VW-Ford-Allianz: E-Mobilität & Leichte Nutzfahrzeuge VW und Ford arbeiten zukünftig noch enger zusammen

von Christina Finke 12.07.2019

VW und Ford kooperieren künftig nicht nur beim Bau leichter Nutzfahrzeuge, sondern auch in den Bereichen Elektromobilität und autonomes Fahren. Das haben die Konzernchefs der beiden Autobauer Mitte Juli 2019 bestätigt. Die Hintergründe!

Nachdem VW und US-Rivale Ford bei der Detroit Automesse im Januar 2019 die globale Allianz beider Autokonzerne bei der Sparte der leichten Nutzfahrzeuge verkündet haben, haben die beiden Autobauer Mitte Juli 2019 beschlossen, ihre Kräfte künftig auch bei der Elektromobilität und – in Verbindung mit Argo AI – dem autonomen Fahren bündeln. Alle Felder sind mit hohen Entwicklungsausgaben verbunden, so dass die Autoriesen im Zuge der Kooperation Hunderte Millionen Euro an Kosten sparen können. Für Ford ist dabei vor allem der von VW entwickelte Modulare Elektrifizierungsbaukasten, kurz MEB, von Interesse. Die Wolfsburger haben seit 2016 umgerechnet rund sieben Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von dessen Architektur investiert. Allein im kommenden Jahrzehnt sollen mehr als 15 Millionen Neufahrzeuge aus dem Konzern auf dem MEB basieren. Der kriselnden Europatochter von Ford fehlte jedoch bisher eine solche technische Grundlage für den Bau von Elektroautos. Nun wird Ford den E-Antriebsbaukausten der Wolfsburger für mindestens ein elektrisch angetriebenes Volumen-Modell nutzen, das ab 2023 im deutschen Ford-Werk Köln-Merkenich gebaut und in Europa angeboten werden soll. Ein zweites Modell auf MEB-Basis für den europäischen Markt könnte folgen. Insgesamt 11,5 Milliarden US-Dollar investiert der US-Autobauer in die Elektrifizierung seiner weltweiten Fahrzeugpalette – was auch die Nutzung der MEB-Architektur von Volkswagen umfasst. Auch darüber hinaus wollen VW und Ford die Zusammenarbeit bei E-Autos ausweiten. Mehr zum Thema: Ford USA drängt auf Sparkurs

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VW-Ford-Allianz bei leichten Nutzfahrzeugen, E-Mobilität & autonomen Fahren

Die Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess (VW) und Jim Hackett (Ford) bestätigten Mitte Juli 2019 außerdem, dass die Autokonzerne gemeinsam in Argo AI investieren werden. Dessen Self-Driving System (SDS) ist das erste System für autonomes Fahren, das in Europa und in den USA gleichermaßen kommerziell eingesetzt werden soll. Beide Autobauer wollen das SDS in eigenen Fahrzeugen unabhängig voneinander nutzen und werden gleiche Anteile an dem auf autonomes Fahren spezialisierten Unternehmen erhalten. Der geschätzte Unternehmenswert von Argo AI steigt damit auf rund 7,25 Milliarden Dollar. Nicht vorgesehen bei der VW-Ford-Allianz ist die Kapitalverflechtung der beiden Unternehmen. Gesteuert wird die Kooperation über ein gemeinsames Leitungsgremium, das aus Führungskräften beider Unternehmen besteht und von den Vorstandsvorsitzenden Diess und Hackett geleitet wird. Mehr zum Thema: Volkwagens Powerbank fürs E-Auto

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VW und Ford investieren gemeinsam in Argo AI

Bei der im Januar 2019 verkündeten Zusammenarbeit von VW und Ford hinsichtlich der Entwicklung von Transportern und mittelgroßen Pickups liegen die Autobauer derweil im Plan, wie Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett im Juli 2019 bestätigten. Die ersten Modelle sollen voraussichtlich 2022 auf den Schlüsselmärkten eingeführt werden. Ziel der Kooperation ist es, beim Bau leichter Nutzfahrzeuge Kosten zu sparen. Außerdem könnten sich die Autokonzerne die Ausgaben für Forschung und Entwicklung teilen. Auch Werke könnten zukünftig besser ausgelastet werden. Insgesamt haben beide Unternehmen 2018 zusammen rund 1,2 Millionen leichte Nutzfahrzeuge abgesetzt. Damit wäre die Allianz von VW und Ford die branchenweit volumenstärkste Zusammenarbeit in diesem Segment, wie der Wolfsburger Konzern angibt. Beide Konzerne gehen davon aus, dass die Nachfrage nach mittelgroßen Pickups und Transportern weltweit in den kommenden fünf Jahren weiter steigen wird. Operative Ergebnisverbesserungen erwarten die Vorstandsvorsitzenden der beiden Autokonzerne ab 2023.

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