Neue Ausgabe

AUTO ZEITUNG 14/2026: Das sind die Themen!

Klein oder Groß? Sechs spannende Duelle in verschiedenen Klassen. Der neue Mercedes CLA fordert den Skoda Octavia heraus. Und ins Gelände mit dem Ineos Grenadier Trailmaster. Das und vieles mehr in der neuen AUTO ZEITUNG 14/2026!​

Das Symbolbild zeigt das Cover der AUTO ZEITUNG 14/2026 und dessen Preis.
Die neue Ausgabe der AUTO ZEITUNG ist seit dem 1. Juli 2026 im Handel. Foto: AUTO ZEITUNG
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Liebe Leserinnen und Leser,

wenn maue Bilanzzahlen und eine stramme Hitzewelle zusammentreffen, dann zeitigt das mitunter seltsame Folgen. Das „Ende von Porsche“ sei nah, tönt es dieser Tage im Internet. „Porsche verliert alles“ schlussfolgert jemand, der im Netz gern wahrgenommen werden möchte. Ein anderer wähnt eine alsbaldige „Kapitulation“ der Schwaben. Dazu ein paar wohl von künstlicher Intelligenz zusammenphantasierte Bilder aus Flammenwänden, abstürzenden Fieberkurven und dem Porsche-Logo. Allerdings machen es die Zuffenhausener den Lautsprechern und Voll-Durchblickern gerade auch ziemlich leicht, denn die Geschäfte der erfolgsverwöhnten Sportwagenmarke laufen schlecht. Zugleich steckt Porsche so voller Emotionen, dass sich mit Geschichten über eine automobile Götterdämmerung ohne großen Aufwand passable Klickzahlen erzielen lassen.

Apropos Zahlen: Im Vorjahresvergleich sank der weltweite Absatz an Neufahrzeugen 2025 um zehn Prozent auf 279.449 Einheiten. In Europa (ohne Deutschland) konnten die Zuffenhausener 66.340 Autos absetzen (minus 13 %) und in Deutschland 29.968 (minus 16 %). Besonders schlecht lief es in China. Exakt 41.938 Zulassungen bedeuten einen Rückgang von 26 Prozent. Ertragsmindernd kommt hinzu, dass bei Porsche durch die von US-Präsident Donald Trump aufgebrummten Zölle weniger in die Kasse strömt und der Hochlauf der Elektromobilität zäher ist als erhofft.

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Porsche steht unter Druck: Erstmals seit langer Zeit muss die Marke kämpfen

Mit verhaltenem Interesse an reinen E-Modellen haben auch andere Nobelmarken ihre Erfahrungen gemacht. Ein Händler: „Es geht überhaupt nicht darum, dass unsere Kunden keine Elektrofahrzeuge mögen. Es geht darum, dass sie selbst entscheiden wollen, welchen Antrieb ihr neues Auto haben soll. Unsere Klientel besteht aus Gutverdienern und Entscheidern, die meistens mehrere Autos besitzen – darunter auch elektrische. Die sind es gewohnt, jeden Tag klare Ansagen zu machen und zu bekommen, was sie wollen. Dafür zahlen sie auch.“

Soll heißen: Wer zum Porsche-Stützpunkt fährt und einen Macan mit klassischem Verbrenner sucht, den es aber nicht mehr gibt, empfindet das wie eine Absage des Händlers. „Der Interessent ist weg“, sagt der Mann von der Verkaufsfront. Die Marke Porsche ist fraglos stark – aber nicht so stark, dass ihre Kunden bedingungslos folgen. Immerhin: Die Ikone 911 wird nicht zum E-Auto. Porsche plant ihn als Performance-Hybrid. 

Vom Konzernumsatz von 36,2 Milliarden Euro blieben 2025 rund 413 Millionen hängen. Damit liegt die Umsatzrendite nur noch bei 1,1 Prozent. Zum Vergleich: 2023 betrug sie 18 Prozent und im Jahr darauf immer noch beachtliche 14 Prozent. Für das laufende Jahr peilt Porsche eine operative Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent an. Der neue Porsche-Chef Michael Leiters will die Traditionsmarke umbauen, weil das Portfolio zu komplex ist. Neue Modelle sollen möglichst auf gemeinsamen Plattformen aufbauen,wobei auch mehr VW-Konzerntechnik zu erwarten ist. Die Zahl der Varianten soll schrumpfen. Porsche hat in seiner Geschichte immer wieder Höhe und Tiefen erlebt und wird auch diese Krise abwettern. Doch die Zeiten, in denen die Marke beliebig an der Preisschraube drehen konnte, dürften vorerst vorbei sein. 

Ihr Stefan Miete