Shanghai Auto Show 2019: Alle Neuheiten! Neues von der China-Messe

von Thomas Geiger 18.04.2019

Neben namhaften Herstellern wie Audi, BMW und Mercedes präsentieren auf der Shanghai Auto Show 2019 auch wieder viele einheimische Autobauer und kleine Startups ihre Neuheiten, allerhand Innovationen und Kuriositäten. Die Highlight der chinesischen Automesse im Überblick!

Die Shanghai Auto Show 2019 (16. bis 25. April) zeigt eines ganz deutlich: Die Zeiten, in denen Chinesen nur westliche Modelle kopiert oder in offiziellen Kooperationen nachgebaut haben, sind längst vorbei. Neue Marken wie Nio und Byton oder ältere Konzerne wie Geely, Great Wall und Changan fahren auf der Messe so groß auf, dass sich die Besucher wie am Nabel einer neuen Autowelt fühlen. Das riesige Exhibition Center im Nordwesten Shanghais platzt aus allen Nähten: Mit 27 Prozent aller verkauften Pkw-Neuwagen ist China aber auch der mit Abstand weltgrößte Markt und damit schlicht zu wichtig, als dass hier jemand fehlen könnte, sagt der Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer. Der Professor der Universität Duisburg-Essen schreibt den Chinesen eine führende Rolle zu: "China ist dabei, Technologieführer in der Autoindustrie zu werden und zugleich für alle anderen die Regeln vorzugeben." Und der imposante Auftritt der Heimspieler gibt ihm Recht. Ja, manche SUV-Gesichter mögen einem noch immer seltsam vertraut vorkommen und längst nicht jedes Design trifft den europäischen Geschmack, doch die Autos chinesischer Autobauer haben deutlich an Substanz und Selbstbewusstsein gewonnen. Und, sie sind vor allem technisch vorn dabei: Selbst billige Kleinwagen verfügen über riesige Bildschirmlandschaften und ohne Online-Infotainment fährt hier kaum noch einer vom Hof. Was aber am meisten beeindruckt ist der Grad der Elektrifizierung: Bei vielen chinesischen Marken ist der Elektroantrieb quasi schon Standard und der Verbrenner schon gar nicht mehr im Angebot. Mehr zum Thema: Shanghai Auto Show 2019

Elektroauto Audi AI:ME (2019)
Audi AI:ME (2019): Motor & Ausstattung Audi zeigt Stadtauto der Zukunft

 

Neuheiten der Shanghai Auto Show 2019

Dagegen treten die deutschen Autobauer auf der Shanghai Auto Show 2019 vergleichsweise zurückhaltend auf: BMW zum Beispiel zeigt in China neben den M-Varianten von X3 und X4 und dem gelifteten Mini Clubman auch den neuen 3er mit elf Zentimetern mehr Radstand. Porsche wiederholt die Premiere des Cayenne Coupé und Mercedes zieht das Tuch vom beinahe serienreifen GLB. Das SUV mit sieben Sitzen mit dem innovativen Infotainmentsystem MBUX rollt in gut zwei Jahren als EQ B auch als Elektroauto auf die Straßen. Und VW und Audi? Stellen sich geschickt an: Sie zeigen nicht nur einen eigens für China elektrifizierten Q2 mit gut 200 Kilometern Reichweite, ein halbes Dutzend VW-SUV ausschließlich für China und eine ganze Jetta-Familie als neue Einstiegsmarke, sondern machen mit den Studien ID. Roomzz und Ai:Me auch Lust auf die Zukunft. Bei VW beginnt diese für den elektrischen Siebensitzer im Format des Touareg schon 2021 – allerdings noch ohne den Autopiloten und das variable Lounge Concept, dafür aber mit Allradantrieb und bis zu 450 Kilometern Reichweite. Bei Audi dauert es dagegen noch ein bisschen länger, schließlich ist der wie ein A2 der übernächsten Generation gezeichnete Ai:Me ein autonomes Shuttle für die Metropolen von morgen, durch die er die meiste Zeit wie von Geisterhand surren soll. Mehr zum Thema: Zwischen GLA & GLC passt noch GLB

Elektroauto VW ID. Crozz (2020)
VW ID. Crozz (2020): Erste Fotos Elektrisches VW-SUV zum ersten Mal gesichtet

 

Elektro-Trend auf der China-Messe

Der mit Abstand größte Star unter den Modellen mit europäischem Einfluss auf der Shanghai Auto Show 2019 ist allerdings gerade mal gute drei Meter lang und auf den ersten Blick ein ganz gewöhnlicher Kleinwagen. Auf den zweiten allerdings entpuppt sich der Renault es als pfiffiges Akkuauto, mit dem die Franzosen ganz vorne mitfahren wollen. Schließlich wird ihm eine Reichweite von rund 250 Kilometern und ein nach Abzug der Subventionen bezahlbarer Preis von 10.000 Euro nachgesagt. Damit liefert der Wagen, den die Franzosen als Globales Projekt mit guten Exportchancen bezeichnen, das perfekte Vorbild für geplante Neuerscheinungen wie den Mini E aus der Kooperation mit Great Wall und die nächste Smart-Generation, für die Geely verantwortlich zeichnet. Mit einer weiteren Prognose könnte Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer also ebenfalls Recht haben: "Das Auto der Zukunft kommt aus China."

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