Kartell deutsche Autobauer (Abgasreinigung) VW und BMW müssen 875 Millionen Euro Strafe zahlen

von Tim Neumann 09.07.2021

Die Ermittlungen hinsichtlich eines Kartellverdachts bei deutschen Autobauern haben ein Ende. Die EU-Kommission kommt zum Schluss, dass sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler bei der Technik zur Abgasreinigung abgesprochen haben. So hoch fällt die Strafe aus!

875 Millionen Euro kosten BMW und VW die Kartell-Absprachen deutscher Autobauer in Bezug auf die Abgasreinigung. Das hat die EU-Kommission am 8. Juli 2021 nach mehrjährigen Untersuchungen entschieden. VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler hatten sich nach Erkenntnissen der EU-Wettbewerbshüter auf illegale Weise über die Größe und Reichweite von AdBlue-Tanks ausgetauscht, um nicht in effektivere, aber teurere Methoden investieren zu müssen. Damit hätten sie den Innovationswettbewerb in Europa bei Abgasreinigungssystemen eingeschränkt und den Verbraucher:innen die Möglichkeit verwehrt, umweltfreundlichere Fahrzeuge zu kaufen. Obwohl BMW sich laut eigener Aussage gar nicht an die Kartell-Absprachen gehalten habe und diese Gespräche auch nicht geheim waren, akzeptieren die Münchener:innen die Strafe von knapp 373 Millionen Euro. Aus Wolfsburg werden gut 502 Millionen Euro als Strafzahlungen verlangt. Daimler wiederum hatte die Kommission zuerst informiert und dadurch als Kronzeuge keine Strafzahlungen zu befürchten. Der Kartell-Vorwurf an die deutschen Autobauer war in der Hinsicht unüblich, weil es sich nicht um Preisabsprachen oder die Aufteilung von Märkten handelte. Eine Verbindung zum Abgasskandal sieht die Behörde aber nicht. Die EU-Kommission hatte 2017 Voruntersuchungen bei den Autobauern begonnen und war auch bei den Herstellern vorstellig geworden. Die formelle Untersuchung wurde 2018 eingeleitet. Mehr zum Thema: Chronologie des VW-Skandals
mit dpa

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Abgasreinigung: Kartell-Absprachen zwischen VW, Audi, Porsche, BMW, Daimler

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