VW-Konzern: Matthias Müller gibt an Herbert Diess ab Der VW-Konzern hat einen neuen Chef

von Alexander Koch 13.04.2018

Herbert Diess ist, als Nachfolger von Matthias Müller, neuer Chef des Volkswagen-Konzerns. Dies hat der Aufsichtsrat am 12. April beschlossen. Müller wird den Konzern allerdings nicht verlassen, sondern seinen bis 2020 laufenden Vertrag erfüllen.

Der Wechsel an der VW-Konzernspitze ist vollzogen: VW-Markenchef Herbert Diess hat Matthias Müller in seiner Rolle als Vorstandschef abgelöst und ist der neue starke Mann im Konzern. Dies hat der Aufsichtsrat am 12. April 2018 beschlossen. Zuvor hatte Volkswagen mitgeilt, die Führungsspitze umbauen zu wollen. Mit dem Wechsel an der Spitze einher geht ein umfassender Umbau der Konzernstruktur. Verschiedene Markengruppen werden gebildet: Die Markengruppe "Volumen" umfasst VW, Skoda und Seat, "Premium" hat Audi an der Spitze und "Super Premium" setzt sich aus Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini zusammen. Jede Markengruppe wird von einem Vorstandsvorsitzenden geleitet. Diess leitet die Volumen-Gruppe, Audi-Boss Rupert Stadler ist für "Premium" und Porsche-Chef Oliver Blume, der in den Konzernvorstand aufrückt, für "Super-Premium" verantwortlich. Herbert Diess gehört seit 2015 im VW-Konzern an und war seitdem Markenvorstand von Volkswagen-PKW. Zuvor war er jahrelang im BMW-Konzern aktiv, wo er von 2007 bis 2015 auch dem Vorstand angehörte.

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Herbert Diess beerbt Matthias Müller als VW-Konzernchef

Bei den Großaktionären sei die Erkenntnis gereift, dass der VW-Konzern nach der weitgehenden Aufarbeitung des Dieselskandals nun einen Neuanfang brauche. VW-Vorstand Matthias Müller sehe dies auch so und gehe daher freiwillig, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld des VW-Chefs. Neben Müller werde auch Personalchef Karlheinz Blessing das Unternehmen verlassen, schrieb das "Handelsblatt" ebenfalls unter Berufung auf Unternehmenskreise. Dieser habe sich mit dem mächtigen Betriebsrat überworfen. Bei den Anlegern dürfte der Vorstandsumbau laut einem Händler tendenziell gut angekommen, zumal Müller nicht ganz unumstritten sei. Sollten personelle Veränderungen im Vorstand der Volkswagen AG erfolgen, könnte dies auch zu entsprechenden personellen Veränderungen im Vorstand der Porsche Automobil Holding SE führen, teilte diese mit. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.

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Matthias Müller wurde 2015 VW-Chef

VW-Konzernchef Matthias Müller übernahm den Vorstandsvorsitz im September 2015 im Zuge des Dieselabgasskandals und beerbte Vorgänger Martin Winterkorn. Müller arbeitete den 1970er-Jahren in verschiedensten Funktionen für den Volkswagen-Konzern und seine Marken. In den Jahren seit der Jahrtausendwende stieg Matthias Müller Schritt für Schritt zum Leiter der VW-Produktstrategie auf und wurde schließlich 2010 Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, die er nach der verlorenen Übernahmeschlacht seines Vorvorgängers Wendelin Wiedeking zurück in die Erfolgsspur brachte. Seit seinem Amtsantritt konnte Porsche Absatz und Umsatz beinahe verdoppeln, auch der Gewinn kletterte deutlich auf 4,3 Milliarden Euro. In seiner Zeit bei VW und Porsche erarbeitete sich Matthias Müller den Respekt der mächtigen Volkswagen-Fädenzieher Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche.

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