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Neue Ausgabe

AUTO ZEITUNG 19/2026: Das sind die Themen!

Drei Diesel-Oberklasse-Kombis im großen Vergleichstest und der VW ID. Polo im Test. Zudem der Hyundai Ioniq 6 N im Tracktest am Nürburgring. Das und vieles mehr in der neuen AUTO ZEITUNG 19/2026!​

Liebe Leserinnen und Leser,

bei Volkswagen ist Feuer unterm Dach. Der Vorstand hat sich einstimmig auf die Schließung mehrerer deutscher Werke verständigt. Demzufolge steht hinter den Fabriken in Hannover, Emden und Zwickau ebenso ein Fragezeichen wie hinter dem Audi-Werk in Neckarsulm, wo die Modelle A5, A6 und das Elektro-Flaggschiff e-tron GT vom Band rollen. Aktuell sind die Standorte in Emden und Zwickau bis 2030, das Transportwerk in Hannover bis 2031 und das Audi-Werk bis 2033 durch Vereinbarungen gesichert. Für die Zeit danach aber fehlt eine Produktionszusage durch den Vorstand.

Der VW-Konzern muss sparen, weil nicht nur die Zahl der abgesetzten Autos rückläufig ist, sondern auch das Ergebnis pro verkauftem Modell. Der Konzernvorstand unter Oliver Blume schlägt deshalb Alarm. „Die Lage ist mehr als kritisch“, warnte Blume in einer Betriebsversammlung. Übersetzt man die im „Zielbild 2030“ formulierten Sparvorschläge der VW-Spitze in Beschäftigungsverhältnisse, könnten bis zu 100.000 Stellen wegfallen.

Laut Geschäftsbericht des vergangenen Jahres stehen im Konzern 284.000 Mitarbeiter in Deutschland und knapp 379.000 an seinen internationalen Standorten auf der Gehaltsliste. US-Zölle, zunehmende Konkurrenz in und aus China, teure Rohstoffe und der immense Personalstock haben den Konzern in Schwierigkeiten gebracht. „Wir haben gezahlt, damit der Betriebsrat Ruhe gab“, sagt ein Manager, der betont, dass „die Schecks aus China“ die Kassen füllten und man sich das Wohlverhalten der Belegschaft erkaufen konnte. Doch die Schecks kommen nicht mehr.

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Jahrzehntelang galt: Wer bei VW war, dem ging es gut. Ein Vergleich mit einem der wichtigsten globalen Konkurrenten macht deutlich, wie groß die Schieflage der Wolfsburger inzwischen tatsächlich ist. Den rund 663.000 Konzernbeschäftigten standen im vergangenen Jahr rund neun Millionen verkaufte Autos gegenüber. Erzkonkurrent Toyota verkaufte im selben Zeitraum mehr als 11,3 Millionen Fahrzeuge, brauchte dafür aber nur 383.000 Mitarbeiter, also 280.000 weniger als der deutsche Koloss. VW setzte 322 Milliarden Euro um, von denen immerhin 9,3 Milliarden hängen blieben. Toyotas Umsatz lag bei 291 Milliarden. Der Vorsteuergewinn belief sich auf 29,5 Milliarden.

Derzeit bringen sich die Beteiligten in Stellung. Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo hat bereits erbitterten Widerstand angekündigt. Die in der Porsche Holding SE gebündelten Stimmrechte der Großaktionäre Piëch und Porsche (53,3 Prozent) sowie des Emirats Katar (17 Prozent) sollen für harte Einschnitte eingesetzt werden, während das Land Niedersachsen (20 Prozent) Werksschließungen ablehnt.

Da Niedersachsen eine Sperrminorität besitzt (VW-Gesetz) und auf der Seite der Arbeitnehmer steht, wird der Vorstand im Aufsichtsrat keine Werksschließungen durchsetzen können. Damit ist er aber keineswegs machtlos. Die VW-Führung könnte die genannten Werke schlicht leerlaufen lassen, worauf die fehlenden Nachfolgeaufträge bereits hindeuten. Vieles ist möglich. Sogar die Herauslösung der Marke VW aus dem Konzern. Es zeichnet sich ein langer und harter Machtkampf ab, an dessen Ende VW nicht mehr dasselbe sein wird.      

Ihr Stefan Miete