auto

Obwohl der Koreaner ein vergnügliches Auto sein möchte, kommt die Vernunft nicht zu kurz: Dafür stehen solide Platzverhältnisse bei 2,6 Metern Radstand und ein Kofferraum von 361 Litern genauso wie die üppige Optionsausstattung. Die kommt mit dem ersten Head-Up-Display diesseits des Genesis, mit Sicherheitssystemen wie einer automatischen Notbremse mit Fußgängererkennung, einer aktiven Spurhilfe, einem Querverkehrswarner sowie einem umfangreichen Infotainment-Paket samt großem Touchscreen. Doch ganz offensichtlich haben die Koreaner den neuen Kona (2017) mit heißer Nadel gestrickt und sich deshalb einen Patzer erlaubt: Obwohl die dafür nötige Technik an Bord ist, bietet das Auto keine automatische Abstandsregelung. Trotzdem ist der Auftritt des neuen Hyundai Kona, der im November zu Preisen von 17.500 Euro in den Markt startet, gelungen, das Ambiente farbenfroher denn je, die Ausstattung zumindest in Teilen vorbildlich und der Antrieb heute solide und morgen konkurrenzlos. So holt sich das City-SUV die Coolness-Krone im Familienranking. Die allerdings könnte schon bald wieder wackeln: Kurz nach dem Kona bringt Kia den neuen Stonic und wird sich die Show von der großen Schwester nicht lange stehlen lassen.

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