Bonus-Malus-System beim Autokauf: CO2-Ausstoß Spritschlucker sollen teurer werden

von Christina Finke 03.02.2020

Müssen Käufer von Autos mit hohem Spritverbrauch und CO2-Ausstoß bald mehr zahlen? Wenn es nach Umweltministerin Svenja Schule geht, schon: Sie hat sich für ein entsprechendes Bonus-Malus-System beim Autokauf ausgesprochen. Alle Informationen!

Für ein Bonus-Malus-System beim Autokauf hat sich Umweltministerin Svenja Schulze Anfang Februar 2020 ausgesprochen. Schwere Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch und CO2-Ausstoß würden dann teurer, Elektroautos im Gegenzug günstiger. "Ich glaube, dass es sehr gut wäre, wenn diejenigen, die die großen spritfressenden Autos kaufen, die einfach etwas mehr zahlen, einfach einen Aufschlag bekommen." Bei kleinen, günstigeren Autos könne dieser dann abgezogen werden. Das könnte etwa dazu führen, das Elektroautos günstiger und folglich für mehr Käufer interessant werden. Schulze sagte, sie finde ein solches Bonus-Malus-System beim Autokauf eine "sehr, sehr gute Idee". Dies sei auch Beschlusslage der SPD. Es gebe aber sicherlich noch Regelungsbedarf im Detail. "Aber das System ist machbar. Wir zahlen ja heute auch Prämien für diejenigen, die Elektrofahrzeuge kaufen." Damit Deutschland die Klimaziele für 2030 erreicht, muss vor allem der Verkehrsbereich liefern. Dass die bisher beschlossenen Maßnahmen, wie etwa eine stärkere Förderung beim Kauf von E-Autos, ausreichen, bezweifeln jedoch viele Experten. Mehr zum Thema: Bund und Länder einigen sich auf höheren CO2-Preis

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Bonus-Malus-System für Autokauf im Video:

 
 

CO2: Umweltministerin Schulze fordert Bonus-Malus-System beim Autokauf

Zustimmung für ihre Aussagen zum Bonus-Malus-System beim Autokauf erhält Bundesumweltministerin Svenja Schulze von den Grünen und Umweltverbänden. "Wenn wir die Kfz-Steuer so reformieren, dass sie umweltschädliche Autos teurer, umweltfreundliche Autos dagegen günstiger macht, wäre das fürs Klima und die Verkehrswende ein starker, schnell greifender und vor allem sozial gerechter Hebel", sagte etwa der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Und Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Astrup sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "Um die verheerende Klimabilanz im Verkehr schnell zu bessern, führt kein Weg daran vorbei, schwere Spritfresser teurer und klimafreundliche E-Autos billiger zu machen. Die Niederlande und Dänemark haben den CO2-Ausstoß von Neuwagen auf diese Weise deutlich gesenkt." Von CSU, FDP und dem ADAC gab es dagegen Kritik für ein Bonus-Malus-System beim Autokauf. Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein (CSU) sagte der dpa: "Dieses pauschale Urteil – 'große Autos sind böse, kleine Autos, aber bitte nur solche mit Elektromotor, sind gut' – bringt uns doch nicht ernsthaft weiter. Entscheidend ist, dass wir im gesamten Verkehrssektor Emissionen eingesparen – mit den Fahrzeugen, die die Menschen auch kaufen, weil sie sie fahren wollen." Der FDP-Klimapolitiker Lukas Köhler sprach gar von einem populistischen Vorschlag Schulzes. Und der ADAC-Vizepräsident Verkehr, Gerhard Hillebrand, sagte: "Mit einem Bonus-Malus-System verbinden viele eine sehr starke Spreizung der Kfz-Steuer und hohe Belastungen für größere Fahrzeuge, wie sie auch Familien benötigen. Ich warne davor, angesichts der absehbaren CO2-Bepreisung den Bogen zu überspannen." Eine CO2-orientierte Weiterentwicklung der Kfz-Steuer für Neufahrzeuge in gewissen Grenzen schließe dies aber nicht aus.

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