Elektroauto-Studie 2020: Zufriedenheit sinkt Elektroauto-Fahrer zunehmend unzufrieden

von Victoria Zippmann 15.04.2020

Eine Elektroauto-Studie des Beratungsunternehmens UScale von 2020 zeigt eine wachsende Unzufriedenheit unter den Elektroauto-Fahrern im Vergleich zum Vorjahr. Sinkt die Qualität der Fahrzeuge oder steigt der Anspruch der Autobesitzer? Das sind die Ursachen!

Die weltweit wachsenden Verkaufszahlen von Elektroautos und der zunehmende Fokus der Konzerne auf E-Mobilität könnte den Eindruck erwecken, dass tatsächlich auch die Begeisterung für E-Autos steigt. Doch dem Ergebnis einer Studie zur Zufriedenheit von E-Auto-Fahrern des Beratungsunternehmens UScale von 2020 zufolge scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Dafür wurden 1200 Elektroauto-Fahrer zu ihren Nutzungsgewohnheiten und Erfahrungen mit ihrem E-Auto befragt. Im Vergleich zum Vorjahr raten statt sechs nun schon 13 Prozent der Befragten von ihrem E-Auto ab. Auch die Zahl der Personen, die sich neutral äußerten, ist angestiegen. Das hat zur Folge, dass der Anteil derjenigen, die eine Empfehlung für ihr E-Auto aussprachen, um 18 Prozent auf nur noch 59 Prozent gesunken ist. Doch was ist die Ursache für die wachsende Unzufriedenheit mit dem eigenen Elektroauto? Die E-Auto-Fahrer kritisierten vor allem Probleme beim Ladevorgang und bei der Verbindung mit Hersteller-Apps. Ganze 82 Prozent der Befragten hatten schon mit Problemen beim Laden zu kämpfen. Bei den Apps mangelt es laut 36 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer in erster Linie an einer stabilen Verbindung. 23 Prozent beklagten, dass die jeweilige App kaum bis gar nicht funktioniert. Andere fanden die Anwendung kompliziert, zu langsam oder zu unzuverlässig. Nur zwei Prozent gaben an, mit ihrem Elektroauto noch gar keine Probleme gehabt zu haben. Dabei wirft das Ergebnis der Umfrage vor allem einen dunklen Schatten auf die deutschen Hersteller. Bei ihren Modellen gab es die meisten Probleme bei der Nutzung von E-Auto-spezifischen Funktionen – dazu zählen zum Beispiel Rekuperation und Vorklimatisierung. An vorletzter Stelle in diesem Ranking stehen die japanischen Autobauer. Französische E-Autos liegen im Mittelfeld, bei den Koreanern auf Rang zwei treten nur halb so viele Probleme wie bei den deutschen Herstellern auf. Am besten lassen sich der Elektroauto-Studie von 2020 nach Fahrzeuge amerikanischer Hersteller bedienen. Mehr zum Thema: Rekord bei E-Auto-Prämie

Ratgeber Kostenvergleich: Benzin, Diesel & Strom
Kostenvergleich: Benziner, Diesel & Elektroauto Mit welchem Antrieb fahren Autofahrer am günstigsten?

Der Seat Mii electric im Alltagstest (Video):

 
 

Elektroauto-Studie 2020 zur Zufriedenheit von E-Auto-Fahrern

Die sinkende Zufriedenheit von E-Auto-Fahrern führen die Macher der Elektroauto-Studie 2020 allerdings nicht darauf zurück, dass schlechtere E-Autos gebaut werden oder die Infrastruktur nach wie vor ausbaufähig ist. UScale sieht viel mehr die steigenden Ansprüche von – vor allem langjährigen – Elektroauto-Fahrern an ihre Fahrzeuge als Grund für die nachlassende Begeisterung. Heißt konkret: Technik und Funktionen von Elektroautos haben sich in den vergangenen Jahren nicht so rasant entwickelt, wie viele ihrer Fahrer es offenbar erwartet hatten. In der Wirklichkeit erfüllen die Fahrzeuge also nach wie vor größtenteils nur die Basisanforderungen der Kunden, die mittlerweile aber deutlich höhere Ansprüche zu haben scheinen. Und je länger die Qualität des Angebots gleich bleibt, desto weniger scheint sie für die Kunden zu genügen. Und laut UScale wird sich das auch nicht ändern, wenn die Hersteller auch in Zukunft nur die Grundanforderungen an die E-Mobilität bedienen. Das Beratungsunternehmen sieht daher hohen Handlungs- beziehungsweise Nachholbedarf auf Seiten der Autobauer.

News Ladestationen für E-Autos
E-Auto: Mieter hat Recht auf Ladestation Ladestation-Mangel droht

Tags:
Copyright 2020 autozeitung.de. All rights reserved.