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Winterreifentest: Neun Reifen der Größe 225/45 R 17 im Test

Wintersport-Club

Neun moderne Winterreifen im Format 225/45 R 17 treten zum Kräftemessen an. Welches Profil ist der beste Allrounder in der sportiven 240-km/h-Liga?

Problemlos durch Eis und Schnee, sicher auf nasser Fahrbahn und sportlich-spritzig bei gutem Wetter – der Anforderungskatalog für moderne Winterreifen ist äußerst anspruchsvoll.

Zumal die Profile in der Geschwindigkeitsklasse V selbst bei Tempo 240 auf der Autobahn noch sauber geradeauslaufen sollen und mit der Power unseres Testwagens unter allen Bedingungen klarkommen müssen. Nicht weniger als 272 PS zerren bei Vollgas an den Hinterrädern des BMW 330i Coupé.

Dieser ebenso schönen wie schwierigen Aufgabe stellen sich neun Pneus von namhaften Herstellern: Continental schickt den etablierten Winter Contact TS 810 ins Rennen. Aus demselben Konzern stammt der Semperit Speed-Grip, der sich – wie auch der Dunlop SP Winter Sport 3D – schon im letzten Test bewähren konnte.

Auch der Vredestein Wintrac Xtreme ist ein alter Bekannter. Völlig neu im Angebot sind dagegen der Goodyear UltraGrip Performance 2, der Kumho I’zen KW 27, der Michelin Pilot Alpin 3 und der Nokian WR G2. Pirelli wiederum hat den Sottozero kräftig modifiziert und nennt ihn fortan Serie II. Wer macht in dieser Saison das Rennen?

Bei den Fahrversuchen auf verschneiter Strecke fällt sofort eines auf: Es gibt in diesem Testfeld keine schlechten Reifen. Selbst die Profile, die in unserer Wertung am unteren Ende der Leistungsskala rangieren, zeigen eine ordentliche Vorstellung. Dennoch empfiehlt sich der Michelin nur bedingt für den Einsatz etwa in bergigen Regionen. Auch die sonst für ihren Schnee-Grip bekannten Produkte von Pirelli und Nokian erzielen nur mäßige Ergebnisse.

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Conti und Vredestein ernten ein paar Punkte mehr, sind aber auch nicht makellos. Der Dunlop demonstriert, wie es besser geht, und dem Kumho haben die Ingenieure erstklassige Winter-Eigenschaften antrainiert. Die Kandidaten von Good-year und Semperit leisten wahrhaft Erstaunliches, wenn der Test-BMW auf den Schnee-Pisten Nordfinnlands seine Runden zieht. Modernste Mischungstechnologie und ausgeklügelte Lamellenstrukturen machen’s möglich.

Auf regennassem Asphalt glänzen die Pneus von Continental und Dunlop mit ausgewogenen Eigenschaften. Der Pirelli begeistert mit hohen Reserven bei Aquaplaning. Die aktuelle zweite Generation des Goodyear hinterlässt zwar einen sehr guten Eindruck, patzt aber im Aquaplaning. Eine weiche Mischung verhilft dem UG Performance zu guten Hafteigenschaften, doch trotz des V-Profils ist die Drainageleistung zu schwach. Hier verspielt er den Sieg im Gesamtklassement.

Am Grundkonzept scheint’s nicht zu liegen, denn der asymmetrisch konzipierte Nokian schwimmt in Pfützen noch ein Quentchen früher auf und vergibt an dieser Stelle ebenfalls wertvolle Punkte. Wie wichtig diese Eigenschaft im alltäglichen Verkehrsgeschehen tatsächlich ist, muss aber schlussendlich jeder für sich selbst beantworten.

Kumho und Semperit hadern im Ernstfall mit einem instabileren Verhalten im Grenzbereich, als es bei ihren Rivalen der Fall ist. Auch wenn an dieser Stelle im 330i das ESP rettend eingreift: Besser wäre natürlich, das System bliebe ungenutzt. Der Michelin und der Vredestein können ebenfalls nicht völlig überzeugen.

Bei trockenen Verhältnissen ist die Leistungsdichte in Bezug auf die gebotene Fahrsicherheit enorm. Im Handling (1880 Meter) trennen den Besten vom Schlechtesten gerade einmal 1,1 Sekunden. Das ist eigentlich nicht der Rede wert. Wichtiger ist da schon der Bremsweg aus 100 km/h, der um maximal 4,5 Meter differiert. Das klingt zwar nicht dramatisch, entspricht aber einer Restgeschwindigkeit von etwa 30 km/h.

Unterm Strich erweist sich wie im Vorjahr der Dunlop als der beste Allrounder. Goodyear, Continental und Pirelli sind jedoch ebenfalls top und darum eine Empfehlung wert. Die übrigen Pneus versagen zwar nicht in unserem Winterreifentest, zeigen jedoch Schwachstellen.
Martin Urbanke