Zurück zur Zukunft Käfer-Comeback: Neuer Heckmotor-Mini von VW

20.08.2007

Volkswagen plant einen viersitzigen Heckmotor-Mini mit viel Platz für wenig Geld. Da werden Erinnerungen wach...

"Es gibt Formen, die man nicht verbessern kann." Mit dieser frechen Werbebotschaft und einem schönen schwarz-weiß bemalten Ei, dessen eine Hälfte rundum vom Heckbild des Käfer ausgefüllt wurde, machte VW in den 60er-Jahren für das deutsche Volksmobil mächtig Reklame.

Tatsächlich ist die gestauchte, kuschelige Stromlinienform aus dem Zeichenstift von Ferdinand Porsche bis heute unerreicht. Selbst der 1998 gestartete VW New Beetle, der sich in Amerika immer noch gut verkauft, bekam das zu spüren – speziell in Deutschland sind seine Fans überschaubar.

Doch VW hat die Käfer-Idee – viel Auto für möglichst wenig Geld – längst wieder im Blick und plant die ganz große Nummer: einen völlig neuen, sehr praktischen Kleinwagen. Doch der tritt als potenzieller Käfer-Nachfolger ein schweres Erbe an.

Denn so stark wie das Design waren auch die Verkaufszahlen des Käfer. Bis zur Einstellung der Produktion in Mexiko im Jahr 2003 wurden rund 21,5 Millionen Exemplare des Rundlings gebaut. Er war mit (anfangs) 25 PS ein Motor der westdeutschen Nachkriegswirtschaft, er bewegte die Wirtschaftswunder-Kinder und auch die nächsten Generationen.

Ein VW-Mini für 8000 Euro
Natürlich ist der Käfer bei den Produktionszahlen inzwischen vom Golf überholt worden – im März wurde in Wolfsburg das Jubiläum von 25 Millionen Exemplaren gefeiert. Doch ein VW Golf startet heute bei 16300 Euro, seine Motoren reichen von 75 bis 250 PS (R32). Und in der Klasse der billigen Einstiegsautos mit Preisen unter 10000 Euro räumen jetzt andere ab: ein oder das Peugeot-Citroën-Toyota-Geschwistertrio » , C1 und Aygo. Demnächst auch der » Fiat 500, der neue » Ford Ka und das geplante Billigauto von Chevrolet, das auch zu einem Opel-Ableger mutieren könnte.

VW will da künftig mitmischen und mit einem günstigen Einstiegspreis in ganz Westeuropa neue, preisbewusste Käufer in die Showräume locken. Zudem sollen mit dem Kleinwagen, in rustikalerer Form, auch die rasant wachsende Autoklientel in Ländern wie China und Indien sowie die Kunden in Lateinamerika auf den VW-Zug aufspringen. Schon auf der » IAA steht die erste Studie des neuen Volksautos, Anfang 2010 rollt es zu den deutschen Händlern.

Konzernchef Martin Winterkorn: „Das wird ein echter Volkswagen mit Platz für vier Leute und Gepäck.“ Wie ein Käfer eben, heißt es bei VW, „nur viel besser“. Motto: geringe Außenlänge – viel Platz im Innenraum. Rund 3,50 Meter Länge sind geplant und eine völlig neue technische Modulplattform, die viele Variationen zulässt. Der Motor, das steht fest, sitzt aus Kosten- und Platzgründen wie beim Käfer im Heck, und die VW-Techniker favorisieren auch den Heckantrieb.

Das Gepäckvolumen: vorn und hinten zusammen rund 200 Liter – der erste VW Käfer hatte seinerzeit 215 Liter. Die Motorenpalette: verbrauchsgünstige Dreizylinder, als Ausgangsbasis dienen der 64-PS-Benziner und der dann auf Common-Rail-Technik umgestellte 70-PS-Diesel aus dem VW Polo und dem » . Derzeit werden zudem Zweizylinder-Motoren getestet, diskutiert wird auch eine Version mit Elektroantrieb.

Ehrgeizige Ziele gibt es auch für den CO2-Ausstoß des Kleinen: Der Benziner soll die 100 Gramm pro Kilometer unterbieten, der moderne Diesel sogar die 88 Gramm des Smart Fortwo. Natürlich wird es auch eine besonders sparsame » -Variante geben. Und der Preis des Kleinen? In Deutschland will VW die 8000-Euro-Marke unterbieten. Das neue Volksauto kommt in diversen Versionen: Zwei- und Viertürer, jeweils mit großer Heckklappe, machen den Anfang, später folgt eine kantige, vanähnliche Version im trendigen japanischen Kastenstil – die Studie dazu zeigt VW im Oktober auf der Tokio Motorshow.

Für die Produktion der Westeuropa-Versionen des Käfer-Urenkels machen sich derzeit besonders die Kleinwagenspezialisten Skoda und Seat stark, zumal beide VW-Konzernmarken 2011 eigene Ableger planen – Skoda denkt hier an ein Einstiegsmodell unter dem » , Seat an einen knuffigen Arosa-Nachfolger. Der Ableger für die Entwicklungsmärkte dürfte noch deutlich billiger werden – Einstiegspreis unter 6000 Euro. Für dieses Auto ist bei VW auch eine Produktion in Südamerika in der Diskussion, denn der neue Volks-VW soll dort mittelfristig den Kleinwagen ersetzen.
Wolfgang Eschment/Werner Müller

AUTO ZEITUNG

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