Kfz-Versicherung wechseln: Ratgeber und Vergleich Wechsel-Fieber

12.10.2015
Inhalt
  1. Die erste Entscheidung
  2. GAP-DECKUNG
  3. DIESE KLASSEN BEEINFLUSSEN DIE PRÄMIE
  4. SO KÜNDIGEN SIE RICHTIG
  5. WERKSTATTBINDUNG
  6. DIE BEISPIELE UND KOSTENERSPARNISSE IM ÜBERBLICK

Ärgern Sie sich nicht über steigende Preise in der Autoversicherung – suchen Sie einfach einen günstigeren Anbieter. Wir haben für Sie exklusiv einen Vergleich von mehr als 240 verschiedenen Tarifen vorgenommen: Sie können bis zu 726 Euro sparen!

 

Die erste Entscheidung

Teilkasko
Die Kaskoversicherungen schützen das eigene Auto. So deckt die Teilkasko die Folgen von Bränden und Unwettern sowie von Unfällen mit Haarwild ab. Bei Diebstahl ist sie für den Ersatz des Autos zuständig. Zudem übernimmt sie Glasbruchschäden – bei einem Steinschlag meist sogar ohne Selbstbeteiligung.

Oder

Vollkasko
Sie ergänzt die Teilkasko in entscheidenden Punkten: Bei der Vollkasko sind auch selbstverschuldete Unfälle mit eingeschlossen, die durch falsches Verhalten oder Fehleinschätzungen entstanden sind. Außerdem versichert sie das Auto gegen Vandalismus. Zuletzt deckt die Vollkasko alle Arten von Parkschäden ab.

Das Wechselfieber hat die Deutschen erfasst. Nach der vom Gesetzgeber verordneten Deregulierung der Autoversicherungen im Jahr 1994 hat es zwar noch über zehn Jahre gedauert, bis die Kunden die großen Preis- und Leistungsunterschiede im Markt bemerkten.

Doch besonders in Zeiten wie jetzt, wo die Tarife vieler Assekuranzen teurer werden, suchen sich immer mehr Autofahrer einen günstigeren Anbieter. Laut einer Studie der LVM-Versicherung will jeder achte Deutsche in diesem Herbst seine Police wechseln. 75 Prozent haben ihre Autoversicherung in den letzten Jahren schon einmal gewechselt, 23 Prozent sogar dreimal und häufiger.

Kein Wunder, ziehen die Preise für Kfz-Versicherungen seit 2010 doch wieder an. Und auch in diesem Jahr werden viele Autofahrer erneut eine höhere Rechnung bekommen. Vor allem im Herbst buhlen die Versicherungen um wechselwillige Kunden, da diese ihre alten Verträge in der Regel bis zum 30. November kündigen können.

Der starke Wettbewerb zwischen den Anbietern sorgt dafür, dass die Preise bei Abschlüssen in dieser Zeit um rund 20 Prozent niedriger ausfallen. Aber Vorsicht: Hohe Rabatte garantieren nicht immer einen günstigen Preis. Eine Untersuchung des Vergleichsportals Check24.de hat ergeben, dass nur bei einem von 23 Tarifmerkmalen die Versicherung mit dem höchsten Rabatt auch tatsächlich der preiswerteste Anbieter war.

Teilweise scheinen die Gründe für die Nachlässe willkürlich gewählt: So bekommen Autofahrer, die einen Neustatt eines Gebrauchtwagens versichern, bei einer Versicherung 21 Prozent Rabatt. Eine andere Assekuranz verlangt für das gleiche Merkmal acht Prozent Aufschlag. „Autobesitzer sollten sich daher nicht von hohen Rabatten auf einzelne Tarifmerkmale ködern lassen. Was zählt, ist immer der Endpreis“, rät Daniel Friedheim von Check24.de.

Damit Sie angesichts der Rabattund Werbeschlachten der Versicherungen den Überblick behalten, haben wir für sieben typische Autofahrer die zehn jeweils günstigsten Tarife ermittelt. Allerdings verbirgt sich hinter vielen niedrigen Beiträgen oft ein schwacher Schutz. Daher finden Sie in unseren Tabellen zu jedem Tarif die sieben wichtigsten Leistungen – insgesamt 490 Merkmale. Zudem haben wir für jeden Fahrertyp einen Preis-Leistungs-Sieger ermittelt.


IM HERBST BIS ZU 20 PROZENT GÜNSTIGERE ABSCHLÜSSE


Das Ergebnis: acht verschiedene Sieger und eine maximale Ersparnis von 726 Euro. Doch welcher Schutz versteckt sich hinter den oft kryptischen Bezeichnungen der Versicherungen? Was ist eine Mallorca-Police, und warum ist ein Rabattschutz nur für erfahrene Autobesitzer überhaupt sinnvoll? Das wollen wir nun klären. Zuerst einmal braucht jedes in Deutschland zugelassene Auto eine Haftpflicht-Versicherung.

Diese ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben und ersetzt alle Schäden, die man mit dem Auto anderen zufügt – im Gegensatz zur Kaskoversicherung, die das eigene Fahrzeug schützt. Bei der Deckungssumme der Haftpflicht sollten Sie sich immer für 100 Millionen Euro entscheiden. Zwar ist gesetzlich eine Mindestdeckung von 2,5 Millionen Euro bei Personen- und 500.000 Euro bei Sachschäden vorgeschrieben.

Doch bei Unfällen mit Reisebussen oder an Bahnübergängen können die Kosten schnell ins Astronomische steigen. Außerdem liegen die Mehrkosten für eine höhere Deckungssumme oft nur bei wenigen Euro im Jahr. Bei Unfällen mit Mietwagen im Ausland gelten dagegen die Mindestdeckungssummen des jeweiligen Urlaubslandes.

Und die liegen meist viel niedriger als in Deutschland. Den Rest müssen Sie im Ernstfall aus der eigenen Tasche zahlen. Hier kommt die Mallorca-Police ins Spiel: Sie übernimmt die Differenz zwischen ausländischem und deutschem Versicherungsschutz und erweitert die Haftpflicht-Deckung. Doch auch in Deutschland können Sie nach einem Unfall auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben – trotz Kaskoversicherung.

Zum Beispiel, wenn Sie am Steuer gegessen haben oder auf der Suche nach der Sonnenbrille im Handschuhfach abgelenkt waren. Beides kann als grob fahrlässig ausgelegt werden. Dann muss sich der Autofahrer je nach Schwere der Schuld anteilig an dem Schaden beteiligen. Nicht selten landen solche Fälle vor Gericht. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihre Versicherung auf den Einwand der Groben Fahrlässigkeit verzichtet.

Auch die mitversicherte Sonderausstattung sorgt oft für Ärger zwischen Kfz-Versicherung und Kunden. So ersetzen viele Assekuranzen beschädigtes Zubehör, teilweise sogar in unbegrenzter Höhe.

Der Haken: Als Sonderausstattung gelten für die Versicherungen nur Teile, die fest mit dem Auto ver-bunden sind, etwa nachgerüstete Audioanlagen. Mobile Navis zählen nicht dazu und sollten daher besser aus dem Fahrzeug herausgenommen werden. Besitzer von Neuwagen sollten zudem auf eine möglichst lange Neupreisentschädigung achten.

Bei einem Totalschaden oder Diebstahl ersetzt die Assekuranz nämlich nur den aktuellen Marktwert des Autos. Und der beträgt selbst bei einem wertstabilen BMW 320d nach zwölf Monaten gerade mal maximal 70 Prozent des Kaufpreises. Enthält Ihre Police jedoch eine Neupreisentschädigung, kommt die Versicherung für den kompletten Kaufpreis auf. Einige Assekuranzen bieten eine solche Leistung auch für Gebrauchtwagen an. Dann wird der Kaufpreis des Autos garantiert.

 

GAP-DECKUNG

Aber Vorsicht: Bei einigen Anbietern ist die Dauer der Neupreisentschädigung bei Totalschaden oder Diebstahl verschieden. Fahrer von Leasingwagen müssen in diesem Zusammenhang auch auf die sogenannte GAP-Deckung (englisch gap = Lücke) achten. Denn bei einem Totalschaden oder Diebstahl erwartet der Leasinggeber den Abrechnungswert des Fahrzeugs laut Vertrag. Dieser kann deutlich über dem Wiederbeschaffungswert des Autos liegen, den die Versicherung erstattet.

Die Differenz - bei Autos der Mittelklasse leicht über 5000 Euro – muss der Fahrer dann selbst zahlen. Versicherungen mit GAP-Deckung schließen diese Lücke. Oft bietet der Leasinggeber auch eigene Produkte an, die im Ernstfall einspringen.

Ein Rabattschutz lohnt sich dagegen für besonders erfahrene, langjährige Autobesitzer. Mit Hilfe der Schadenfreiheitsklasse belohnen die Assekuranzen sichere Fahrer, die keine Kaskoschäden verursachen.

Doch einmal nicht aufgepasst – schon ist der über die Jahre erarbeitete Rabatt weg. Nach dem Kaskoschaden ziehen die Prämien wieder ordentlich an. Der Rabattschutz: eine nützliche Fessel? Wer das verhindern möchte, sollte sich für eine Versicherung mit Rabattschutz entscheiden.

Damit bleiben nach einem Kaskoschaden die Schadenfreiheitsklasse und damit der Jahresbeitrag unverändert. Bei manchen Anbietern hat der Autofahrer sogar bis zu drei Schadenfälle frei. Ein Rabattschutz dient einigen Versicherungen auch als Kundenbindungsinstrument:

Bei einem Wechsel teilt nämlich die alte Assekuranz der neuen die reguläre schlechtere Schadenfreiheitsklasse mit. Angesichts der bisher aufgeführten Leistungen erscheint der Schutz vor Marderbissen etwas kleinkariert.

Zudem liegen die direkten Schäden durch die kleinen Raubtiere – etwa ein durchgebissener Schlauch – meist im Rahmen der Selbstbeteiligung. Wird der nächtliche Besuch jedoch nicht sofort bemerkt, kann es im Extremfall zu einem teuren Motorschaden kommen. Dann folgt das böse Erwachen: Viele Versicherungen übernehmen nur die direkten Schäden durch Marderbisse, nicht aber die Folgedefekte. Regelmäßige Marderopfer sollten daher besonders darauf achten.

Übrigens: Wer sich vom Wechselfieber im Herbst nicht infizieren lassen möchte, kann trotzdem sparen. Oft reicht ein Anruf bei der aktuellen Versicherung, um den alten Tarif mit dem einen oder anderen unentdeckten Rabatt zu senken.

 

DIESE KLASSEN BEEINFLUSSEN DIE PRÄMIE

Typklasse
An diesem Wert können Sie ablesen, wie oft Ihr Auto in Schadenfälle verwickelt ist. Je höher die Klasse, desto teurer wird der Beitrag. Der Versicherungsverband GDV ermittelt die Typklassen jedes Jahr neu – so wird der VW Golf VII im nächsten Jahr um drei Klassen günstiger.

Regionalklasse
Diese Einstufung spiegelt die Diebstahl- und Unfallhäufigkeit in Ihrem Zulassungsbezirk wider. Auch sie wird vom GDV berechnet. So hat etwa München die höchste, sprich teuerste, Regionalklasse. Viele Anbieter nehmen jedoch lieber die PLZ als Berechnungsgrundlage.

Schadenfreiheitsklasse
Für jedes Jahr ohne gemeldeten Kaskoschaden bekommen Sie eine höhere Schadenfreiheitsklasse – Ihr Beitrag sinkt. Muss die Versicherung nach einem Unfall aber zahlen, werden Sie zurückgestuft – und Ihre Prämie steigt wieder. Dagegen hilft ein Rabattschutz

 

SO KÜNDIGEN SIE RICHTIG

Normalfall
Eine Autoversicherung gilt meist ein Jahr. Die Kündigung muss schriftlich mindestens einen Monat vor Vertragsende erfolgen. Ansonsten verlängert sich der Vertrag automatisch. Da die meisten Versicherungen am 31. Dezember enden, ist der wichtige Stichtag der 30. November. Doch Vorsicht: Einige Anbieter setzen auf flexible Vertragslaufzeiten. Dann gelten andere Stichtage für die Kündigung.
Schauen Sie also besser in Ihre Vertragsunterlagen.

Sonderfall
Neues Auto, neue Versicherung: Wenn Sie sich einen Gebraucht- oder Neuwagen kaufen, können Sie die Police sofort mit dem Auto wechseln. Erhöht Ihr Anbieter die Prämie, dürfen Sie ebenfalls außerhalb der Fristen kündigen. Hier reicht es, wenn eine Versicherung – etwa die Haftpflicht – teurer wird. In der Rechnung sollten Sie den Vergleichsbetrag des Vorjahres finden. Mit dem Eingang des Schreibens beginnt dann eine einmonatige Kündigungsfrist.

 

WERKSTATTBINDUNG

Pro
Eine Werkstattbindung schont Ihren Geldbeutel: Die Beiträge sind damit bis zu 36 Prozent günstiger – bei gleichen Kasko-Leistungen. Dazu bieten die Versicherungen mehr Service: Sie kümmern sich nach einem Unfall um alles und lassen das defekte Auto abholen. Während der Reparatur gibt es oft einen kostenlosen Ersatzwagen. Zudem garantieren die Versicherungen, dass ihre Partnerwerkstätten einen hohen Qualitätsstandard erfüllen und Originalteile verwenden.

Contra
Bei Tarifen mit Werkstattbindung verzichtet der Autofahrer auf sein Wahlrecht: Nach einem Unfall entscheidet nicht er, sondern die Versicherung, wo sein Auto repariert wird. Kommt es zu einem Verstoß, droht eine Strafe: Der Autofahrer bleibt auf einem Teil der Kosten sitzen – oder sein Tarif wird nachträglich teurer. Auch bei finanzierten oder geleasten Wagen kann es zu Konflikten kommen, da die Autohersteller ihre eigenen Werkstätten vorschreiben.

 

DIE BEISPIELE UND KOSTENERSPARNISSE IM ÜBERBLICK

Der Pendler

Der Sparsame

Die Familie

Der Beamte

Der Fahranfänger

Der Senior

Der Rundum-Versicherte

Unser Fazit

Lassen Sie sich vom Wechselfieber anstecken! Gerade in Zeiten steigender Beiträge lohnt ein Vergleich der Anbieter – hunderte Euro Ersparnis sind möglich. Doch der Preis darf nicht zu Lasten der Leistung gehen: Überlegen Sie genau, welchen Schutz Ihr Auto verdient. Denn erst nach einem Unfall zeigt sich der wahre Wert einer Versicherung.

Markus Bach

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