Audi Turbo-Vierzylinder: DTM 2019 610 PS aus zwei Litern Hubraum

von Markus Schönfeld 28.03.2019

Neues Motoren-Reglement für die DTM 2019: Turbo-Vierzylinder ersetzen die 4,0-Liter-V8-Sauger der vergangenen Saisons. Audis Kraftpaket leistet bei maximal 9500 /min und 3,5 bar Ladedruck rund 600 PS. Ein Blick auf die neue Turbo-Kraftquelle!

Turbo-Vierzylinder also, und zwar nicht nur bei Audi. In Zeiten von CO2-Diskussionen, Fahrverboten und natürlich der Formel E war eine Erneuerung des DTM-Konzepts längst überfällig. Zu alt waren die einheitlichen V8-Motoren, die seit dem Jahr 2000 gefahren wurden. Zu weit entfernt war die Technik von der Alltagswelt der Fans. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Wenn das erste Rennen der 2019er-Saison am ersten Mai-Wochenende auf dem Hockenheimring startet, dann erklingt eine neue Soundkulisse über der DTM. Es ist der Klang von aufgeladenen 2,0-Litern-Vierzylindern, die dank Turbolader-Technik sogar stärker und spektakulärer als die V8-Boliden sein sollen. Dabei schreibt das Reglement für alle Hersteller klare Restriktionen vor.

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Audis Turbo-Vierzylinder für DTM 2019 (Video):

 
 

Neuer Audi-Vierzylinder-Turbo für die DTM (2019)

In erster Linie sollen Auto und Vierzylinder-Motoren wegen der Kraftstoffeffizienz leichter werden als früher. Ganze 148 Kilogramm wogen die schweren V8-Aggregate der vergangenen Saisons. Der neue Turbo-Vierzylinder von Audi wiegt nur noch 85 Kilogramm. Dadurch sank das Leergewicht des Audi RS 5 DTM auf unter 1.000 Kilogramm. Das Leistungsgewicht liegt nun bei rund 1,6 Kilogramm pro PS. Und das bei höherer Leistung. Bei maximal 9500 Umdrehungen pro Minute darf das Kraftpaket nun 610 PS leisten. Durch ein sogenanntes "Push-to-Pass"-System kann der Fahrer per Knopfdruck kurzfristig sogar zusätzliche Motorleistung abrufen, zum Beispiel für einen Überholvorgang. Über einen Bypass des Fuel Flow Restrictors (FFR) werden für eine Dauer von fünf Sekunden zusätzliche fünf Kilogramm Kraftstoff pro Stunde für den Turbo-Vierzylinder bereitgestellt, was eine Leistungserhöhung von etwa 30 PS zur Folge hat.

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Ein Motor für die gesamte Saison

Bei der Haltbarkeit galt auch bisher schon: die Motoren müssen alle neun Rennwochenen durchhalten. Das bedeutet, dass auch die neuen Turbo-Vierzylinder für mindestens 6000 intensive Rennkilometer ausgelegt sind. Allerdings sind die spezifischen Belastungen durch die Halbierung der Zylinderzahl viel größer. Zudem sind Wunderwerkstoffe wie Titan oder Beryllium nicht erlaubt. Obendrein ist in der DTM die Kraftstoffmenge auf 95 Kilogramm pro Stunde begrenzt. Gefahren wird in der DTM mit serienmäßigem Tankstellenkraftstoff (Super Plus). Die Herausforderungen bei der Entwicklung hätten also nicht größer sein können. Dafür steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die entwickelten Techniken und Erfahrungen bald vielleicht auch wieder Einzug auf die Straße finden. 

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