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Wintereifentest: Zehn aktuelle Winterreifen im Format 205/50 R 17 V im Vergleich


Zehn aktuelle Winterreifen im sportlichen Format 205/50 R 17 V müssen im harten Test auf Schnee sowie bei Nässe und Trockenheit beweisen, was sie können

Klimakatastrophe hin oder her - wer im Winter nicht auf Fahrspaß und Sicherheit verzichten will, braucht die passenden Reifen. Denn bereits ab etwa sieben Grad verhärten die Gummimischungen von Sommerreifen so stark, dass sie fast all ihre guten Eigenschaften einbüßen. Das gilt im besonderen Maße für sportlich orientierte Profile mit hohem Speedindex (V, W, Y und ZR). Die kälteelastischen Gummisorten moderner Winterreifen haften dagegen selbst bei frostigen Minusgraden sicher auf der Straße. Und zwar sogar dann, wenn der Asphalt feucht oder schneebedeckt ist.

Allerdings ist Winterreifen nicht gleich Winterreifen. Unter den zehn aktuellen Profilen in diesem Test sind neben talentierten Allroundern und ausgewiesenen Spezialisten auch Pneus, die nur mit Einschränkungen unsere Erwartungen erfüllen. Unser Testwagen, ein Audi A3 3.2 V6 quattro mit permanentem Allradantrieb und stattlichen 250 PS hingegen hat die in ihn gesetzten Erwartungen in Sachen Fahrsicherheit und Dynamik mehr als erfüllt. Auch die geschmiedeten Aluräder von Fuchs, die als Original Audi-Zubehör angeboten werden, haben sämtliche Teststrapazen klag- und schadlos überstanden - und dabei auch noch ziemlich schick ausgesehen.

Doch es nutzt der schönste Wagen nichts, wenn die Reifen einfach nicht genug Grip aufbauen. Mit den Lamellengummis von Conti, Dunlop und Semperit indes wird die Fahrt auf verschneiten Straßen zum reinsten Vergnügen. Auch mit den Pneus von Goodyear und Vredestein ist man bei Schnee und Eis gut beraten. Die übrigen Profile erfordern indes mehr oder weniger große Abstriche: Der Fulda bietet wenig Traktion, der Hankook ist langsam und baut wenig Seitenführung auf. Marangoni und Matador hadern mit der Fahrsicherheit, und der Pirelli mit dem längsten Bremsweg.

Auf regennasser Fahrbahn sticht vor allem die Performance des Dunlop hervor

Auch der Fulda fühlt sich im feuchten Element wohl und dominiert die Aquaplaning-Tests. Conti und Goodyear schlagen sich ebenfalls wacker, doch enttäuscht der TS 810 mit relativ langen Bremswegen, während der Ultra Grip Performance beim Quer-Aquaplaning patzt. Auffällig ist das Ergebnis des Pirelli: Der Sottozero kann in den Aquaplaning-Disziplinen nicht mit den Konkurrenten mithalten. Dafür brilliert er mit den kürzesten Bremswegen und flotten Rundenzeiten. Der Semperit erreicht beinahe dasselbe Ergebnis, obwohl er die längsten Bremswege des Testfeldes aufweist und sich nur behäbig um den Rundkurs bewegen lässt. Dafür punktet der Speed-Grip beim Aquaplaning. Der preiswerte Matador Nordicca stößt auf Nässe rasch an seine Grenzen und rangiert durchweg am Ende des Testfeldes.

Auf trockenen Straßen liegen die Konkurrenten dichter zusammen und liefern insgesamt eine gute Vorstellung ab. Nur der Marangoni bleibt hinter den Erwartungen zurück. Auch der Conti sorgt für Erstaunen, weil er auf griffigen Oberflächen die längsten Bremswege benötigt. Fulda, Goodyear und Vredestein erzielen sehr gute Resultate, die das positive Gesamtbild abrunden. Der Pirelli macht mit seinen ebenso sportlichen wie sicheren Eigenschaften verlorenen Boden gut und outet sich als Gut-Wetter-Spezialist. Die Höchstpunktzahl kassiert jedoch erneut der Dunlop, der sich damit klar an die Spitze des Winterreifentests setzt.

Wer also den derzeit besten Winterreifen für sein Auto sucht, sollte den Dunlop SP Winter Sport 3D in Erwägung ziehen. Dieser Pneu liefert sowohl bei winterlichen als auch bei nassen und trockenen Bedingungen optimale Ergebnisse. Als ausgewogene Allrounder empfehlen sich auch der Continental Winter Contact TS 810, der Goodyear Ultra Grip Performance und der Vredestein Wintrac Xtrem. Der Fulda Kristall Supremo hat auf Schnee nur wenig Grip, liefert ansonsten aber Spitzenresultate. Der Semperit Speed-Grip verkörpert exakt das Gegenteil: Er funktioniert im Schnee hervorragend, auf nassen oder trockenen Straßen aber nur mit Einschränkungen. Der Pirelli Sottozero wendet sich an jene, denen Sportlichkeit über alles geht. Schnee und Regen liegen ihm weniger, was auch für den Hankook Icebear W300 gilt. Für den Marangoni Meteo HP und den Matador MP 59 Nordicca sprechen lediglich die günstigen Preise.

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SO TESTEN WIR
Optimale Testbedingungen finden wir nur auf abgesperrten Strecken. Darum haben wir die Nass- und Trockendisziplinen auf dem Goodyear-Testgelände im südfranzösischen Mireval durchgeführt. Die Schnee- prüfungen wiederum fanden auf den eigens dafür präparierten und für den öffentlichen Verkehr gesperrten Strecken von Arctic Falls (Bridgestone) in Nordschweden statt.

Alle Schnee-Tests sowie den Großteil der übrigen Versuche haben wir mit einem GPS-gestützten Mess-System absolviert, das über die Parameter Zeit und Weg die Ergebnisse für verschiedene Disziplinen ermittelt (Traktion, Rundenzeit, Slalom- und Kreisgeschwindigkeit sowie Bremsweg). Bei den Aquaplaning-Prüfungen bestimmen Drehzahl-unterschiede an Vorder- und Hinterachse (längs) sowie die maximale Querbeschleunigung (quer) die Resultate. Beide Wasserbecken (Kurve und Gerade) sind sieben Millimeter tief - was auf der Straße nur selten vorkommt, aber aussagekräftige Resultate garantiert.

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