Mercedes B55 AMG: Nackenstarre für den Wackeldackel
2010 bauten Mercedes-Lehrlinge die B-Klasse erster Generation zum Mercedes B55 AMG mit dickem V8 um. Mit 388 PS unter der Haube mutiert die biedere Rentnerkiste zur Gefahr für die dritten Beißer!
V8 trifft Mercedes B-Klasse: Der B55 AMG als Bandscheiben-Endgegner
Mit dem Mercedes B55 AMG erhält die B-Klasse erster Generation eine neue Topversion, die den B-Klasse-liebenden Rentnern das Fürchten lehrt. Verursachte schon der B 200 Turbo mit 193 PS (142 kW) bei der älteren Belegschaft einen Herzkasper, fliegen den Ruheständlern im 388 PS starken Mercedes B55 AMG die dritten Zähne weg.
Ausgerechnet die jungen Wilden von Mercedes haben das Projekt 2010 ausgeheckt, um der biederen B-Klasse das Renterimage rauszuprügeln. Zwölf Lehrlinge des Mercedes-Werks Rastatt verpflanzten in achtmonatiger Arbeit den 5,5 l großen V8 aus dem Mercedes E 500 (W211) in die Front der Mercedes B-Klasse.
Angesichts der Bilder stellt sich die Frage, wie der Kraftklotz im dermaßen kleinen Motorraum unterkommt. Aber ganz offensichtlich funktioniert der V8 auch im Mercedes B55 AMG ohne jede Einschränkung: Die 388 PS (285 kW) knallen deftige 530 Nm maximales Drehmoment über ein 7G-Tronic-Getriebe auf die Hinterachse aus der W210er E-Klasse.
Während der V8 den 255er Pellen auf der Hinterachse das Profil herausmassiert, brennen sie – verzweifelt nach Haftung suchend – eine Zeit von 5,2 s für den Sprint auf Tempo 100 in die Stoppuhr. Da kriegt der Wackeldackel auf der Hutablage ja Nackenstarre!
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Fette Bremsen statt ABS, ASR und ESP
Der bis zu 270 km/h schnelle B55 AMG wird schließlich nur noch von der ungünstigen Aerodynamik oder von den vorne 345 mm und hinten 300 mm großen Bremsscheiben des C32 AMG eingefangen. Das Koni-Hawaii-Kuschelfahrwerk warfen die Lehrlinge raus, nun bearbeitet im B55 AMG ein K&W-Gewindefahrwerk die Bandscheiben der goldenen Generation.
Angesichts fehlender Sicherheitssysteme wie ABS, ASR oder ESP stellt sich allerdings die Frage, ob der B55 AMG noch für die Fahrt zum nächsten Bäcker taugt. Optisch schon, da der B55 AMG bis auf schwarze Frontscheinwerfer und Lamellen im Kühlergrill sowie der mittig angebrachten Doppelrohr-Auspuffanlage auf dezent macht. Selbst im Innenraum bleibts fast Serie. Bis auf das Dreispeichen-Sportlenkrad mit Alcantara und den Tacho bis 300 km/h fallen keine Unterschiede ins Auge. Die Mercedes B-Klasse zum Sleeper B55 AMG aufgerüstet, würden sie sogar die Lehrlinge fahren wollen. Noch nie war eine Rentnerschüssel faszinierender!



















