Partikelfilter für Benziner (OPF) Auch der Benziner wird immer sauberer

von Holger Ippen 23.10.2018
Inhalt
  1. Partikelfilter für Benziner (OPF)
  2. OPF ist eine technische Lösung mit Zukunft
  3. Hersteller-Meinungen zum Otto-Partikelfilter

AudiMit Otto-Partikelfilter (OPF) bieten wir bereits das Audi A5 Coupé 2.0 TFSI mit S tronic und Frontantrieb an.Weitere Modelle ziehen nach.
BMWVier Modelle haben bereits einen OPF, alle weiteren folgen. Ab September besitzen dann alle Benziner einen OPF.
FordBeide neuen Mustang-Versionen und der C-MAX 1.0 Eco-Boost haben einen OPF, Mondeo 1.5 EcoBoost und Courier 1.0 EcoBoost ab März, der Fiesta ab April, der Focus (neue Generation) ab Sommer. Weitere Baureihen folgen.
HondaZurzeit fahren die Benziner in unserer Modellpalette ohne Partikelfilter. Informationen zu konkreten Plänen liegen noch nicht vor.
HyundaiBei Hyundai erfüllen ab der Modelljahresumstellung im Oktober 2018 alle Motoren (Benzin und Diesel) die Euro 6d-Temp-Norm: Die Benziner mit Direkteinspritzung haben zusätzlich einen Partikelfilter bekommen und die Diesel einen SCR-Kat.
MercedesDer Einsatz des OPF hat mit der Motorengeneration in der S- Klasse begonnen, weitere Modelle kommen im Lauf dieses Jahres.
NissanZum aktuellen Zeitpunkt verfügt noch keines unserer Benziner-Modelle über einen Partikelfilter.
OpelWir werden die Umweltverträglichkeit unserer Fahrzeuge durch den großflächigen Einsatz von Partikelfiltern beiden Benzin-Motoren, beginnend ab März 2018 mit dem Astra, weiter verbessern.
PeugeotZiel ist es, bis Ende des Jahres jeden Benziner mit OPF anzubieten. Aktuell ist er im PureTech-Dreizylinder mit 130 PS und Sechsgang-Getriebe ohne Aufpreis zu haben
RenaultDerzeit sind keine Benziner mit OPF im Programm. Sobald es der Gesetzgeber fordert, werden wir liefern.
ToyotaUnsere aktuelle Saug-Motorentechnik erfüllt die Emissionsvorschriften.
Volvo15 Modelle sind mit OPF bereits bestellbar. Dabei ist es zu einer Leistungsanpassung gekommen – der Verbrauch steigt um bis zu 0,1 l/100 km.
VWDer VW Tiguan 1.4 TSI hat bereits einen Partikelfilter, schrittweise werden alle TSI und TFSI-Motoren mit dem OPF bis Jahresmitte ausgestattet.

Ein Partikelfilter für Benziner (OPF) wird bei vielen Fahrzeugen ab September 2018 nötig sein. Denn neu zugelassene PKW müssen um zehn Prozent schärfere Grenzen bei der Emission einhalten. 

Rußende Diesel sind – zumindest bei aktuellen Pkw – schon lange kein Thema mehr. Verbesserte Brennverfahren und Partikelfilter im Abgastrakt sorgen hier bereits seit Jahren für nahezu rußfreie Abgase. Anders beim Benziner. Gerade moderne, hochaufgeladene Ottomotoren mit Direkteinspritzung produzieren ebenfalls feinste Partikel. Allerdings viel kleinere als ihre Dieselpendants. Techniker sprechen deshalb von Ultra-Feinstpartikeln. Sie sind so klein, dass ihre Masse (und damit das Gewicht) kaum messbar ist. Das ist auch ein Grund, weshalb sie bisher kaum Beachtung fanden. Allerdings ist die Anzahl dieser ultrafeinen Kleinstpartikel hoch. Und tückischerweise schlüpfen diese Kohlenstoffteilchen überall durch. Sie sind sogar lungengängig: Beim Einatmen werden sie nicht, wie Rußpartikel im Qualm eines Lagerfeuers, in der Nase „ausgefiltert“, sondern gelangen in die Lunge und können hier sogar die Lungenbläschen passieren. Das führt zwar nur bei Risikogruppen im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Problemen, doch deshalb sind Lösungen gefragt. Forscher und Motorenentwickler setzen daher auf den Partikelfilter auch für den Otto-Motor. Da stellt sich die Frage: Warum erst jetzt?

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Partikelfilter für Benziner (OPF)

Die Antwort lautet: Weil auch das Problem neu ist. Denn erst mit den hocheffizient arbeitenden, also besonders verbrauchsgünstigen Benzinern, die mit hohen Einspritzdrücken und großem Turbo-Ladedruck zum Spritsparer werden, tritt das Phänomen Ultra-Feinstpartikel ans Tageslicht. Der Gesetzgeber reagierte und führte die Grenzwerte für die Partikelemission mit der Euro-6-Abgasnorm für Pkw ein. Diese erlaubt Benzinern mit Direkteinspritzung nur noch ein Zehntel des derzeitigen Rußpartikelausstoßes. Ab September 2018 gilt sie für alle ab diesem Zeitpunkt neu zugelassenen Autos. Damit müssen dann die Benzin-Triebwerke die gleichen Partikel-Emissions-Grenzwerte erfüllen wie die Dieselmotoren. Doch was bedeutet das für Autofahrer, die bereits einen Benziner fahren? Müssen sie nun tief in die Tasche greifen und einen Filter nachrüsten? Nein, versichert Stephan Immen vom Kraftfahrt-Bundesamt: „Bestandsfahrzeuge sind von diesen Neuregelungen nicht betroffen. Für sie gelten die Grenzwerte, die zum Zeitpunkt der Betriebszulassung ihres Fahrzeugs gefordert wurden.“ Zudem ist eine Nachrüstung von Otto-Partikelfiltern (OPF) weder vorgesehen noch möglich. Denn ein Filter als feinporiger Keramikkörper im Abgastrakt erhöht zwangsläufig den Staudruck. Deshalb müssen alle Prozesse von Einspritzung, Ladedruckaufbau über Verbrennungsablauf bis zur Katalysator-Dimensionierung darauf abgestimmt sein. Das ist im Rahmen einer Nachrüstung nicht möglich.

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OPF ist eine technische Lösung mit Zukunft

Einige Fahrzeughersteller haben bereits begonnen, ihre aktuellen hochaufgeladenen Benziner mit Partikel-Abgasfiltern auszurüsten. Fest steht aber auch, dass mit dem Filtereinsatz Verbrauch und CO2-Emissionen steigen (ca. um 2 g/km). Die Filtertechnik arbeitet ähnlich wie die des Diesels: Abgase passieren einen Filter aus poröser Keramik mit wechselseitig verschlossenen Kanälen. So presst sich der Abgasstrom durch das Filter-Material, der Ruß bleibt dabei hängen. Anders als beim Dieselfilter bedarf es hier keiner Reinigung, denn die Ultra-Feinstpartikel sind so klein und das Benziner-Abgas ist so heiß, dass sie bereits zu gasförmigem Kohlendioxid verbrennen, bevor sie den Filter zusetzen können. Nach Hersteller-Angaben sollen OPF 15 Jahre lang halten, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Beim sogenannten 4-Wege-Kat ist der Partikelfilter bereits in den üblichen 3-Wege-Kat integriert – eine technische Lösung mit Zukunft.

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Hersteller-Meinungen zum Otto-Partikelfilter

AudiMit Otto-Partikelfilter (OPF) bieten wir bereits das Audi A5 Coupé 2.0 TFSI mit S tronic und Frontantrieb an.Weitere Modelle ziehen nach.
BMWVier Modelle haben bereits einen OPF, alle weiteren folgen. Ab September besitzen dann alle Benziner einen OPF.
FordBeide neuen Mustang-Versionen und der C-MAX 1.0 Eco-Boost haben einen OPF, Mondeo 1.5 EcoBoost und Courier 1.0 EcoBoost ab März, der Fiesta ab April, der Focus (neue Generation) ab Sommer. Weitere Baureihen folgen.
HondaZurzeit fahren die Benziner in unserer Modellpalette ohne Partikelfilter. Informationen zu konkreten Plänen liegen noch nicht vor.
HyundaiWir können zu diesem Thema noch keine genauen Informationen liefern.
MercedesDer Einsatz des OPF hat mit der Motorengeneration in der S- Klasse begonnen, weitere Modelle kommen im Lauf dieses Jahres.
NissanZum aktuellen Zeitpunkt verfügt noch keines unserer Benziner-Modelle über einen Partikelfilter.
OpelWir werden die Umweltverträglichkeit unserer Fahrzeuge durch den großflächigen Einsatz von Partikelfiltern beiden Benzin-Motoren, beginnend ab März 2018 mit dem Astra, weiter verbessern.
PeugeotZiel ist es, bis Ende des Jahres jeden Benziner mit OPF anzubieten. Aktuell ist er im PureTech-Dreizylinder mit 130 PS und Sechsgang-Getriebe ohne Aufpreis zu haben
RenaultDerzeit sind keine Benziner mit OPF im Programm. Sobald es der Gesetzgeber fordert, werden wir liefern.
ToyotaUnsere aktuelle Saug-Motorentechnik erfüllt die Emissionsvorschriften.
Volvo15 Modelle sind mit OPF bereits bestellbar. Dabei ist es zu einer Leistungsanpassung gekommen – der Verbrauch steigt um bis zu 0,1 l/100 km.
VWDer VW Tiguan 1.4 TSI hat bereits einen Partikelfilter, schrittweise werden alle TSI und TFSI-Motoren mit dem OPF bis Jahresmitte ausgestattet.

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