Coronavirus: Inspektion, Reifenwechsel & HU HU-Frist auf vier Monate ausgeweitet

von Christina Finke 03.06.2020
Inhalt
  1. HU-Frist von zwei auf vier Monate verlängert
  2. Inspektion, Reifenwechsel & HU in Zeiten des Coronavirus
  3. A.T.U. stellt Filialbetrieb ein; Pitstop & Stop + Go weiter offen
  4. Hygiene-Regeln für Werkstattbesuch trotz Corona

Während des Coronavirus' kommen viele Autobesitzer ins Grübeln: Muss ich gerade jetzt einen HU-Termin einhalten – oder kann das noch warten? Und wie sieht es bei Inspektionen und dem anstehenden Reifenwechsel aus? Die AUTO ZEITUNG verrät, was sein muss – und was warten kann.

Autobesitzer müssen wegen eines durch das Coronavirus geplatzten Hauptuntersuchungstermins (HU) keinesfalls in Panik verfallen. Zwar darf die HU grundsätzlich nicht überzogen werden, doch gibt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bekannt, dass die Frist zur Überziehung aufgrund des Coronavirus' von zwei auf vier Monate verlängert werde. Da es sich aber nicht um ein Gesetz, sondern eine Empfehlung handelt, obliegt ihre Umsetzung bei den Bundesländern. Formal gilt diese Empfehlung, sobald sie im Verkehrsblatt veröffentlicht wird. Wer mit abgelaufener Plakette einen Unfall baut, ist grundsätzlich versichert. Die Kfz-Haftpflichtpolice kommt für die Schäden des Unfallgegners auf, bestätigt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Auch dann, wenn die Ursache ein Defekt sei, der bei der HU wohl behoben worden wäre. Die Kaskoversicherung, die für Schäden am eigenen Auto zahlt, könnte aber in seltenen Fällen wegen grober Fahrlässigkeit die Leistung kürzen. Überziehen Autobesitzer den HU-Termin um mehr als zwei Monate, droht normalerweise ein Bußgeld von 15 Euro. Ab vier Monaten steigt der Betrag dann auf 25 Euro, ab acht Monaten muss man mit 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Mehr zum Thema: Pannenhilfe ist trotz Corona voll einsatzbereit

KFZ-Versicherung Corona-Krise: 5 Tipps zur Kfz-Versicherung
Corona-Krise: 5 Tipps zur Kfz-Versicherung So können Autofahrer jetzt profitieren

 

HU-Frist von zwei auf vier Monate verlängert

Coronavirus: Hygiene im Auto –​ Tipps! (Video):

 
 

Inspektion, Reifenwechsel & HU in Zeiten des Coronavirus

Zahlreiche Werkstätten und Prüforganisationen wie TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS bieten derzeit ihre Dienstleistungen wie die Hauptuntersuchung trotz des anhaltenden Coronavirus' aber weiterhin an. Grundsätzlich gilt: sicherheitsrelevante Reparaturen dürfen nicht aufgeschoben werden – oder das Auto bleibt stehen. Und auch vorgeschriebene Wartungsintervalle sind weiterhin einzuhalten. Bei kleinen Kratzern im Lack oder einer Delle am Auto, die nicht weiter stört, können sich Autofahrer dagegen Zeit mit der Reparatur lassen. Auch beim Thema Reifenwechsel rät ein A.T.U-Sprecher von unnötiger Hektik ab: Auch wenn Sommerreifen bei wärmeren Temperaturen etwa hinsichtlich des Bremswegs und der Verschleißes deutliche Vorteile bieten. Im März und April 2020 sei es unproblematisch und für viele Kunden üblich, noch mit Winterreifen zu fahren. Daher sollten sich Autofahrer keine Sorgen machen, wenn sie ihre Winterreifen aufgrund der besonderen Situation in diesem Jahr länger führen als üblich. ​

Ratgeber Coronavirus: Auto reinigen & desinfizieren
Coronavirus: Auto richtig reinigen & desinfizieren So das Auto frei von Coronaviren halten

 

A.T.U. stellt Filialbetrieb ein; Pitstop & Stop + Go weiter offen

Eine große Werkstattkette, bei der einige Autobesitzer HU, Inspektion und Reifenwechsel durchführen lassen, hatten im Zuge des Coronavirus ihren normalen Filialbetrieb vorübergehend eingestellt: A.T.U begann am Mittwoch, 19. März 2020, damit, den Betrieb herunterzufahren. Autobesitzer, die noch ein Fahrzeug in einer der über 600 Filialen hatten, konnten dieses aber noch abholen. Übergangsweise öffnete die Werkstattkette dann einige Notbetriebsfilialen. Diese boten Dienstleistungen an, "die in der Regel nicht aufzuschieben sind". Ab dem 5. Mai 2020 sollen die A.T.U-Werkstätten nun wieder öffnen. Andere Anbieter wie Pitstop oder Stop + Go hatten ihre Werkstätten ohnehin weiterhin geöffnet. 

News Auswirkungen des Coronavirus
Coronavirus: Auswirkungen auf die Autobranche Die größte Krise der Autobranche seit dem Zweiten Weltkrieg

 

Hygiene-Regeln für Werkstattbesuch trotz Corona

Bei einem Werkstattbesuch wegen einer Inspektion, wegen eines Reifenwechsels oder wegen eines HU-Termins in Zeiten von Corona gilt: Hygiene-Regeln einhalten! Also einen stets großen Abstand zu anderen Menschen wahren und nach der Rücknahme des Autos die Oberflächen von Lenkrad, Gangschaltung, Tast- und Schaltknöpfen sowie die Türgriffe mit Tenside-haltigen Reinigern (Seifenlösung, Auto-Innenreiniger, Hygiene-Tücher) gründlich säubern. Denn der Coronavirus, der durch "Sprechtröpfchen", die auf die Oberflächen gelangen, können dort zwei bis fünf Tage überleben. Mehr zum Thema: Können Autos uns vor Viren schützen?

Tags:
Copyright 2020 autozeitung.de. All rights reserved.