Sound im Auto ohne Lautsprecher: Conti Auto-Soundsystem ohne Lautsprecher

von Martin Urbanke 27.12.2017

Continental entwickelt ein Soundsystem, das ganz ohne Lautsprecher auskommt. Stattdessen bringen die Techniker Verkleidungsteile mittels Aktuatoren zum Schwingen.

Am Anfang stand ein interner Wettbewerb im Continental-Konzern. Sämtliche Abteilungen waren aufgerufen zu überlegen, wie sich das Gewicht eines Fahrzeugs zukünftig noch weiter senken lässt. Das hat die Techniker vom NVH-Kompetenzzentrum (Noise, Vibration, Harshness) auf eine ebenso simple wie geniale Idee gebracht: Sie beschäftigen sich üblicherweise damit, Schwingungen der im Fahrzeug verbauten Teile zu reduzieren, um Geräusche zu eliminieren. Diesmal haben sie den Prozess umgekehrt und geeignete Bauteile gezielt in Schwingungen versetzt, um Schall zu erzeugen. Das dürfte schon in naher Zukunft die Innenraumgestaltung revolutionieren. Denn weil das "Ac2ated Sound" getaufte System ohne konventionelle Lautsprecher mit Magnetspulen und Membranen auskommt und einfach ohnehin vorhandene Bauteile nutzt, genießen Designer und Techniker künftig mehr Freiheiten.

Video E-Auto-Bremse von Continental
E-Auto-Bremse von Continental: Video  

Diese Bremse verschleißt (fast) nicht

Revolutionäre Musikanlage von Continental im Video:

 
 

Sound: Aktuatoren ersetzen Lautsprecher im Auto

Der größte Vorteil des Systems liegt jedoch in der potenziellen Gewichtsersparnis: Je nach Größe und Anzahl der verwendeten Lautsprecher sowie der damit verbundenen Verkabelungen addiert sich das Gesamtgewicht rasch auf etliche Kilos. Im Schnitt kommen pro Auto rund 15 kg und 30 Liter Bauraum zusammen. Dem Conti-System indes genügen einige wenige und leichte Aktuatoren, die zudem nur einen geringen Platzbedarf haben. Sie sind etwa so groß wie eine Münze und ungefähr zwei Finger dick. Das Gesamtpaket wiegt lediglich rund ein Kilogramm und beansprucht nur etwa einen Liter an Volumen. Das erlaubt den Einsatz selbst an verwinkelten Stellen. Und weil die Leistungsaufnahme niedriger ist, benötigt das System auch deutlich weniger Strom. Die Tonsignale des Abspielgeräts werden von einer hauseigenen Software in die entsprechenden Frequenzen umgerechnet, die von den Aktuatoren auf die jeweiligen Verkleidungsteile übertragen werden – und schon ertönen Musik sowie Sprache oder auch Signal und Warntöne im Fahrzeug. Generell lässt sich zwar jede Oberfläche zur Schallerzeugung nutzen, besonders geeignet sind in der Regel aber die Verblendungen der A- Säulen (hohe Töne), Dachhimmel und Hutablage (Bässe) sowie Türtafeln und die Abdeckung der Armaturentafel (Mitte). Sogar die rückseitige Verkleidung der Vordersitze kann als Tonquelle eingesetzt werden, was ganz nebenbei auch noch ein sanftes Kribbeln erzeugt, mit dem sich Bässe wie im Konzertsaal erspüren lassen – und das schon bei moderater Lautstärke. Das Prinzip funktioniert grundsätzlich in jedem Auto, wobei sich je nach Preissegment verschiedene Soundsysteme abbilden lassen: angefangen beim simplen Audiosystem mit drei Kanälen bis hin zur aufwendigen Zwölf-Kanal-Premiumanlage, deren Klang selbst mit qualitativ hochwertigen konventionellen High-End-Komponenten mühelos konkurrieren kann.

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