Justiz ermittelt gegen Ex-VW-Chef Winterkorn im Visier

01.10.2015

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Martin Winterkorn und die Volkswagen AG. Der ehemalige VW-Chef muss sich im Diesel-Skandal mit Betrugsvorwürfen auseinandersetzen.

Dem am vergangenen Mittwoch zurückgetretenen Martin Winterkorn droht weiterer Ärger. Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig heute mitteilte, wurde nach mehreren Strafanzeigen ein Ermittlungsverfahren gegen den bisherigen Vorstandsvorsitzenden des Volkswagen-Konzerns eingeleitet. Im Raum steht der Vorwurf des Betrugs, denn unter Winterkorns Führung wurden nach aktuellem Kenntnisstand mehrere Millionen Fahrzeuge mit geschönten Abgaswerten verkauft. Was genau den Wolfsburgern vorgewurfen wird, klärt unser Beitrag zum technischen Hintergrund des VW Diesel-Skandals. Betroffen sind nach aktuellem Stand weltweit rund 11 Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda.

VW: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Winterkorn

Neben Anzeigen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Winterkorn ist bei der Staatsanwaltschaft auch eine Strafanzeige gegen die Volkswagen AG ohne Benennung eines Beschuldigten eingegangen. Ob Martin Winterkorn eine Strafe droht oder ob er im juristischen Sinne nicht für den Verkauf von Autos mit manipulatierten Abgaswerten verantwortlich ist, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Unter Verweis auf laufende Ermittlungen erteilt die Staatsanwaltschaft Braunschweig derzeit keine weitergehenden Auskünfte.

Neuer Vorstandsvorsitzender: Matthias Müller wird VW-Chef

Update vom 1. Oktober 2015: Die Staatsanwaltschaft entschuldigt sich wegen entstandener Irritationen und stellt klar, dass aktuell kein Anfangsverdacht gegen Martin Winterkorn bestehe und der ehemalige VW-Chef auch nicht als Beschuldigter geführt werde.

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