Neuer Opel Crossland X (2017): Erste Testfahrt Der Crossland X ist ein Erfolgskandidat

von Thomas Geiger 28.06.2017

Mit Hilfe aus Frankreich löst der neue Opel Crossland X (2017) den Meriva ab. In dem coolen Klein-SUV geht es auf unserer ersten Testfahrt durch die Weinberge Venetiens. Dabei zeigt sich der trendige Hochsitz erfreulich wendig und dynamisch.

Für Opel ist der neue Crossland X (2017) ein echter Gewinn und das erste Modell, das gemeinsam mit den im PSA-Konzern vereinten Marken Peugeot und Citroen entwickelt wurde. Denn selbst wenn er nicht so pfiffig ist wie der Meriva mit seinen gegenläufig angeschlagenen Fondtüren, hat er beste Aussichten auf einen großen Erfolg. Während die Zulassungen für Vans ins Bodenlose fallen und der altbackene Meriva zuletzt als verstaubter Oma-Opel galt, gehen die Prognosen für handliche Geländewagen durch die Decke. Kein anderes Segment wird in den nächsten Jahren so stark zulegen wie dieses. Und die Freude darüber ist umso größer, da es weder bei Ford noch bei VW ein bislang vergleichbares Auto gibt. Auch wenn der neue Opel Crossland X (2017) aus seiner Abenteuerlust keinen Hehl macht, deutlich bulliger aussieht als der Meriva, sich stilistisch an den erfolgreichen Mokka X heranmacht und am Steuer wie bei allen Crossovern deutlich über den Dingen steht, ist er deshalb aber nicht weniger praktisch. Mit 4,21 Metern etwa 10 Zentimeter kürzer als der letzte Meriva, dafür aber zehn Zentimeter höher, bietet er innen nicht nur viel Platz, sondern auch die Variabilität eines Vans. Nicht umsonst kann man die beiden asymmetrischen Elemente der Rückbank um 15 Zentimeter verschieben. Das gibt den Insassen nicht nur mehr Flexibilität als bei den meisten Konkurrenten, sondern auch mehr Freiheiten: Mit der Rückbank auf der letzten Rille können im Fond selbst Sitzriesen halbwegs entspannt fahren. Und wenn man die Knie an die Ohren legt, wächst der Kofferraum schrittweise von 410 auf 520 oder 1255 Liter. Das ist konkurrenzlos in diesem Segment.

Neuheiten Opel Crossland X (2017)
Opel Crossland X (2017): Preis (Update!)  

Meriva-Nachfolger Crossland X ab 16.850 Euro

Neuer Opel Crossland X (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Opel Crossland X (2017)

Zwar muss man auf die eigenwilligen Türen verzichten, doch alles, was man sonst von Opel kennt, ist auch beim neuen Crossland X (2017) an Bord. Das gilt insbesondere fürs Infotainment: Auch das französisches Kuckuckskind bekommt deshalb das vertraute und bisweilen ein bisschen verstaubte Opel-Cockpit sowie den umso moderneren Touchscreen in der Mittelkonsole. Der ist nämlich nicht nur stolze 8 Inch groß und hübsch anzusehen, sondern kommt auch mit integriertem OnStar-Modul, das eine Standleitung zur Cyber-Nanny hält, bei der Routenführung hilft und den Crossland X zum mobilen WLAN-Hotspot macht. Damit will Opel nicht nur auf der Straße auf die Überholspur wechseln, sondern auch auf der Datenautobahn in Führung bleiben. Dazu gibt es ein paar weitere Extras, mit denen die Hessen technische Führungsstärke beweisen wollen: Außen sind das die LED-Scheinwerfer mit Matrixlicht und innen zum Beispiel das Head-Up-Display sowie die kabellose Ladeschale fürs Handy. Niemand bei Opel macht einen Hehl daraus, dass der neue Crossland X (2017) ein Gemeinschaftsprojekt ist, das uns bei Citroen zum Beispiel demnächst als C3 Aircross begegnen wird. Doch umso stärker merkt man dem Auto sein Bemühen um Eigenständigkeit an – selbst wenn einem beim zweiten oder dritten Blick überall die Logos der unterschiedlichen beteiligten Marken und Konzerne begegnen. Das gilt nicht nur für das Design, das sich nahtlos in die aktuelle Opel-Sprache schmiegt, sondern mehr noch für das Fahrverhalten. Man spürt schon auf den ersten Metern, dass man in einem Opel sitzt. Wo es die Franzosen gerne etwas behäbig, ja fast beliebig mögen, gibt sich der Opel umso bestimmter: Das Fahrwerk ist bei allem Komfort vergleichsweise stramm und die Lenkung ist direkter als man es bei einem etwas hochbeinigen Kraxler für Kind und Kegel erwarten würde.

 

Crossland X mit stärkeren Motoren

Das ist umso erstaunlicher, als dass dieses vergnügliche Fahrverhalten mit einer zunächst ziemlich vernünftigen Motorpalette einhergeht. Denn zum Start gibt es den neuen Opel Crossland X (2017) mit vornehmlich französischen Triebwerken von 81 bis 130 PS. Zur Wahl stehen dabei ein Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum und dem üblichen Pötter dieser Bauart, den es mit 81, 110 oder 130 PS gibt, sowie ein 1,6 Liter großer Diesel mit 99 oder 120 PS. Der sparsamste Crossland X kommt so auf einen Normverbrauch von 3,6 Litern und der schnellste schafft 206 km/h. Dabei soll es aber nicht bleiben, verspricht Opel. Eine LPG-Umrüstung für den Benziner haben sie schon fest versprochen und ein paar stärkere Motoren werden zumindest nicht mehr lautstark dementiert. Der Anfang vom Ende oder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Die Antwort auf diese Frage wird nicht lange auf sich warten lassen. Zwar dauert die Entwicklung eines Autos drei, vier Jahre und bis das erste Modell nach der Übernahme kommt, wird es nicht vor 2020. Doch weil vor dem Kauf die Kooperation anberaumt wurde, ist der nächste Prüfstein für die nicht für beide Seiten ganz so freiwillige Partnerschaft bereits in der Pipeline: Im Herbst bekommt der neue Opel Crossland X (2017) einen großen Bruder, der als Grandland X auf dem Peugeot 3008 basiert. 

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