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Ratgeber: Politur-Test

Die Hersteller machen vollmundige Versprechen: Autopolituren sollen sich leicht verarbeiten lassen und reinigende, pflegende sowie schützende Wirkung haben. Was sie wirklich können, überprüfen wir im Labor- und Praxistest

» Direkt zu den Test-Ergebnissen

Zum jährlichen Frühjahrsputz am Auto gehört eine gründliche Lackpflege mit anschließender Politur. Nach der Schaumwäsche zeigt sich meist erst der wahre Zustand des Autolacks - dann wird sichtbar, ob sich Schmutzreste porentief in die Oberfläche eingegraben haben und Teerspritzer, Vogelkot oder Baumharz fest am Lack kleben. Im Sonnenlicht lassen sich auch erste Anzeichen der Lack-Ermattung erkennen.

Je nach aktuellem Zustand sollte man dann nach dem richtigen Pflegecocktail Ausschau halten. Die Hersteller bieten für fast jeden Lack das Passende: für noch glänzende Lacke Polituren mit hohem Konservierungsmittelanteil, für leicht strapazierte Lacke Polituren mit Schleifmittelzugaben und für verwitterte und stumpfe Oberflächen so genannte Lackreiniger. Am häufigsten sind universelle Lackpolituren für wenig verwitterte Lacke gefragt. Deshalb vergleichen wir in unserem aktuellen Politur-Test Produkte dieser Kategorie.

Bei unserem Einkauf wählten wir neben Polituren von Markenherstellern auch No-Name-Produkte aus, um zu prüfen, ob es sich lohnt, hier zu sparen. Die Preisspanne bei den Mitteln reicht von rund vier Euro bis 16 Euro.

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Beim Zusammentragen der Testkandidaten fanden wir bei Discountern, in Tankstellen und Zubehörläden auch Color-Polituren. Deren Rezepturen sollen mit Farbpigmenten versetzt und somit auf bestimmte Farbtöne abgestimmt sein. Andere wiederum sind speziell für Metalliclacke entwickelt worden.

Doch solche Pflegemittel können Sie getrost im Regal stehen lassen. Denn moderne Autos - ob mit Uni- oder Metalliclack - sind mit einer farblosen Klarlackschicht überzogen. Spezieller Farb- oder Metalleffekt-Polituren bedarf es also wirklich nicht.

Bei unserem Test legen wir besonderen Wert auf eine gute Reinigungsleistung. Denn auch hartnäckiger Schmutz soll sich mit wenig Kraftaufwand schnell und gründlich entfernen lassen. Das schaffen der Testsieger, die AutoPolitur von Aral, und die zweitplatzierte A1 Speed Polish von Dr. Wack Chemie am besten.

Die Metallic Hochglanz von Arexons kann hier dagegen nicht überzeugen: In die Lackoberfläche eingelagerter Schmutz lässt sich mit diesem Mittel kaum entfernen. Auch starkes Rubbeln hilft nicht. Das Auspolieren von leichten Kratzern bleibt mit dieser Politur ebenfalls erfolglos - also Punktabzug.

Auch die beiden billigsten Produkte im Test, die Lackpolitur von Phönix und das Produkt von Tip, können hier nicht viele Punkte sammeln. Bei diesen beiden Polituren stellt sich nicht einmal durch stärkeren Polierdruck ein akzeptabler Reinigungserfolg ein.

Ein Wort zur Ausstattung: A1 Speed Polish und Sonax Xtreme liefern einen Schwamm für die Behandlung mit, der im Wasser vom Miniformat zu handlicher Größe aufquillt. Das ist zwar eine nette Beigabe, bei der Verarbeitung von Profihand erweist sich der Schwamm aber als zu klein und damit nicht als sehr wirkungsvoll.

Besser ist es, klassisch mit weichem Lappen oder elektrischer Poliermaschine ans Werk zu gehen. Die aufwendige Polierarbeit soll möglichst durch einen schlierenfreien Glanz belohnt werden - jenen Effekt also, der das Auto wieder wie neu aussehen lässt.

Um auch hier die feinen Unterschiede zwischen den Testkandidaten herausarbeiten zu können, tragen wir die Polituren gleichzeitig auf unterschiedliche Segmente derselben Karosserie auf und bewerten per Reflexanalyse den Glanzgrad der polierten Oberflächen. Hier überzeugen neben dem Testsieger von Aral auch die A1 Speed Polish von Dr. Wack, die Hartwachspolitur von Nigrin, die Lackpolitur von Einszett und die beiden Sonax-Produkte Xtreme und Autopolitur.

Den besten Tiefenglanz, also eine Oberfläche, in der man sich spiegeln kann und die für einen Farbauffrischungs-Effekt sorgt, registrieren wir jedoch nur bei den Polituren von Aral, Dr. Wack, Einszett und bei Sonax Xtreme.

Ganz umsonst sind dagegen alle Mühen bei den Rezepturen von Tip und Phönix: Es bleiben Schlieren, und ein Glanz ist so gut wie nicht zu sehen. Die Produkte von Arexons und Interchemie (Metallic Hochglanz) enttäuschen ebenfalls - Schlieren und Streifen zeigen sich selbst nach einer zeitaufwendigen Bearbeitung noch im Sonnenlicht.

Politur-Test: Polieren mit Schliff

Mittel mit guter Schleifwirkung eignen sich, um kleinere Kratzer aus dem Lack zu polieren. Dazu dienen spezielle Schleif- und Lösungsmittel, die von der Oberfläche feine Lackpartikel abtragen und anschließend im Tal des Kratzers ablagern.

Prinzipiell ist die Schleifwirkung aller Polituren der getesteten Kategorie zwar gering, dennoch ermitteln wir bei drei Produkten auch in diesem Punkt akzeptable Ergebnisse: Mit den Polituren von Aral, Dr. Wack, Einszett und mit Xtreme von Sonax lassen sich kleine Kratzer unsichtbar machen.

Die Rezepturen von Arexons, Turbo, Tip und Phönix können auch hier nicht überzeugen. Eine gute Lackpolitur sollte darüber hinaus für eine konservierende Schutzschicht sorgen. Hier erreichen Sonax Xtreme und die Lackpolitur von Einszett die Top-Ergebnisse. Diese beiden Produkte bieten auch den besten Langzeitschutz.

Bei allen anderen Testkandidaten ist es dagegen ratsam, das frisch polierte Auto mit einem zusätzlichen Hartwachs zu konservieren. Sonst hält der lackschützende und wasserabperlende Effekt nur für kurze Zeit.

Natürlich wollen wir auch etwas über die Umweltverträglichkeit und die Aggressivität der jeweils verwendeten Inhaltsstoffe wissen. Deshalb lassen wir Proben der Pflege-Chemie im Labor untersuchen. Das erfreuliche Ergebnis: Alle Produkte sind giftfrei und greifen weder Gummi-Zierleisten, Aluminium-Oberflächen noch Aufkleber an.

In puncto bedenkenlose Grundwasserverträglichkeit muss nur das Mittel von Phönix einen größeren Punktabzug hinnehmen. Am umweltgerechtesten können die Rezepturen von Aral AutoPolitur, Sonax Autopolitur, Nigrin Hartwachspolitur und Turbo metallic hochglanz eingestuft werden.

FAZIT (Holger Ippen):
Billige Produkte lohnen sich nicht: Die von uns getesteten Polituren im Preisbereich von unter fünf Euro konnten weder mit gutem Glanz noch bei der Reinigung überzeugen. Da die Lackpflege zeit- und arbeitsaufwendig ist, sollten Sie hier nicht am falschen Ende sparen.

Tipp: Um sich am frischen Glanz des polierten Autolacks etwas länger zu erfreuen, empfiehlt sich eine zusätzliche Hartwachs-Behandlung. Der Aufwand ist relativ gering, der Effekt aber groß. Denn diese zusätzliche Schutzschicht weist Schmutz ab, lässt Wasser abperlen und reflektiert zudem lackschädigende UV-Strahlen wirkungsvoll.