Zukunft der DTM: Aston Martin steigt aus Aston Martin steigt aus der DTM aus

von Gregor Messer 30.01.2020

Erst zur DTM-Saison 2019 eingestiegen, steigt Aston Martin nur ein Jahr später wieder aus. Das teilte das Team R-Motorsport kurz vor Saisonbeginn Ende Januar 2020 mit.

Die Ankündigung, dass Aston Martin aus der DTM aussteigt, kam nicht mehr überraschend: Seit R-Motorsport und das Einsatzteam HWA im November 2019 ihre Kooperation aufgekündigt hatten, war kaum noch Bewegung in dem Thema. Lange wurde spekuliert, welches Team künftig die von HWA gebauten Autos einsetzen könnte. Obendrein gab es wirtschaftliche Probleme: HWA soll die Autos einbehalten haben, da R-Motorsport noch offene Rechnungen zu begleichen hätte. Summen in siebenstelliger Höhe sollen im Raum stehen. Da es R-Motorsport nicht gelang, neue Investoren zu finden, schlief das Projekt ein. "Wir bedauern den Ausstieg von R-Motorsport sehr, weil das Team schon in seiner Debütsaison ein toller Farbtupfer im DTM-Feld war. Wie schon oft in der über 30-jährigen Geschichte der DTM ist jetzt der Moment, wo alle Beteiligten noch enger zusammenrücken werden, um den Fans ein attraktives Starterfeld für die kommende Saison zu bieten. Der DMSB wird alles in seiner Macht stehende tun, um die ITR dabei zu unterstützen", sagt Hans-Joachim Stuck. Zuletzt machte die Hoffnung die Runde, dass BMW als Motorenpartner die Aston Martin mit Triebwerken ausrüsten könnte. Doch auch hier versandeten die Gespräche. Bei keinem Teile-Zulieferer gingen Aufträge ein, um neue Triebwerke in den Vantages applizieren zu können. Vor allem aber zeichnete sich kein Team ab, das künftig nach einer finanziellen Einigung mit HWA die Autos eingesetzt hätte. Teamchef Florian Kamelger war dennoch Ende November 2019 beim Einladungsrennen in Fuji anwesend, als das Steering-Comitee der DTM tagte. Es war der letzte DTM-Auftritt des gelernten Orthopäden. Nun heißt es bei R-Motorsport, dass man sich motorsportlich neu ausrichten möchte: "Unsere Neubeurteilung unseres Motorsport-Programms kam zu dem Ergebnis, dass wir neue Prioritäten für die Zukunft setzen wollen und dass das DTM-Engagement dafür nicht zielführend sein würde." So kann man das Aus von Aston Martin in der DTM auch nennen.

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Zukunft der DTM: Aston Martin steigt nach 2019er-Saison aus

Die Konkurrenz zeigt sich wenig begeistert. Der Aston Martin-Ausstieg stürzt die DTM in eine tiefe Krise in ohnehin schwierigen Zeiten. Im Volkswagen-Konzern wird das Motorsport-Programm sämtlicher Marken derzeit geprüft. Da wird sogar gemunkelt, dass sich Audi in einer DTM mit nur zwei Herstellern nicht beteiligen möchte. Gleiches gilt für BMW. Audi-Sportchef Dieter Gass sagte: "Wir bedauern die Entscheidung von R-Motorsport und wünschen Dr. Kamelger alles Gute für seine weiteren Projekte." Gleichzeitig hört man die Hoffnung auf eine rosigere Zukunft heraus: "Die ITR und besonders Gerhard Berger führen derzeit intensive Gespräche mit möglichen weiteren Teams und Herstellern. Dass dies in den kommenden drei Monaten bis zum Saisonstart keine einfache Aufgabe sein wird, wissen wir. Aber wir sind sicher, dass wir den Fans zum Auftakt ein attraktives Startfeld präsentieren können." Auch BMW-Sportchef Jensen Marquardt äußerte sich enttäuscht: "Der Ausstieg ist schade, denn das Team hat die Serie 2019 definitiv bereichert. Daraus ergibt sich natürlich eine veränderte Gesamtsituation für die DTM, die wir gemeinsam mit der ITR genau analysieren werden. Grundsätzlich bieten sich mit dem internationalen Class-1-Reglement, der geplanten Hybridisierung der Motoren sowie der Vision einer vollelektrischen Serie viele gute Perspektiven. Um das Potenzial jedoch mittel- und langfristig voll ausschöpfen zu können, ist die Teilnahme weiterer Hersteller essenziell." Deutet sich hier zwischen den Zeilen ein Rückzug noch vor dem Saisonstart an? Marquardt verweist zwar auf das Einladungsrennen im November 2019 in Fuji mit den japanischen Herstellern Nissan, Lexus und Honda – und fordert kurzfristige Lösungen mit Blick auf die kommende Saison 2020. Doch seitens der Japaner zeichnet sich keinerlei Initiative ab, in der DTM anzutreten. Zu sehr divergiert die Technik der Fahrzeuge – auch wenn das Class-1-Reglement die gemeinsame technische Basis der Fahrzeuge ist.

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