50 Jahre AUTO ZEITUNG: Motorsport in Deutschland Motorsport aus deutschen Landen

von Gregor Messer 13.12.2019
Inhalt
  1. Motorsport in 50 Jahren AUTO ZEITUNG
  2. Audi und Porsche misch(t)en im Motorsport kräftig mit
  3. Zahlreiche Weltklassefahrer aus Deutschland

Im Laufe von 50 Jahren AUTO ZEITUNG hat sich der Motorsport in Deutschland von einer exotischen Randsportart zu einer festen Größe mit starker Fan-Kultur etabliert. Fahrerpersönlichkeiten, engagierte Hersteller, Verbände und Events sorgen für hohes Interesse und Akzeptanz. Das sind die Motorsport-Highlights der letzten 50 Jahre!

Nach 50 Jahren AUTO ZEITUNG und ebenso langer Berichterstattung über den Motorsport lässt sich festhalten: Bernie Ecclestone hatte stets den richtigen Riecher für gute Geschäfte. "Was der Formel 1 fehlt, ist ein schneller Deutscher", ahnte der tüchtige Formel-1-Chef 1988. 1991 bekam Ecclestone, was er wollte: Michael Schumacher revolutionierte die Welt der Fahrerpersönlichkeiten. Als direkter Nachfolger des kaum minder legendären Ayrton Senna legte er die Latte hoch und höher – erst beim Tempo seines Aufstiegs, dann mit gnadenloser Härte, auch beim Gehalt, letztlich mit seinen Rekorden. Die Zahlen sagen alles: Sieben WM-Titel, 91 Siege. Nur Lewis Hamilton scheint aktuell in der Lage, Schumacher endgültig einzuholen. "Schumi" hat Deutschland auf die Landkarte des Motorsports gebracht, und jeder, der dabei war, wenn er einen seiner Siege eingefahren und gefeiert hat, weiß, was dem Kerpener zu verdanken ist. Nach zwei Titeln mit Benetton wechselte er zu Ferrari. Der Tausch bedeutete ein hohes Risiko, aber Schumi schaffte es, wieder einen Fahrertitel nach Maranello zu holen – nach 21 Jahren. Und damit startete die Verbindung erst richtig durch: Vier weitere Titel für Michael Schuhmacher kamen in Folge noch hinzu. Mehr zum Thema: 50 Jahre Sportwagen

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Motorsport in 50 Jahren AUTO ZEITUNG

Michael Schumacher hatte Erfolg im Motorsport wie kein anderer. Dabei gab es in der Zeit vor ihm vielversprechende Hoffnungsträger. Rolf Stommelen, Jochen Mass, Hans-Joachim Stuck – allesamt talentierte Könner – machten ihren Weg in anderen Kategorien. Ihnen folgten Manfred Winkelhock, der zähe Kämpfer, und Stefan Bellof, das Übertalent. Bellof hatte schon einen Ferrari-Vertrag in der Tasche, als er 1985 verunglückte – nur drei Wochen nach Winkelhock. Beide starben in Porsche Gruppe C-Sportwagen. Der Tod der beiden in Kundenautos war der Tiefpunkt in der Rennhistorie der Zuffenhausener. Mit dem Porsche 917 begann vor 50 Jahren der sagenhafte Siegeszug der damals noch kleinen Sportwagen-Manufaktur. Hans Herrmann, ein Silberpfeil-Urgestein, holte 1970 in einer denkwürdigen Materialschlacht endlich den lange geforderten Le Mans-Sieg. Mehr zum Thema: 50 Jahre AUTO ZEITUNG

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Audi und Porsche misch(t)en im Motorsport kräftig mit

2017 feierte Porsche mit seinem jüngsten Prototyp seinen insgesamt 18. Gesamtsieg an der Sarthe. Der 919 Hybrid gilt als das technisch aufwendigste Auto, das je in Le Mans am Start stand und ist jetzt schon eine Motorsport-Legende. Zuvor hatte Audi jahrelang die Sieger gestellt. 13 Mal gewannen die Ingolstädter zwischen 2000 und 2015. Herausragend der Triumph 2006 – der erste mit der Dieseltechnologie TDI. Auf nationaler Ebene etablierte sich die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) zur beliebtesten Tourenwagen-Serie. Ihr folgte zur Mitte der 80er-Jahre die DTM. Ein allzu freies technisches Reglement machte aus der vormals mit seriennahen Renntourenwagen zu großer Popularität gelangten Serie ein gigantisches Kostengrab. 1997 gaben Alfa Romeo und Opel auf. Die DTM erlebte im Jahr 2000 eine Renaissance. Mit Mercedes und Opel, dazu dem Abt-Team (Audi) wurde die nur kurzfristig funktionierende STW-Serie obsolet. Die heute extrem kostenorientierte DTM vertraut auf über 100 Einheitsteile – eine Entwicklung, die erst 2021 in der Formel 1 zum Tragen kommt. 2003 siegte sogar ein DTM-Opel Astra beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Was die Anzahl der Aktiven betrifft, gilt das prestigeträchtige Event als weltweit größtes Rennen im Motorsport. Die Nordschleife genießt dabei immer noch den Ruf als schönste, aber auch schwierigste Rennstrecke der Welt – und lebt seit Niki Laudas Unfall 1976 auch ohne Formel 1 weiter, dank einer motivierten Breitensport-Szene. Mehr zum Thema: Die besten Sportwagen aus 50 Jahren

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Zahlreiche Weltklassefahrer aus Deutschland

Deutschland hat seit dem Bestehen der AUTO ZEITUNG 1969 immer wieder Weltklassefahrer im Motorsport hervorgebracht. Seit Hans Herrmanns Sieg 1970 in Le Mans folgten 15 weitere deutsche Sieger an der Sarthe. Und Sebastian Vettel übernahm das Staffelholz als Formel-1-Champion von Michael Schumacher, als er von 2010 bis 2013 viermal hintereinander Weltmeister wurde. Mittlerweile freilich ist die Teilnahme Deutscher im Formel-1-Feld rückläufig. Im kommenden Jahr dürfte nur noch Vettel dabei sein. Nico Hülkenberg wird wohl kein Cockpit mehr bekommen. 2016 holte Nico Rosberg den Titel auf Mercedes. Die Silberpfeile, obwohl made in England, stehen derzeit für das größte Motorsport-Engagement eines deutschen Herstellers und dominieren die Königsklasse seit sechs Saisons. Zuvor hatten die Schwaben schon zweimal den Motor zum Titel geliefert. Fast so wie zu ganz alten Zeiten, von Caracciola bis Fangio. Davon hätte nicht mal Bernie Ecclestone zu träumen gewagt. Mehr zum Thema: Lewis Hamilton & Stirling Moss im Dialog

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