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Alle Tests zum Aston Martin Vantage

Aston Martin V12 Vantage (2022): Testfahrt Goodbye, V12 Vantage

Martin Urbanke 30.06.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Aston Martin V12 Vantage (2022)
  2. Neuer Aston Martin V12 Vantage der Beste, ever
  3. Technische Daten des neuen Aston Martin V12 Vantage (2022)

Mit dem V12 Vantage verabschiedet Aston Martin das Konzept zwölfzylindriger Sportwagen in den Ruhestand. Aber nicht in aller Stille, sondern die Brit:innen hauen noch mal richtig einen raus: 700 PS (515 kW), alles klar!

Aus, Ende, vorbei – das war's. Mit dem neuen Aston Martin V12 Vantage endet 2022 zwar die Zeit kompakter Coupés mit mächtigem Zwölfzylinder, doch unsere erste Testfahrt beginnt erst noch. Zum furiosen Finale bauen die Brit:innen 333 Stück des Vollgas-Vantage – für knapp 300.000 Euro. Alle ausverkauft, natürlich. Schon jetzt ist der V12 Vantage ein kommender Klassiker. Aber bitte nicht im Museum parken, sondern fahren! Mit 700 PS (515 kW), Widebody-Design, speziellem Fahrwerk und umfangreichen Leichtbaumaßnahmen ist dieser Aston Martin schärfer denn je. Und ich darf den Boliden einen Tag lang in der Eifel ausführen. Entsprechend schwankt meine Gefühlslage zwischen Euphorie, Respekt, Neugier und Wehmut. Doch bei aller Oktan-Romantik: Muss das sein mit dem feststehenden Flügel? Nein, die Kundschaft kann ihn auch weglassen. Andererseits liefert das Ding bei voller Fahrt bis zu 204 Kilogramm Downforce und komplettiert den dramatischen Look, der sich aus der um 40 Millimeter breiteren Karosserie mit stark ausgestellten Radhäusern, größerem Kühlergrill und extremem Aero-Konzept ergibt: Splitter, Schweller, Diffusor in Sichtkarbon sowie eine Hufeisen-förmig kühlgeschlitzte Motorhaube (ebenfalls aus Karbon) verdeutlichen die dynamischen Ambitionen, die der neue Aston Martin V12 Vantage (2022) mitbringt. Also hinein ins Vergnügen! Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Erste Testfahrt mit dem neuen Aston Martin V12 Vantage (2022)

Leichter gesagt als getan: Die breiten Schweller und die extrem niedrige Dachlinie fordern einen geschmeidigen Rücken, um unfallfrei und in einem Zug in die Schalensitze zu gleiten. Denn wer bei dieser Choreografie auf dem oberen Rand der Sitzschalen pausiert, lernt durch Schmerz. Ich sage nur: Steißbein trifft Karbon-Schale. Das anschließend gequälte Lächeln zieht sich jedoch sofort in die Breite, wenn ein Druck auf die gläserne Start-Taste den neuen Aston Martin V12 Vantage (2022) startet. Verheißungsvoll grummelnd, aber mit vollendeten Manieren flößt allein der Klang Ehrfurcht vor der Potenz von 700 PS (515 kW) sowie 753 Newtonmeter ein und fokussiert alle Sinne aufs Fahren. Ästhetik, Ergonomie, Schmerz? Allesamt unwichtig und vergessen. Schon auf den ersten Metern der Testfahrt begeistert das überarbeitete Fahrwerk mit deutlich strafferen Federraten und adaptiven, aber jederzeit entschlossenen Dämpfern mit vollem Feedback. Auch die direkt ansprechende Lenkung bindet mich ansatzlos ins Geschehen ein. Es gibt keinen Leerweg, keine ungenutzten Impulse. Alle Vorgaben sorgen für eine spontane und entschlossene Reaktion und liefern im Gegenzug eine höchst sensible Rückmeldung über Grip sowie Gradient des Geschehens. Sofort fasse ich Vertrauen, ermahne mich aber noch, die Michelin-Walzen erst einmal ein bisschen auf Temperatur zu bringen, bevor ich mich näher ans Limit herantaste. Nur: Wo soll das sein? Dem neuen Aston Martin V12 Vantage (2022) scheint es völlig egal zu sein, wie schnell ich in die Kurve steche, seine Vorderräder beißen sich auf der Linie fest und fräsen mit beängstigender Leichtigkeit um den Scheitelpunkt. Ja, ein bisschen kopflastig ist er immer noch, doch das kompensiert der V12 mit unfassbaren Kraftreserven, die den Aston jederzeit an die Grenze des Übersteuerns bringen können, wenn man das will. Doch dazu muss ich schon reichlich stumpf aufs Pedal hämmern.

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Neuer Aston Martin V12 Vantage der Beste, ever

Die Traktion ist auch dank der Differenzialsperre überwältigend. Trotz doppelter Turboaufladung und des brachialen Drehmoments bereits ab 1800 Touren lässt sich die Urgewalt des Motors spielerisch dosieren. Die modifizierte Achtstufen-Automatik hilft dabei mit zackigen Reaktionen und blitzschnellen Schaltvorgängen. Aber der neue Aston Martin V12 Vantage (2022) ist ein Fahrerauto, das umso mehr Begeisterung entfacht, je mehr man sich selber engagiert. Also Fahrdynamik-Regelung auf Track oder gleich ganz aus, Getriebe auf manuell, Dämpfung auf Sport – und volle Konzentration, bitte! Anstatt nun aber einen Ritt auf Messers Schneide zu erleben, stellt sich im Nu ein fast schon tranceartiger Flow ein. Spielerisch surfe ich bei der ersten Testfahrt von Kurve zu Kurve. Einlenken, reindrehen, ganz knapp vorm Scheitel wieder ans Gas, rausbeschleunigen, anbremsen … So könnte es ewig weitergehen, zumal die gnadenlosen Schalensitze mich dabei absolut unverrückbar festhalten, sodass ich die irrwitzigen Querbeschleunigungen noch intensiver erleben kann. Und über allem hängt jederzeit der betörend sonore Sound des 5,2 Liter großen V12, der sich unter Volllast in ein helles Jubilieren steigert, ohne dabei dünner zu werden oder in hysterisches Kreischen zu verfallen, wie man es von Vorausscheidungen diverser Casting-Shows kennt. Doch von Laienhaftigkeit ist der neue Aston Martin V12 Vantage (2022) weit entfernt. Vielmehr prägen seine Souveränität und die Expertise aus 109 Jahren Sportwagen-Bau seinen gleichermaßen reifen wie spritzigen Charakter und sorgen für Gänsehaut-Garantie bei jeder Tour. Kein Wunder also, dass ich schließlich gar nicht mehr aussteigen will. Nicht bloß, um weitere Schäden am Popo-Meter zu verhindern, sondern vielmehr, weil ich genau weiß, dass sich die Gelegenheit, den V12 Vantage in Aktion zu genießen, so schnell nicht wiederholen dürfte – erst recht, da es keinen Nachfolger, keine weitere Steigerung dieser wertvoll-köstlichen Rezeptur mehr geben wird. Doch um die Endgültigkeit dieser Tatsache wirklich zu begreifen, brauche ich ohnehin noch eine Weile. Vorerst überstrahlt die von der unbändigen Dynamik des V12 entfachte Euphorie jedes Bedauern. Bester Vantage, ever! Schluss.

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Technische Daten des neuen Aston Martin V12 Vantage (2022)

AUTO ZEITUNG 13/2022Aston Martin V12 Vantage
Technische Daten
Motor5,2-Liter-V12, 4-Ventiler, Biturbo
Getriebe/Antrieb8-Stufen-Autom.; Hinterrad
Leistung515 kW/700 PS bei 6500 /min
Max. Drehmoment753 Nm bei 1800 – 6000 /min
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4514/1962/1274 mm
Leergewicht1795 kg
Kofferraumvolumenk.A.
Fahrleistungen (Werksangaben)
Beschleunigung (0-100 km/h)3,5 s
Höchstgeschwindigkeit322 km/h
Verbrauch auf 100 km (Werk)k.A.
Kaufinformationen
Basispreis (Testwagen)299.500 Euro

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