Zwei Kleine mit Stil Zwei Kleine mit Stil

05.02.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Design und Dynamik, das ist die Mischung, auf die Alfa Romeo beim neuen Winzling MiTo setzt und damit klar den kultigen Mini ins Visier nimmt. Im Test die beiden Lifestyle-Zwerge in den Dieselversionen

Wie entstehen eigentlich Modetrends? Klar, in ist, was nachgefragt und gekauft wird. Doch Kaufgelüste müssen ja auch erst einmal geweckt werden. Und genau das ist BMW mit der Neuauflage des Mini par excellence gelungen. Inzwischen erobert bereits die zweite Generation des Retro-Babys beharrlich die Herzen der trendbewussten Kundschaft, ohne dass sich bisher ernstzunehmende Konkurrenz am Horizont abzeichnete.

Bisher. Denn die stilsicheren Karosserieschneider von Alfa Romeo haben mit dem neuen MiTo ein herrlich begehrenswertes Design auf vier Räder gestellt, wie es unter den Kleinwagen derzeit kaum zu finden ist. Die Sichtprüfung hat der jüngste Alfa damit schon mal bestanden, doch hat er tatsächlich das Zeug dazu, den Mini zu gefährden? Zum Schlagabtausch treten die Dieselversionen an: Alfa MiTo 1.6 JTDM 16V mit 120 PS gegen den 110 PS starken Mini Cooper D. Ring frei zur ersten Runde.

 

Karosserie

Der Alfa ist ein vollwertiger Viersitzer, der Mini einfach nur winzig

Häufig liest man in Kleinwagentests, dass dieses oder jenes Modell so erwachsen wie ein Großer daherkommt, genügend Platz und einen geräumigen Kofferraum bietet und so weiter. Vergessen wir das mal, denn der Mini zählt tatsächlich zu den Kleinsten seiner Spezies. Man rückt halt eng zusammen, arrangiert sich mit der Tür, die sich sanft an die Schulter schmiegt, und genießt dafür die immerhin üppige Kopffreiheit. Ein echter Kleinwagen eben.

Geradezu fürstlich geht es dagegen im Alfa zu, zumindest vorn. Hier zwickt nichts, Fahrer und Beifahrer müssen sich nicht unbedingt innig lieb haben, um Langstrecken konfliktfrei zu bewältigen. Im Fond wird es dann aber auch im MiTo recht eng. Serienmäßig findet man hier eine Zweier-Sitzbank vor. Bestellt man die asymmetrisch klappbare Version (180 Euro), wird der Alfa hinten zum Dreisitzer. Aber nur theoretisch, denn der Platz reicht gerade mal für zwei Erwachsene.

Das kann man von den beiden hinteren Plätzen im Mini – mangels Beinfreiheit und Innenbreite – nicht so ohne weiteres behaupten. Wenigstens fällt hier die Kopffreiheit deutlich größer aus als in der zweiten Alfa-Reihe. So richtig bitter wird’s beim Blick in den Mini-Kofferraum im Format eines großzügigen Briefkastens mit 160 Liter Volumen. Klappt man die beiden Lehnen um, wächst der Laderaum auf 680 Liter. Mit 270 bis maximal 950 Litern geht der Alfa dagegen als voll alltagstauglich durch, zumal sich hier optional nicht nur die Lehne, sondern auch die Sitzfläche asymmetrisch geteilt klappen lässt.

Auch im Innenraum wirkt der neue MiTo deutlich erwachsener, homogener und zudem leichter bedienbar – mit gut ablesbaren Instrumenten (inklusive Öl­standanzeige) und geordneten Schalterfeldern.

Der Mini bleibt ein Spielzeug mit netten Gimmicks wie dem tellergroßen, mittigen, aber schwer ablesbaren Tacho und der verwechselungsträchtigen Kippschalterleiste in der Mittelkonsole. Auch die Verarbeitung und die Sicherheitsausstattung fallen beim Alfa eine Spur erwachsener aus, womit die erste Runde an den Neuling aus Italien geht.

KarosserieMax. PunkteAlfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16VMini Cooper D
Raumangebot vorn1006455
Raumangebot hinten1003625
Übersichtlichkeit704145
Bedienung/ Funktion1008075
Kofferraumvolumen100171
Variabilität1002315
Zuladung/ Anhängelast802717
Sicherheit1508280
Qualität/ Verarbeitung200145140
Kapitelbewertung1000515453

 

Fahrkomfort

Komfortable Kleinwagen heißen weder Cooper noch MiTo

Sicher, auch im Kleinwagensegment gibt es komfortable, bandscheibenschonend federnde Vertreter. Dazu zählen aber weder der Mini noch der MiTo. Sportlich straff heißt hier die Devise. Die Federung des Cooper spricht zwar etwas feinfühliger an als die des MiTo, wird die Strecke holpriger, geht dem Kleinen schlicht der Federweg aus, bei voller Beladung schlägt die Federung auch schon mal durch.

Etwas nachgiebiger geht der Alfa mit seinen Insassen um, neigt aber auf Bodenwellen zu heftigen Ausfederbewegungen – sehr zum Missfallen der Passagiere. Wählt man über den serienmäßigen dna-Schalter den dynamic-Modus, fallen die Karosseriebewegungen weniger heftig aus. In den drei Fahrprogrammen (dynamic, normal, all weather) werden nicht nur die Dämpfer, sondern auch Lenkunterstützung, Gaspedalkennlinie und ESP angepasst.

Im Alfa profitieren Fahrer und Beifahrer von den großzügigen Vordersitzen. Immerhin jedoch bietet das Puppenstuben-Gestühl des Mini die bessere Seitenführung. Auch als hinterer Passagier reist man im MiTo komfortabler als in den beiden Fond-Sitzkuhlen des Cooper. Schon der Einstieg in den Italiener erfordert aufgrund der großen Türausschnitte weniger Verrenkungen als beim Mini. So geht auch das zweite Kapitel klar an den Alfa.

FahrkomfortMax. PunkteAlfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16VMini Cooper D
Sitzkomfort vorn1509285
Sitzkomfort hinten1004033
Ergonomie150115110
Innengeräusche502724
Geräuscheindruck1004846
Klimatisierung502218
Federung leer200110105
Federung beladen200107100
Kapitelbewertung1000561521

 

Motor und Getriebe

Der Alfa-Diesel ist nicht nur kräftiger, sondern auch kultivierter

Einig sind sich die beiden Lifestyle-Zwerge, was die Motorisierung angeht – zumindest auf dem Papier: Vierzylinder-Turbodiesel, Common-Rail-Einspritzung, 1,6 Liter Hubraum und serienmäßi­ge Partikelfilter. Im Alfa reicht das für 120, im Cooper D für 110 PS. Doch schon das üppige maximale Drehmoment von 320 Nm (Mini: 260 Nm) weist den Alfa als den stärkeren von beiden aus, was sich besonders bei der Elastizitätsmessung bestätigt. Und das, obwohl der Italiener über 100 kg mehr auf die Waage bringt.

Besonders im mittleren Drehzahlbereich zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen geht der MiTo kräftiger zu Werke und läuft zudem kultivierter als der kernige Mini-Diesel, der ursprünglich von PSA (Peugeot/Citroën) stammt. Besonders um die 2000 Touren übertragen sich feine Vibrationen bis hin zum Innenspiegel des Cooper, deutlich sichtbar am verschwommenen Spiegelbild. Auch beim Verbrauch hat der Mini – trotz des serienmäßigen Start-Stopp-Systems – das Nachsehen. Der fällt mit 5,1 l/100 km zwar niedrig aus, der MiTo benötigt im Test sogar nur fünf Liter. Nur die Schaltung des Mini funktioniert deutlich exakter als die des Alfa.

Motor und GetriebeMax. PunkteAlfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16VMini Cooper D
Beschleunigung150102101
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1505149
Getriebeabstufung1007080
Kraftentfaltung503330
Laufkultur1005146
Verbrauch325287285
Reichweite251815
Kapitelbewertung1000612606

 

Fahrdynamik

Bei der Kurvenhatz macht dem Mini so schnell keiner was vor

Muss sich der Mini in den ersten drei Kapiteln geschlagen geben, kann er hier endlich mal so richtig auftrumpfen. Er gibt seinem Fahrer das geeignete Werkzeug an die Hand zum flinken Sezieren von Radien aller Art. Dazu zählen die überaus präzise und mitteilsame Lenkung wie auch das bis in hohe Grenzbereiche neutrale Eigenlenkverhalten und die gut dosierbaren Bremsen. Der Mini vermittelt so viel Fahrspaß, den der Alfa trotz seines anwählbaren dynamic-Programms nicht bieten kann, was sich auch im Slalom bestätigt. Auf dem Handlingparcours indes kann sich der Cooper nicht so klar absetzen, was aber in erster Linie an seinen schwächeren Fahrleistungen liegt.

Für sich genommen beweist auch der MiTo sportliches Talent, weist eine gute Traktion auf, bleibt auch in schnellen Kurven lange neutral und zwingt das nicht deaktivierbare VDC (ESP) nur selten zum Eingreifen. Die Wendigkeit und Lenkpräzision eines Mini fehlen ihm jedoch. So verdient sich der Cooper den ersten Kapitelsieg.

FahrdynamikMax. PunkteAlfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16VMini Cooper D
Handling1506061
Slalom1006581
Lenkung1005870
Geradeauslauf502428
Bremsdosierung301418
Bremsweg kalt1507874
Bremsweg warm1507576
Traktion1004743
Fahrsicherheit150120120
Wendekreis201013
Kapitelbewertung1000551584

 

Umwelt und Kosten

Der Alfa MiTo ist fast 2000 Euro günstiger als der Mini Cooper D

Im Vergleich zum 19900 Euro  teuren Cooper D kommt man mit dem MiTo JTDM um satte 1950 Euro günstiger weg. Legt man Wert auf eine Klimaanlage und Alu-Felgen, empfiehlt sich der
MiTo in der 1500 Euro teureren Turismo-Ausstattung, die zudem Lederlenkrad und -Schaltknauf sowie ein Multifunktionsdisplay umfasst.

Auch beim Mini sollte man mindestens noch Geld für eine Klimaanlage (960 Euro) und ordentliche 16-Zoll-Räder (680 Euro) einkalkulieren, denn serienmäßig rollt der Cooper D auf 15-Zoll-Spargelbereifung. Abgesehen von niedrigeren Aufwendungen für Wertverlust und Wartung des Mini unterscheiden sich die beiden nicht viel in der Kostenbilanz.

Kosten/UmweltMax. PunkteAlfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16VMini Cooper D
Bewerteter Preis675281260
Wertverlust503033
Ausstattung25611
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502728
Werkstattkosten201315
Steuer1088
Versicherung403333
Kraftstoff554746
Emissionswerte258588
Kapitelbewertung1000530522

 

Fazit

Ein Einstand nach Maß für den Alfa MiTo, der weit mehr kann, als nur gut aussehen. Der Italiener ist im Gegensatz zum Mini ein vollwertiges, problemlos bedienbares Auto mit genügend Platz für vier. Zudem verfügt der MiTo über den besseren, weil kräftigeren Diesel-Motor. Für den Cooper D spricht der Fahrspaß, den er wie kein anderer seiner Klasse vermittelt. Allein dafür werden ihn auch weiterhin viele lieben.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAlfa Romeo MiTo 1.6 JTDM 16VMini Cooper D
Summe500027692686
Platzierung12

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