VW-Ford-Allianz: E-Auto/Leichte Nutzfahrzeuge Fords MEB-Auto kommt aus Köln

von Christina Finke 02.12.2020
Inhalt
  1. VW-Ford-Allianz: Produktion des MEB-Ford in Köln?
  2. Verträge zwischen VW und Ford unterzeichnet
  3. VW-Ford-Allianz bei leichten Nutzfahrzeugen, E-Mobilität & autonomen Fahren
  4. VW und Ford investieren gemeinsam in Argo AI

Die VW-Ford-Allianz kooperiert künftig nicht nur beim Bau leichter Nutzfahrzeuge, sondern auch in den Bereichen Elektromobilität und autonomes Fahren. Fords E-Auto auf Volkswagens Modularen Elektrifizierungs-Baukastens (MEB) könnte in Köln produziert werden. Dieser Artikel wurde am 01.12.2020 aktualisiert.

Nachdem die VW-Ford-Allianz Juni 2020 ihre Allianz unterzeichnet wurde, sollen die ersten Ford-Modelle auf Basis des Modularen Elektrifizierungs-Baukastens (MEB) wohl in Köln vom Band laufen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat das Werk in Köln-Merkenich den Zuschlag für das E-Auto bekommen und sich damit gegen die Produktionsstätten in Saarlouis und Craiowa (Rumänien) durchgesetzt. Die Elektro-Plattform von VW ist Teil der Kooperation und bildet die Basis für die ersten in Europa produzierten BEV-Ford. Die Montagelinien dafür sollen bis 2021 aufgestellt werden, die Produktion des Modells folgt 2023. Etwa 160 Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden, später sogar 220. Die werden auch nötig sein, um die ambitionierten Pläne der US-Amerikaner stemmen zu können: Der Ford auf MEB-Basis soll bereits im ersten Jahr in 600.000 Exemplaren abgesetzt werden. Derweil kursieren sogar schon Gerüchte, dass Ford auch noch ein zweites Modell auf der VW-Plattform konzipieren möchte. Ob auch MEB-Ford Nummer zwei ein Fall für das Werk in Köln wäre, ist noch nicht bekannt.

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VW-Ford-Allianz: Produktion des MEB-Ford in Köln?

Der Aufsichtsrat von VW hat weiteren Projekten der 2019 geformten globalen Allianz mit Ford Ende Mai 2020 zugestimmt. Vor allem in den Bereichen Elektromobilität und autonomes Fahren wollen die Autobauer ihre Zusammenarbeit vertiefen. Auch die Zusammenarbeit im Bereich leichter Nutzfahrzeuge wollen die Partner künftig ausbauen. Die entsprechenden Vorbereitungen sind so gut wie fertig, teilten die Wolfsburger mit. Die Verträge stünden vor dem Abschluss und sollen demnächst unterschrieben werden. Die Planungen der VW-Ford-Allianz sehen vor, dass im ersten Schritt drei Projekte in den Bereichen der Elektrifizierung und der leichten Nutzfahrzeuge realisiert werden. Unter anderem soll Ford ein E-Auto für den europäischen Markt anbieten, bei dem der Modulare Elektrobaukasten (MEB) von VW als Grundtechnologie zum Einsatz kommt. Außerdem kündigte VW an: "Ford entwickelt einen mittelgroßen Pick-up, der von VW-Nutzfahrzeuge (VWN) in ausgewählten Marken entsprechend adaptiert wird. Darüber hinaus plane VWN einen Stadtlieferwagen, Ford einen "Transorter im Ein-Tonner-Segment". Auch die geplante Beteiligung an der Ford-Tochter Argo AI, die auf autonomes Fahren spezialisiert ist, soll nach bisherigen Angaben noch im ersten Halbjahr 2020 umgesetzt werden. Mit der Allianz wollen VW und Ford neue Technologien und Innovationen künftig schneller auf den Markt bringen und ihre Werke effizienter auslasten. 

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Verträge zwischen VW und Ford unterzeichnet

Nachdem die VW-Ford-Allianz bei der Sparte der leichten Nutzfahrzeuge im Januar 2019 verkündet wurde, haben die beiden Autobauer Mitte Juli 2019 beschlossen, ihre Kräfte künftig auch bei der Elektromobilität und – in Verbindung mit Argo AI – dem autonomen Fahren bündeln. Alle Felder sind mit hohen Entwicklungsausgaben verbunden, sodass die Autoriesen im Zuge der Kooperation Hunderte Millionen Euro an Kosten sparen können. Für Ford ist dabei vor allem der von VW entwickelte Modulare Elektrifizierungsbaukasten von Interesse. Die Wolfsburger haben seit 2016 umgerechnet rund sieben Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von dessen Architektur investiert. Allein im kommenden Jahrzehnt sollen mehr als 15 Millionen Neufahrzeuge aus dem Konzern auf dem MEB basieren. Der kriselnden Europatochter von Ford fehlte jedoch bisher eine solche technische Grundlage für den Bau von Elektroautos. Insgesamt 11,5 Milliarden US-Dollar investiert der US-Autobauer in die Elektrifizierung seiner weltweiten Fahrzeugpalette – was auch die Nutzung der MEB-Architektur von Volkswagen umfasst. Auch darüber hinaus wollen VW und Ford die Zusammenarbeit bei E-Autos ausweiten.

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VW-Ford-Allianz bei leichten Nutzfahrzeugen, E-Mobilität & autonomen Fahren

Die Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess (VW) und Jim Hackett (Ford) bestätigten Mitte Juli 2019 außerdem, dass die Autokonzerne gemeinsam in Argo AI investieren werden. Dessen Self-Driving System (SDS) ist das erste System für autonomes Fahren, das in Europa und in den USA gleichermaßen kommerziell eingesetzt werden soll. Beide Autobauer wollen das SDS in eigenen Fahrzeugen unabhängig voneinander nutzen und werden gleiche Anteile an dem auf autonomes Fahren spezialisierten Unternehmen erhalten. Der geschätzte Unternehmenswert von Argo AI steigt damit auf rund 7,25 Milliarden Dollar. Nicht vorgesehen bei der VW-Ford-Allianz ist die Kapitalverflechtung der beiden Unternehmen. Gesteuert wird die Kooperation über ein gemeinsames Leitungsgremium, das aus Führungskräften beider Unternehmen besteht und von den Vorstandsvorsitzenden Diess und Hackett geleitet wird.

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VW und Ford investieren gemeinsam in Argo AI

Bei der im Januar 2019 verkündeten VW-Ford-Allianz hinsichtlich der Entwicklung von Transportern und mittelgroßen Pickups liegen die Autobauer derweil im Plan, wie Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett im Juli 2019 bestätigten. Die ersten Modelle sollen voraussichtlich 2022 auf den Schlüsselmärkten eingeführt werden. Ziel der Kooperation ist es, beim Bau leichter Nutzfahrzeuge Kosten zu sparen. Außerdem könnten sich die Autokonzerne die Ausgaben für Forschung und Entwicklung teilen. Auch Werke könnten zukünftig besser ausgelastet werden. Insgesamt haben beide Unternehmen 2018 zusammen rund 1,2 Millionen leichte Nutzfahrzeuge abgesetzt. Damit wäre die Allianz von VW und Ford die branchenweit volumenstärkste Zusammenarbeit in diesem Segment, wie der Wolfsburger Konzern angibt. Beide Konzerne gehen davon aus, dass die Nachfrage nach mittelgroßen Pickups und Transportern weltweit in den kommenden fünf Jahren weiter steigen wird. Operative Ergebnisverbesserungen erwarten die Vorstandsvorsitzenden der beiden Autokonzerne ab 2023.

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