Westfield-Primas 07 - Ohne Filter Westfield-Primas 07

31.07.2009

Für den XXL-Spaß braucht man keine 500 PS. 200 PS reichen dicke, wenn das Auto leicht genug ist

Eckdaten
PS-kW200 PS (147 kW)
Antrieb5 Gang manuell
0-100 km/h4.2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit215 km/h
Preis55.000,00€

Das Thermometer dümpelt um null Grad, der Wind ist eisig. Wenigstens regnet es nicht, als Frank Primas den orange-schwarzen 07 aus seiner Werkstatt in Herten-Westerholt schiebt. Schon der erste Blick in das enge Cockpit bestätigt die geheime Befürchtung: nirgends Regler, die auch nur ansatzweise nach Heizung aussehen. Die gibt’snur gegen Aufpreis – wie in den Anfängen des Automobils.

Sehr weit von dieser Zeit haben sich die englischen Westfi eld auch nicht entfernt, ätzen Spötter. Und meinen damit nicht nur die einfache, überschaubare Technik, die nur dort mit Elektronik angereichert ist, wo es um Leistung und Abgasreinigung geht. Sondern auch die, nun ja, hemdsärmelige Art und Weise, wie die vielen Teile der Bausätze bisher zusammenpassten.

„Was nicht passt, wird passend gemacht“, hält Primas diesen Skeptikern entgegen und zeigt mit seinem Vorführwagen, wie ein Westfield eigentlich gemeint ist. Der Tüftler aus dem Ruhrgebiet setzt die Bausätze nicht einfach zusammen, sondern veredelt sie gewissermaßen. Wer einen Sinn für die Schönheit technischer Komponenten hat, kann sich sattsehen an dem nur 3,30-Meter-Auto. Die Glasfaser-Kunststoff-Karosserie hat gleichmäßige Spaltmaße, das Interieur ist sauber gearbeitet.

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Und Feinschliff findet sich überall. So lassen sich die Radführungselemente von AST (Advanced Suspension Technology) mannigfach einstellen, um dem Auto das gewünschte Fahrverhalten zu geben für die Landstraße oder den Track-Day. Die großen Bremsen von Hi-Spec mit ihren 875 Gramm leichten Sätteln und Stahlfl ex- Bremsleitungen blitzen durch die nur 5,8 Kilogramm schweren ATSFelgen, und rechts drängt ein sauber gearbeiteter Vier-in-eins-Auspuff aus dem Motorraum.

Er stammt – wie die Einzeldrosselanlage und die Nasssumpf-Öl-wanne für sichere Schmierung auch in Hardcore-Kurven – von Raceline. Damit das 545-Kilogramm- Leichtgewicht nicht nur in Kurven schnell ist, sitzt im Bug ein Zweiliter-Ford-Motor. Größere Einspritzdüsen, eine erleichterte Schwungscheibe und eine frei programmierbare Motorelektronik verhelfen dem serienmäßig 145 PS starken Vierventiler zu 200 PS, ohne dass der Motor selbst hätte geöffnet werden müssen. Das Triebwerk springt leicht rumpelig an und verfällt in einen leise prötternden Leerlauf, der so harmlos klingt wie der eines Leih-Karts.

Mit 1,92 Meter Größe ist man dem besten Westfield-Format zwar leicht entwachsen, aber irgendwie lassen sich die Beine doch in dem engen Schacht unter dem kleinen Lenkrad sortieren. Für Figuren wie mich hat Primas weiter einstellbare und dünner gepolsterte Sitze in Reserve, wie überhaupt jedes Auto aus seiner Werkstatt eine Maßanfertigung ist. Verbindendes Element der Primas-Schöpfungen ist in jedem Fall naturbelassener, ungefilteter Fahrspaß. In wohl kaum einem Auto mit Straßenzulassung kommt man dem Boden so nahe und fühlt sich so mit der Technik verbunden.

Bis hin zu mittleren Drehzahle entweichen dem Auspuff noch relativ zivile Geräusche. Doch wenn der Vierzylinder die 4000er Marke passiert und ein tief gedrücktes Gaspedal ihn frei atmen lässt, spricht er mit der metallisch- rauen, ungezähmten Stimme eines auf Hochleistung getrimmten Racers. Das bisschen Auto reißt er lässig mit.

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Bissig hochdrehend bis 7800 Touren, erinnert das kleine Vollgastier den Fahrer daran, dass jedes der tiefgestapelten 200 PS es nur mit 2,7 Kilogramm Masse aufnehmen muss – das entspricht dem Niveau eines Porsche 911 GT2. Wenn die Toyo Proxes R888 und die Straße warm sind, muss man schon alle inneren Schweinehunde überwinden, um überhaupt in die Nähe des Schlichte Instrumente, Leder, kurzer Schaltstummel – fertig ist das Primas-Cockpit Schmale Schalen mit Hosenträgergurten auf Maß geschneidert Einzeldrossel, Fächerkrümmer: Der Zweiliter-Motor ist ein echter Racer Grenzbereichs zu kommen.

Bis dahin fährt der Westfield-Primas 07 einfach ganz genau dahin, wohin man lenkt, und erlaubt so späte Bremspunkte, dass Beifahrer um Gnade ächzen. Die Vorderräder unter ihren Kohlefaser-Schutzblechen tasten die Straße feinnervig ab, der Motor hängt hellwach am Gas und schreit vor schierer Lebensfreude. Derweil presst einem der Wind salzige Tränen aus den Augen und beantwortet damit die Frage, warum Primas zur Zeit an kleinen Windabweisern tüftelt, die sich formschön zwischen Scheibe und Spiegel einsetzen lassen.

55 000 Euro kostet dieses Exemplar – wer erst einmal mit 115 PS beginnen will, ist ab 35 000 Euro dabei dabei. Dazwischen – und darüber – ist nahezu alles möglich. Ein teurer Spaß, klar. Muss man eben am Erstwagen sparen.
Michael Harnischfeger

Fazit

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler
Hubraum1999
Leistung
kW/PS
1/Min

147/200
6600 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
230
6400 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe5 Gang manuell
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete, geschlitzte Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/50 ZR 15
h: 225/50 ZR 15
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)545
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.2
Höchstgeschwindigkeit (km/h)215
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

Tags:
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